20.03.2015

Mehr Energieeffizienz in Westpfälzer Handwerksbetrieben - "factor e" für Bäcker startet in Rockenhausen

Bildquelle: Paul-Georg Meister / pixelio.de

 

Am 18. März fand in der Donnersberghalle in Rockenhausen die erste "factor e"-Veranstaltung für Bäcker statt, ausgerichtet von der Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH und der Handwerkskammer der Pfalz. Dabei standen die wirtschaftlichen Aspekte von Energieeffizienz-Maßnahmen in der Produktion und im Verkauf im Vordergrund.

"Den Durchschnittsbetrieb gibt es nicht", führte Fachreferent Ralf-Jürgen Keller von der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk SÜDWEST aus, dennoch sei über alle Betriebsgrößen hinweg ein deutlicher Anstieg der Energiekosten in den letzten 20 Jahren zu verzeichnen. Bei kleinen und mittleren Betrieben sind die Kosten für Strom und Brennstoff mittlerweile so hoch wie die Marge.

Vor allem die Kundenerwartung an die Produktfrische sowie neuere Vertriebskonzepte wie Filialisierung, Ladenbacken und gastronomische Angebote schlagen sich in erhöhten Energiekosten nieder. Nicht zuletzt deshalb, weil dafür die stromintensive Kühlung und Tiefkühlung in der Produktionskette sehr stark ausgeweitet wurde.

Der Energiekostenproblematik lässt sich mit neuer, sparsamerer Technik begegnen, aber um den Preis langer Amortisationszeiträume und die Schwierigkeit, mangels entsprechender Normung die Betriebskosten der neuen Geräte abschätzen und vergleichen zu können.

Und so geraten zur Effizienzsteigerung bzw. Energiekostensenkung zunächst nicht Investitionen in die Produktionstechnik in den Blick, sondern einfache Maßnahmen im täglichen Betrieb: die optimale Auslastung der Öfen, ein Backprogramm, bei dem die Restwärme der Öfen genutzt wird, die optimale Auslastung und Temperierung von Kühlbereichen, regelmäßige Reinigung und Wartung von Aggregaten, bedarfsgerechte Temperaturen im Warmwasserspeicher und Pumpenbetriebszeiten, gedämmte Leitungen, u.s.w.

Ein Kardinalproblem sprach der zweite Fachreferent, Andreas Dilly von der GenFa GmbH an: um die Produktion energetisch sinnvoll optimieren zu können, ist die möglichst genaue Kenntnis der Energieverbräuche und Lastgänge erforderlich. So lassen sich Energieverschwender lokalisieren, mitunter mit einfachsten Mitteln, z. B. mit Zeitschaltungen abstellen, teure Leerläufe und Lastspitzen kappen.

Westpfälzer Bäcker, die das Thema Energieeffizienz gezielt angehen wollen, können im nächsten Schritt von factor e eine Betriebsbegehung und Impulsgespräch vor Ort mit der Energieagentur vereinbaren. Die entsprechenden Modalitäten erläuterte Matthias Schädler, Fachreferent für Unternehmen bei der Energieagentur. Von dieser Möglichkeit haben mehrere Teilnehmer noch während der Veranstaltung Gebrauch gemacht.

Daran kann sich eine geförderte Energieberatung und die Umsetzung von Maßnahmen anschließen, wobei die Energieagentur gerne unterstützt. Auf die entsprechenden Fördermöglichkeiten wiesen Matthias Schädler und Joachim Holzer vom Projektpartner der Energieagentur, der Handwerkskammer der Pfalz in ihren Vorträgen hin.

 

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