Ein Thermometer ist zu sehen, die Temperatur zeigt über 40 Grad an. Im Hintergrund ist  der Himmel zu sehen.

Hitzeschutz in kommunalen Liegenschaften

Die Zahl der Hitzetage in Rheinland-Pfalz nimmt zu. Längere Hitzeperioden führen dazu, dass sich Gebäude zunehmend aufheizen und nachts nicht mehr ausreichend abkühlen.

Häufig liegt die Ursache nicht allein in den hohen Außentemperaturen, sondern auch im baulichen Zustand der Gebäude. Hitze macht sichtbar, wo kommunale Liegenschaften an ihre Grenzen stoßen. Strategische Sanierungen können nicht nur im Winter den Kälteschutz sondern auch den sommerlichen Wärmeschutz verbessern und helfen, den gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden. Gleichzeitig werden Energieverbrauch, Betriebskosten und CO₂-Emissionen gesenkt.

Daher unterstützen wir Kommunen sowohl dabei, langfristige Sanierungsstrategien zu entwickeln als auch bei konkreten Maßnahmen zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes. Außerdem beraten wir zu den Festsetzungsmöglichkeiten im Bebauungsplan.

Wenn Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude überhitzen

Die Zahl der Hitzetage in Rheinland-Pfalz nimmt seit Jahren zu. Gleichzeitig steigen die Höchsttemperaturen. Diese lang anhaltenden Hitzeperioden führen dazu, dass sich Gebäude über mehrere Tage oder sogar Wochen hinweg immer weiter aufheizen. Besonders kritisch ist dabei, dass die Raumtemperaturen in vielen Gebäuden auch nachts nicht ausreichend absinken und sich die Wärme im Gebäudeinneren aufstaut.

Viele kommunale Gebäude wurden für diese Belastungen nicht geplant. Während bei Planung und Bau lange Zeit vor allem der Schutz vor winterlicher Kälte im Fokus stand, gewinnt der sommerliche Wärmeschutz heute zunehmend an Bedeutung. Die steigenden Temperaturen machen deutlich, wo Gebäude an ihre Grenzen stoßen.


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Hitze in kommunalen Gebäuden: Herausforderungen im Alltag

Die Herausforderungen zeigen sich in vielen Kommunen bereits im Alltag: Unterricht findet in aufgeheizten Klassenräumen statt, Gruppenräume in Kindertagesstätten erreichen kritische Temperaturen und Verwaltungsmitarbeitende arbeiten in Büros mit deutlich über 27 °C. Entsprechend häufen sich Beschwerden von Nutzerinnen und Nutzern. 

Die Folgen sind bereits deutlich spürbar: Hohe Innenraumtemperaturen beeinträchtigen das Wohlbefinden, die Gesundheit, die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie die psychische Belastbarkeit der Nutzerinnen und Nutzer. Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Menschen oder gesundheitlich vorbelastete Personen. Gleichzeitig gewinnen gesetzliche und arbeitsschutzrechtliche Vorgaben zum Schutz vor Hitze angesichts zunehmender Hitzebelastung an Bedeutung. In der Folge können kommunale Gebäude an besonders heißen Tagen nur noch eingeschränkt oder im Extremfall gar nicht mehr genutzt werden.


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Kommunen tragen Verantwortung

Die zunehmende Hitzebelastung in Gebäuden ist nicht nur eine Frage von Komfort und Gesundheit, sondern auch eine rechtliche und organisatorische Herausforderung für Kommunen. Als Arbeitgeber sind sie verpflichtet, sichere und gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Gleichzeitig müssen kommunale Gebäude langfristig nutzbar bleiben und aktuelle Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz erfüllen.

Kommunen als Arbeitgeber

Für Arbeitsplätze gelten Anforderungen an die Raumtemperatur, die unter anderem im Arbeitsschutzgesetz, der Arbeitsstättenverordnung sowie in der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 „Raumtemperatur“ konkretisiert werden. Werden hohe Temperaturen erreicht, müssen Arbeitgeber geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Belastung der Beschäftigten zu reduzieren.

Anforderungen an kommunale Gebäude

Bei Neubauten und Sanierungen sind Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz zu berücksichtigen. Ziel ist es, Gebäude auch unter künftig steigenden Temperaturen dauerhaft nutzbar zu halten und Überhitzung möglichst zu vermeiden.


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Sommerlicher Wärmeschutz in Liegenschaften

Viele denken bei Hitze zunächst an Kühlung. Wirksamer Hitzeschutz entsteht aber bereits durch:

Ganzheitliche Sanierungsstrategie für den sommerlichen Wärmeschutz

Zur Vermeidung sommerlicher Überhitzung stehen verschiedene Strategien zur Verfügung. Eine wesentliche Maßnahme besteht darin, den Wärmeeintrag durch Sonneneinstrahlung über Verglasungsflächen möglichst gering zu halten, um den Anstieg der Innenraumtemperaturen zu begrenzen. 

Diese solaren Wärmegewinne sind im Winter aus Energiespargründen jedoch gewollt. Daher ist bereits bei der Planung und Sanierung von Gebäuden ein sinnvolles Konzept zwingend erforderlich, um den unterschiedlichen Anforderungen der Jahreszeiten gerecht zu werden. 


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Fördermöglichkeiten nutzen

Für die Umsetzung geeigneter Maßnahmen stehen Kommunen verschiedene Förderprogramme zur Verfügung. Je nach Vorhaben können sowohl bauliche Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz als auch Kältetechnik zur Raumkühlung, Entsiegelung oder Begrünung gefördert werden.

Das Förderteam der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz unterstützt Kommunen dabei, passende Fördermöglichkeiten zu identifizieren und Fördermittel zu akquirieren.
 

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Weiterführende Beratung

Hitzeschutz in kommunalen Liegenschaften ist eng mit den Themen Klimawandelanpassung und natürlicher Klimaschutz verknüpft. Ergänzend zu unserem Beratungsangebot unterstützen weitere Einrichtungen Kommunen in diesen Themenfeldern:

Exkurs: Klimabildung und Hitzeschutz gemeinsam denken

Schulen und andere Bildungseinrichtungen sind von den Auswirkungen zunehmender Hitze besonders betroffen. Der “Runde Tisch Klimabildung Rheinland-Pfalz” unterstützt Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulträger dabei, Klimaschutz und Klimaanpassung – etwa Maßnahmen zum Hitzeschutz – nachhaltig im Schulalltag zu verankern. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wurde Anfang Juni das Thema „Hitzeschutz an Schulen“ behandelt. Im Fokus standen die Auswirkungen von Hitze auf den Schulalltag sowie Maßnahmen der Vorsorge, des akuten Hitzeschutzes und der langfristigen Anpassung. Die Veranstaltungsreihe fördert den Austausch guter Praxisbeispiele und die Vernetzung der beteiligten Akteurinnen und Akteure. 
 

Zur Koordinierungsstelle Klimabildung Rheinland-Pfalz