Designetz: Baukasten Energiewende

Immer mehr Strom wird in Zukunft aus Erneuerbaren Energien gewonnen. Alleine in Rheinland-Pfalz waren es 2020 fast 121.000 Anlagen, die grünen Strom aus Windkraft, Sonnenenergie oder Biogas in das Verteilnetz einspeisen. Ein Anteil, der in den kommenden Jahren zum Erreichen der Klimaschutzziele in Rheinland-Pfalz und deutschlandweit noch deutlich gesteigert werden muss. Da diese regenerativ basierte Energieerzeugung abhängig vom Dargebot, insbesondere Wind und Sonne, ist, bedarf es intelligenter Konzepte, welche die Schwankungen zwischen Energieerzeugung und -verbrauch ausgleichen.

Von Einzellösungen zum effizienten System der Zukunft

Vor diesem Hintergrund förderte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Förderprogramm „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende (SINTEG)“ seit 2017 deutschlandweit fünf großflächige Schaufenster, welche Lösungen für das zukünftige Energiesystem entwickelten und in Reallaboren erprobten. Neben einer intelligenten Vernetzung von Erzeugung und Verbrauch, stehen der Einsatz innovativer Netztechnologien und -betriebskonzepte sowie die Einbindung von Flexibilität, Speichern und Sektorenkopplung im Fokus. Nach vier intensiven Jahren befinden sich die Förderprojekte im Abschluss, Ergebnisse sind sichtbar.

Das Projekt Designetz startete am 1. Januar 2017 mit einem Projektkonsortium aus 46 Partnern aus den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Saarland. Darunter ist auch die Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Werkzeuge und Lösungen für zukunftsweisende, sichere und effiziente Energieversorgung

Ziel des Schaufensters Designetz war es, optimierte markt-, netz- und systemdienliche Nutzung von Flexibilitäten im Strombereich zu generieren. Dazu wurden Werkzeuge und Lösungen für eine zukunftsweisende, sichere sowie effiziente Energieversorgung für Deutschland geschaffen. Die Schaufensterlösungen dienen als „Blaupause für die Energiewende“, die dadurch einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten können, dass Einspeiseüberschüsse aus Erneuerbaren Energien bedarfsgerecht städtischen und industriellen Lastzentren zur Verfügung gestellt werden.

Die übergreifende Idee und Mission von Designetz wird in nachfolgendem Filmbeitrag anschaulich.

Erklärvideo zum Projekt Designetz

Mit der interaktiven Designetz App werden Lösungen für das Energiesystem der Zukunft erklärt. Dabei können die einzelnen Strategien und Projekte der Partner von Designetz entlang der „Route der Energie“ erkundet werden, mit Stationen in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen. Mit einem Marker, der entweder an Haltestellen der Route der Energie oder digital zu finden ist, kann die Erkundung beginnen! Die kostenlose App ist im App Store erhältlich.

Für die Weiterentwicklung der rheinland-pfälzischen Energiewende ist das Projekt von großer Bedeutung:

„Das Projekt ‚Designetz‘ ist ein Wegbereiter der dezentralen und klimafreundlichen Energiezukunft in Rheinland-Pfalz. Gerade die Betrachtung der erhöhten Flexibilitätsanforderungen an die Stromnetze in ländlichen und urbanen Regionen ist ein wichtiger Schritt, um die wirtschaftliche und technische Umsetzbarkeit der Energiewende zu demonstrieren“, bestätigt Ulrike Höfken, ehemalige Energie- und Umweltministerin Rheinland-Pfalz, zum offiziellen Start des Projekts.

30 Demonstrationsprojekte verteilt über drei Bundesländer

Insgesamt werden rund 30 Demonstrationsprojekte, verteilt über die drei teilnehmenden Bundesländer, in ein Gesamtsystem eingebracht. Aus Rheinland-Pfalz bzw. mit rheinland-pfälzischer Beteiligung werden Projekte eingebunden:

  • EWR Netz GmbH: Energiestudio Rheinhessen – Galerie Erzeugung und Galerie Netz
  • Fraunhofer IESE: Datennutzungskontrolle für regionale Flexibilitäten
  • Pfalzwerke AG gemeinsam mit John Deere GmbH & Co. KG, European Technology Innovation Center: SESAM-Farm, Sustainable Energy Supply for Agricultural Machine
  • Stadtwerke Mainz: Energiewende in der Stadt: Power-to-X als multimodaler Systemstabilisator
  • Technische Werke Ludwigshafen (TWL): Dynamische Netzstabilisierung über Lithium-Ionen-Speicher und eine Gasturbine
  • Westnetz GmbH und Rhein-Hunsrück-Kreis: Energiewabe Rhein-Hunsrück-Kreis
  • StoRegio e.V.: Flex4Energy
  • Transferstelle Bingen: Virtuelles Kraftwerk der TSB mit 300 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 400 MW

Darüber hinaus untersuchten StoRegio Energiespeichersysteme e.V., die Transferstelle Bingen, die Energieagentur Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Energieagentur.NRW, unter welchen Bedingungen Nutzer die Flexibilisierung von Erzeugung und Verbrauch akzeptieren und umsetzen.