Fördermöglichkeiten für Elektromobilität und andere alternative Antriebe

Bei der Umsetzung der Energiewende im Bereich der Mobilität kommt den alternativen Antrieben, vor allem der Elektromobilität, eine zentrale Rolle zu. Um die Etablierung der Elektromobilität im Markt zu fördern, werden die Verbreitung von Elektrofahrzeugen sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur stetig vorangetrieben. Dafür stellt die Bundesregierung  Förderprogramme für Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen zur Verfügung. Beim Fördermittelkompass der Energieagentur Rheinland-Pfalz können Sie in Erfahrung bringen, welche Förderprogramme für Ihr individuelles Vorhaben in Frage kommen.

Übersicht über Förderprogramme

Die entsprechenden Förderanträge können im Rahmen aktueller Förderaufrufe bei den jeweils zuständigen Ämtern eingereicht werden.


Umweltbonus

Beim Umweltbonus handelt es sich um eine Kaufprämie für den Erwerb (Kauf oder Leasing) von Elektrofahrzeugen. Er wird zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte von der Automobilindustrie finanziert.

Seit dem Inkrafttreten der neuen Förderrichtlinie am 18.02.2020 gelten neue Konditionen.

Was wird gefördert?

  • Reine Batterieelektrofahrzeuge
  • Plug-in-Hybride
  • Brennstoffzellenfahrzeug
  • Netto-Basis-Listenpreis max. 65.000 Euro (Staffelung der Förderhöhe ab 40.000 Euro)
  • das Modell muss auf der Liste der förderfähigen Fahrzeuge stehen
  • es muss sich um ein Neufahrzeug handeln oder...
  • um einen "jungen" Gebrauchtwagen (wenn dieser noch nicht über den Umweltbonus gefördert wurde - Details siehe BAFA-Website)
  • akustisches Warnsystem (seit 01.07.2019)

Wer erhält die Förderung? 

  • Privatpersonen
  • Gewerbetreibende / Unternehmen
  • Unternehmen mit kommunaler Beteiligung
  • Stiftungen
  • Körperschaften
  • Vereine

Art und Höhe der Förderung

  • Elektroauto bis Netto-Basis-Listenpreis 40.000 Euro: mind. 6.000 Euro (3.000 Euro Bund, min. 3.000 Euro Hersteller)
  • Elektroauto mit Netto-Basis-Listenpreis 40.000 bis 65.000 Euro: mind. 5.000 Euro (2.500 Euro Bund, min. 2.500 Euro Hersteller)
  • Plug-in-Hybride bis Netto-Basis-Listenpreis 40.000 Euro: mind. 4.500 Euro (2.250 Euro Bund, min. 2.250 Euro Hersteller)
  • Plug-in-Hybride mit Netto-Basis-Listenpreis 40.000 bis 65.000 Euro: mind. 3.750 Euro (1.875 Euro Bund, min. 1.875 Euro Hersteller)
  • akustisches Warnsystem: 100 Euro

Status: Aktuell, Laufzeit bis 31.12.2025

Für Fahrzeuge, die nach dem 05. 11. 2019 zugelassen wurden, gelten unter Umständen bereits die neuen Fördersätze. Bitte beachten Sie die Hinweise des Bundesamts  für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zum Umweltbonus.


Steuerliche Anreize

Bei erstmaliger Zulassung reiner Elektrofahrzeuge seit dem 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2020 gilt eine zehnjährige Befreiung von der Kfz-Steuer. 

Im Rahmen der privaten Nutzung von Dienstwagen berechnet sich für Nutzer von Elektro-Pkw seit 2019 der geldwerte Vorteil nur noch aus dem halben Bruttolistenpreis (0,5 % Regel). Wichtig: Bei Plug-in-Hybriden gelten die Mindestanforderungen aus dem Elektromobilitätsgesetz (EmoG). 

Arbeitnehmern, die ihr Auto - sofern möglich - beim Arbeitgeber aufladen, genießen ebenfalls einen Steuervorteil. Diese Leistung ist anders als andere Arbeitgeber-Vergünstigungen von der Einkommenssteuer befreit.

Status: Aktuell, Verlängerung und weitere steuerliche Begünstigungen geplant


KfW-Umweltprogramm

Das Umweltweltprogramm fördert Investitionen von Unternehmen in Umweltschutz und Nachhaltigkeit, darunter auch die Anschaffung von Elektrofahrzeugen und den Aufbau von Ladestationen.

Was wird gefördert?

  • Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeuge sowie umweltfreundliche Schienen- und Wasserfahrzeugen
  • Ladestationen für Elektrofahrzeuge oder Betankungsanlagen für Wasserstoff

Wer erhält die Förderung?

  • Unternehmen im In- und Ausland
  • Freiberufler
  • Unternehmen, die als Contracting-Geber Dienstleistungen für Dritte erbringen
  • Achtung: Betriebe, die in der Landwirtschaft oder Fischerei tätig sind, sind nicht antragsberechtigt

Art und Höhe der Förderung

  • zinsgünstiger Kredit: Zinssatz je nach Unternehmensgröße
  • Kredit von bis zu 10 Mio. Euro pro Vorhaben (In- und Ausland)
  • Investitionskosten von bis zu 100 %
  • Auszahlung von bis zu 100 % des Kreditbetrags

Status: Aktuell.

Weitere Informationen zum Umweltprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).


Kleinserien-Richtlinie: E-Schwerlastenräder

Im Rahmen der Kleinserien-Richtlinie Klimaschutzprodukte des BMU werden E-Schwerlastenräder gefördert.

Was wird gefördert?

  • elektrisch angetriebene Schwerlastenfahrräder
  • Schwerlastenanhänger mit elektrischer Antriebsunterstützung oder
  • Gespann aus Lastenfahrrad und Lastenanhänger, bei dem mindestens ein Bestandteil (Fahrrad oder Anhänger) über eine elektrische Antriebsunterstützung verfügen muss.
  • Nicht förderfähig sind u. a. E-Lastenräder, die vorrangig für den Kinder- und Personentransport konzipiert sind.

Wer erhält die Förderung?

  • Gewerbetreibende / Unternehmen
  • kommunale Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit
  • öffentliche, gemeinnützige und religionsgemeinschaftliche Hochschulen (ausgenommen: Volkshochschulen)
  • Forschungseinrichtungen und Krankenhäuser sowie deren Träger
  • Kommunen (Städte, Gemeinden, Landkreise)

Art und Höhe der Förderung

  • Die Förderung erfolgt als Investitionszuschuss auf die Anschaffung:
  • 30 %, max. 2.500 Euro

Status: Aktuell.

Weitere Informationen zum Modul Schwerlastenräder der Kleinserien-Richlinite gibt es beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).


Förderrichtlinie Elektromobilität

Mit der Förderrichtlinie Elektromobilitätdes Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sollen Fahrzeugbeschaffungen im kommunalen Umfeld sowie anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen unterstützt werden.

Was wird gefördert?

  • Beschaffung von Elektrofahrzeugen und der hierfür benötigten Ladeinfrastruktur
  • Pro Antrag sollten in der Regel nicht weniger als zwei Fahrzeuge beschafft werden
  • Erstellung von Umweltstudien/Mobilitätskonzepten
  • Forschung und Entwicklung zur Unterstützung des Markthochlaufs von Elektrofahrzeugen

Wer erhält die Förderung? 

Je nach Förderbelang:

  • Kommunen, Landkreise
  • Zweckverbände, kommunale Betriebe und Einrichtungen
  • Landesbehörden, Landesunternehmen
  • Gemeinnützige Organisationen
  • Gewerbetreibende / Unternehmen unter speziellen Voraussetzungen
  • Hochschulen
  • außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

Art und Höhe der Förderung

  • Die Förderung von Elektrofahrzeugen erfolgt als Investitionszuschuss, der sich auf Grundlage der jeweiligen Investitionsmehrkosten gegenüber einem konventionellen Fahrzeug berechnet.
  • Fahrzeugbeschaffung: 40 - 60 % für Unternehmen; 75 % im nicht wettbewerblichen Bereich, 90 % für finanzschwache Kommunen
  • Umweltstudien/Mobilitätskonzepte: 50 - 80 %

Status: Aktuell kein Förderaufruf; Richtlinie gilt bis zum 31.12.2020

Weitere Informationen zur Förderrichtlinie Elektromobilität gibt es beim Projektträger Jülich (PtJ).


Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

Durch die Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wird der Aufbau von öffentlich zugänglicher (!) Ladeinfrastruktur unterstützt. Ziel ist es, ein flächendeckendes und bedarfsgerechtes Netz aus Schnelllade- und Normalladestationen zu schaffen.

Bitte beachten: Mit dieser Richtlinie werden keine privat genutzten Wandladestationen (Wallboxen) gefördert!

Was wird gefördert?

  • Normalladepunkte mit Ladeleistung bis 22 kW
  • Schnellladepunkte mit mehr als 50 kW
  • Montage und Netzanschluss
  • Modernisierungsmaßnahmen an bestehender Ladeinfrastruktur

Wer erhält die Förderung?

Alle natürlichen und juristischen Personen, d.h. auch Kommunen und Unternehmen.

Art und Höhe der Förderung

  • Die Förderung erfolgt als Investitionszuschuss.
  • Ladepunkt bis 22 kW: 40 %, max. 2.500 Euro
  • Ladepunkt 50-99 kW: 30/50 %, max. 9.000/12.000 Euro, je Standort
  • Ladepunkt ab 100 kW: 30/50 %, max. 23.000/30.000 Euro, je Standort
  • Anschluss Niederspannungsnetz: entsprechend der Förderquote der Hardware, max. 5.000 Euro
  • Anschluss Mittelspannungsnetz: entsprechend der Förderquote der Hardware, max. 50.000 Euro

Status: Aktuell kein Förderaufruf; Richtlinie gilt bis zum 31.12.2020

Weitere Informationen zur Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge gibt es bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV).


Förderrichtlinie zur Anschaffung von Elektrobussen im ÖPNV

Mit der Förderung im Rahmen des Programms "Erneuerbar Mobil" des Bundesminsteriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) soll die Markteinführung von E-Fahrzeugen für den öffentlichen Personennahverkehr unterstützt werden. Ein Teil der Mittel ist für den ÖPNV in Städten reserviert, die den Jahresmittelgrenzwert für Stickstoffdioxid überschreiten.

Was wird gefördert?

  • Beschaffung (Kauf oder Leasing) von mehr als 5 neuen Elektro- oder Plug-In-Hybridbussen, die im ÖPNV eingesetzt werden
  • damit verbundene Ladeinfrastruktur
  • Verbundvorhaben sind möglich

Wer erhält die Förderung?

  • Verkehrsbetriebe (öffentlich oder gewerblich)
  • Verbundprojekte sind möglich

Art und Höhe der Förderung

  • Die Förderung von E-Bussen erfolgt als Investitionszuschuss, der sich auf Grundlage der jeweiligen Investitionsmehrkosten gegenüber Diesel-Bussen berechnet.
  • E-Bus: 80 %
  • Plug-in-Hybrid-Bus: 40 %
  • Ladeinfrastruktur: 40 %
  • Investitionen für notwendige Fahrer- und Werkstattschulungen

Status: Aktuell kein Förderaufruf; Richtlinie gilt bis zum 31.12.2021

Weitere Informationen zur Förderrichtlinie Anschaffung von Elektrobussen beim BMU.


Förderrichtlinie Städtische Logistik

Mit der Förderrichtlinie Städtische Logistik möchte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) einen Beitrag zur Reduzierung von Schadstoff-, Treibhausgas-, Feinstaub- und Lärmemissionen leisten.

Was wird gefördert?

  • Erstellung städtischer Logistikkonzepte
  • Erstellung von Machbarkeitsstudien zu konkreten Einzelvorhaben im Bereich der städtischen Logistik
  •  Umsetzung konkreter Einzelvorhaben mit Modellcharakter im Bereich der städtischen Logistik, z.B. anbieterübergreifende Mikro-Depots und Ladezonen

Wer erhält die Förderung?

  • Kommunen und Landkreise
  • Verbundvorhaben möglich

Art und Höhe der Förderung

  • Die Förderung erfolgt als Investitionszuschuss.
  • max. 70%, max. 80% für finanzschwache Kommunen

Status: Aktuell kein Förderaufruf; Richtlinie gilt bis zum 31.12.2021

Weitere Informationen zur Förderrichtlinie Städtische Logistik gibt es bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV).


Förderrichtlinie für Brennstoffzellenfahrzeuge im ÖPNV und in Flotten

Im Rahmen des"Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie Phase II" (NIP 2) fördert das Bundesministerium fur Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Anschaffung von Brennstoffzellenfahrzeugen und Betankungsinfrastruktur.

Was wird gefördert?

Im aktuellen Förderaufruf wird gefördert:

  • Die Beschaffung von neuen Brennstoffzellenfahrzeugen, die als Pkw in Fahrzeugflotten eingesetzt werden
  • Bei der Förderung von Pkw müssen pro Antrag mindestens drei Fahrzeuge beschafft werden
  • Verbundvorhaben sind möglich

In vergangenen Aufrufen wurden zudem Brennstoffzellen-Busse im Linienverkehr des ÖPNV samt Betankungsinfrastruktur und Elektrolyseur, sowie Flurförderzeug-Flotten mit Brennstoffzellenantrieb gefördert.

Wer erhält die Förderung?

  • Kommunen
  • Gewerbetreibende / Unternehmen

Art und Höhe der Förderung

  • Die Förderung von Fahrzeugen erfolgt als Investitionszuschuss, der sich auf Grundlage der jeweiligen Investitionsmehrkosten gegenüber einem konventionellen Fahrzeug berechnet.
  • 40 - 60 % für Unternehmen; 50 % im nicht wettbewerblichen Bereich
  • Der Zuschuss kann nicht mit dem Umweltbonus kombiniert werden!

Status: Aktuell kein Förderaufruf.

Weitere Informationen zum Förderprogramm NIP2  beim PtJ.


Sofortprogramm Saubere Luft

Ziel des Sofortprogrammes ist die Verbesserung der Luftqualität in Städten durch Maßnahmen zur Elektrifizierung des urbanen Verkehrs, die Errichtung der Ladeinfrastruktur, die Digitalisierung der Verkehrsysteme sowie Maßnahmen zur Nachrüstung von Diesel-Bussen im ÖPNV mit Abgasnachbehandlungssystemen. Dafür stellt der Bund für den Zeitraum 2017-2020 ein Fördervolumen von einer Milliarde Euro bereit. Das Sofortprogramm soll weitestgehend auf Grundlage bestehender Förderrichtlinien des Bundes (s.o.) umgesetzt werden.

Weitere Informationen zum Sofortprogramm Saubere Luft und zur Lotsenstelle Fonds Nachhaltige Mobilität.