Windenergie

Der Ausbau der Windenergie ist von überragendem öffentlichem Interesse. Windenergie ist, neben der Photovoltaik, die entscheidende Technologie zur dezentralen, klimaneutralen Energieerzeugung. Sie dient der energetischen Versorgungsicherheit mit „grünem Strom“. Für den Aufbau der Schlüsseltechnologie Wasserstoff in Rheinland-Pfalz ist ihre Nutzung unabdingbar.  Windkraft ist zudem ein wesentliches Instrument, um der Klima- und Biodiversitätskrise infolge des Klimawandels zu begegnen.

Bei der Stromproduktion durch Erneuerbare ganz vorn

11,8 TWh betrug der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch im Jahr 2020. Der Beitrag zur Stromproduktion durch Erneuerbare machte 52 Prozent aus; Windenergie nahm dabei einen Anteil von 7,6 TWh ein (63 Prozent). Ende 2021 drehten sich in Rheinland-Pfalz 1.747 Windkraftanlagen mit einer installierter Leistung von 3.814 MW. Rund 30 Prozent der Leistung ist an Standorten im Wald installiert.

Steigender Bedarf an „grünem Strom“

Um das Klimaziel – 100 % Strom aus EE – zu erreichen, bräuchte es eine installierte Windleistung von mindestens 8 GW. Rheinland-Pfalz soll zwischen 2035 und 2040 klimaneutral sein. Mit zunehmender Elektrifizierung des Verkehrs- und Wärmesektors bedarf es eines zusätzlichen Ausbaus der Windleistung. Auch für den Aufbau einer „grünen Wasserstoff-Infrastruktur“ müsste sich – über diese 8 GW hinaus – die Stromproduktion aus Erneuerbaren verdreifachen.

Die untenstehende Grafik zeigt den jährlichen Zubau an Windenergie-Leistung in Rheinland-Pfalz.

Um die Landesklimaziele zu erreichen – Klimaneutralität zwischen 2035 und 2040 – sind laut Planung des Landes 2 Prozent der Fläche für Windenergie auszuweisen; dies ist auch eine Vorgabe der Bundesregierung. Bis Ende 2027 sieht das Windflächenbedarfsgesetz für Rheinland-Pfalz ein konkretes Flächenziel von 1,4 % vor. Die vierte Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEP IV) erweitert die Planungsvorgaben zum Ausbau der Windenergie in Rheinland-Pfalz.

Was Windenergie beitragen kann

Für die Realisierung der Windenergieanlagen ist ein windhöffiger Standort für die Stromproduktion entscheidend – und ausschlaggebend für die Stromgestehungskosten. Beispiel: Eine 4-MW-Windenergieanlage an einem windhöffigen Standort kann rund 10 GWh  pro Jahr erzeugen – genug Strom für 2.500 Haushalte. Bei einer Flächeneffizienz von 3 ha / MW entspricht dies 33,3 GWh / km2.

Beschleunigte Genehmigungsverfahren notwendig

Bedeutsam für einen schnellen Ausbau der Windkraft ist eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. Rund 1,7 GW Windenergieleistung sind in Planung; davon befinden sich 360 MW (Stand Juli 2022) im Genehmigungsverfahren, Allerdings sind 102 MW Altanlagen bereits rückgebaut oder stillgelegt worden. Die Landesregierung sieht vor, dass 2023 die Genehmigungsverfahren auf die SGD Nord und SGD Süd übertragen werden, um die bislang zuständigen regionalen Genehmigungsbehörden zu entlasten und die Verfahren zu beschleunigen.

Beim Zubau und auch beim Repowering von Windenergieanlagen spielen gesellschaftliche und umweltpolitische Themen eine wichtige Rolle – in gleicher Weise wie der Netzausbau, die Speichertechnologien, Sektorkopplung und rechtliche Rahmenbedingungen – um die Projekte planungssicher und damit wirtschaftlich umzusetzen oder ihren Weiterbetrieb zu gewährleisten.