Workshop Energieinfrastruktur

Seit 2017 bietet die Energieagentur Rheinland-Pfalz einen jährlichen Workshop zum Thema Energieinfrastruktur an. Dieser richtet sich sind Kommunen, kommunale Betriebe, Stadtwerke, Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften, Planer, Ingenieurbüros, Bauverwaltungen und sonstige Institutionen.

Plattform zum Erfahrungsaustausch - Vorträge, moderierte Diskussionsrunden

Im Rahmen des Workshops werden aktuelle Themen der Energieinfrastruktur vertiefend behandelt. In diesem Kontext werden übergeordnete Konzepte, integrierte Ansätze und Nahwärmeverbünde aufgegriffen. Neben praxisnahen Erfahrungen stehen rechtliche Rahmenbedingungen sowie Förderprogramme auf EU-, Bundes- und Landesebene im Fokus. Der Workshop bietet auch eine Plattform für den Austausch zwischen unterschiedlichen Akteuren und soll die Planung und Umsetzung von Projekten optimieren.

Workshop Energieinfrastruktur in Trier war ein großer Erfolg

Volles Haus beim Workshop „Energieinfrastruktur“ am 14. August 2018 in Trier. Rund 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung der Energieagentur Rheinland-Pfalz und der Energieagentur Region Trier gefolgt, um sich über Quartierskonzepte und Nahwärmenetze zu informieren und den Austausch mit Fachleuten und Berufskollegen zu suchen.



Mit Blick auf den Hitzesommer und die Starkregenereignisse mit hohen finanziellen Schäden waren sich die meisten der Anwesenden einig: Es besteht dringender Handlungsbedarf beim Klimaschutz und bei der Umsetzung der Energiewende auf regionaler und lokaler Ebene. 

Auf lokaler Ebene können Maßnahmen zur Verbesserung des Klimaschutzes und zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen in integrierten Quartierskonzepten aufgezeigt werden. Anhand von Praxisbeispielen erläuterte Dr. Philipp Schönberger (EnergyEffizienz GmbH) wie Quartierskonzepte und das anschließende Sanierungsmanagement als Grundlage für eine energetische, quartiersbezogene Gesamtplanung genutzt werden können. Dabei wird ein innovatives Planungstool verwendet.
Auch Stefan Beyer (Energieagentur Region Trier) gewährte einen Einblick in die Praxis der Erstellung von Konzepten auf Quartiersebene. Beispielsweise wurden in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land bei einem Informationstag rund um das Thema Nahwärme weitere Anschlussteilnehmer zum Mitmachen mobilisiert.  
Die Erstellung von Quartierskonzepten und das Sanierungsmanagement werden vom Bund und vom Land Rheinland-Pfalz mit einem Zuschuss von bis zu 95 Prozent gefördert.

Um technische Innovationen und die Verwendung von Kunststoffrohren bei Nahwärmenetzen ging es in dem Vortrag von Olaf Kruse (Rehau GbmH). Beim Neubau und bei der Verdichtung von Bestandsnetzen kann die Verwendung von Rohren und weiteren Komponenten auf Basis von Polyethylen einen wichtigen Beitrag zu innovativen und kostengünstigen Lösungen leisten. Um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, ist es außerdem wichtig, Synergien zu nutzen und beispielsweise die Kanalsanierung oder die Breitbandverlegung mit einer Nahwärmemaßnahme zu kombinieren.

Christian Kölsch (Enerpipe GmbH) befasste sich mit der Verbesserung der Effizienz von Nahwärmenetzen. Er legte dar, wie Wärmeverluste und Stromverbrauch in einem Nahwärmenetz reduziert werden können, indem beispielsweise dezentrale Pufferspeicher für die Warmwasserbereitung bei den Anschlussgebäuden integriert werden können.

Die Sektorkopplung in kleinen Netzen mit Solarthermie, Photovoltaik, Wärmepumpen und Blockheizkraftwerken war Thema des Vortrags von Franz Bruckner (UBP-Consulting GmbH & Co. KG). Er argumentierte, Wärmenetze können als wichtiges Bindeglied zwischen den Sektoren Wärme, Strom und Mobilität fungieren. Zur Veranschaulichung wurden Praxisbeispiele vorgestellt; beispielsweise aus den Bereichen Power to Heat , Kraft-Wärme-Kopplung und Solarthermie.

Christoph Bühler (Ritter XL Solar) ging in seinem Vortrag der Frage nach, warum die Einbindung von großflächiger Solarthermie in Nahwärmenetze eine gute Lösung ist. An Praxisbeispielen (u.a. Neuerkirch-Külz und Ellern im Rhein-Hunsrück-Kreis) zeigte er die technischen Möglichkeiten der Einbindung von großen Solarthermieanlagen in dezentrale Wärmeversorgungssysteme auf. Solare Wirkungsgrade von 20 und 22 Prozent können somit erreicht werden.

Ulrich Schäfer (ibs Energie) stellte die Nahwärmeprojekte in den Ortsgemeinden Neuerkirch-Külz und Ellern vor und ging insbesondere auf die Projektvorbereitungsphase ein. Er betonte, wie wichtig es ist, vor Baubeginn umfassend über technische Aspekte, Kosten, Nutzen, Wirtschaftlichkeit oder Zeitplan des Nahwärmeprojekts zu informieren und die Fragen der Bürger detailliert zu beantworten. Darüber hinaus habe insbesondere das Engagement der Ortsbürgermeister zu hohen Anschlusszahlen geführt.

Daran anschließend stellte Tobias Woll (Energieagentur Rheinland-Pfalz) mögliche Fördermöglichkeiten für Quartierskonzepte und Maßnahmen im Bereich Nahwärme vor.   

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde von Thorsten Henkes (Energieagentur Rheinland-Pfalz) eine kleine Workshop-Runde mit den Teilnehmern durchgeführt. Ziel war es, neue Ideen und Impulse für weitere Handlungsschritte im Projekt Wärmeinitiative zu eruieren.
Weitere Maßnahmen im Projekt Wärmeinitiative der Energieagentur Rheinland-Pfalz sind bereits geplant: am 13. September findet das Regionalforum Wärmewende im Rhein-Lahn-Kreis und am 18. Oktober 2018 in Koblenz das Regionalform Wärme statt.
 

Rückblick auf vergangene Veranstaltungen

Workshop Energieinfrastruktur am 08.06.2017 in Neuerkirch

Download Programm