18.03.2016

Klimaschutz - Von Paris nach Kusel

Über die Ziele des Weltklimavertrags von Paris und die Bedeutung für Kommunen informierte das Regionalbüro Westpfalz mit einem Vortrag Initiates file download„Klimaschutz - von Paris nach Kusel: Klimaschutz ist wichtig und wird noch wichtiger“ anlässlich einer Informations- und Diskussionsveranstaltung der Kuseler Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

„Was bedeutet aber nun das Pariser Abkommen für den Klimaschutz in Deutschland?“ Diese Frage beantwortet eine aktuelle Greenpeace-Studie. Demnach müssten derzeitige Ziele zeitlich enorm vorverlegt werden: So etwa das Ziel des Anteil  der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion. Das Ziel der Bundesregierung ist es derzeit, den Anteil bis 2050 auf 80% zu erhöhen. Bei einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf 2 Grad wäre ein 100%-Anteil im Jahr 2050, bei einer Begrenzung auf 1,5 Grad wäre ein 100% aus regenerativen Energiequellen erzeugter Strom sogar im Jahr 2030 notwendig. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung wäre sogar bis 2025 und somit 15 Jahre früher zu leisten. 

Diese Ziele können aber nur erreicht werden,  „wenn alle Kräfte mobilisiert werden und wirklich alle Akteure gemeinsam an einem Strang ziehen“, schlussfolgerte Bödeker.

 

Strukturen und Strategien in Rheinland-Pfalz vorhanden, Kommunen entscheidend

Das Land Rheinland-Pfalz ist mit dem zielformulierenden Landesgesetz zur Förderung des Klimaschutzes (2014), dem maßnahmenbeinhaltenden Landes-Klimaschutzkonzept (2015) und der im Jahr 2012 errichteten, umsetzungsorientierten Energieagentur bereits strategisch und strukturell im Klimaschutz aufgestellt.

Hinsichtlich der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen ist die lokale Ebene dabei in besonderem Maße gefragt: Denn in den Kommunen wird aufgrund der räumlichen Konzentration, der komplexen Strukturen und der unterschiedlichen Nutzungen (Wohnen, Produktion, Handwerk, Mobilität, Freizeit) ein großer Teil klimarelevanter Emissionen erzeugt. Kommunales Handeln orientiert sich dabei nicht ausschließlich an gebotenen Erfordernissen, sondern ist vor allem an lokale Rahmenbedingungen gebunden. Sinnvoll ist es daher, Ziele zu formulieren und Maßnahmen zu entwickeln, die auch die realistische Chance bieten, durch kommunales Handeln vor Ort eigenständig oder mit Unterstützung von kompetenten Partnern erreicht zu werden. 

 

Die Energieagentur: Ein starker Partner im kommunalen Klimaschutz

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz setzt seit Jahren Impulse für lokale Klimaschutz-/Energiewende-Aktivitäten in den Kommunen und unterstützt mit dem Ziel, Maßnahmen und Projekte anzustoßen und umzusetzen. Das vom Kreistag Kusel in Auftrag gegebene Klimaschutzkonzept bietet zahlreiche innovative Ansätze, so Bödeker. Er sicherte dem Landkreis Kusel Unterstützung bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzepts zu. Das kommunale Unterstützungsangebot kann dem Initiates file downloadPortfolio entnommen werden.

Neben der Einleitung von Klimaschutz-Prozessen sind zudem Informationen bezüglich bestehender Fördermöglichkeiten enorm wichtig , unterstrich Bödeker. Hierbei hob er insbesondere die Förderung von Klimaschutzinvestitionen und -konzepten im Rahmen der Initiates file downloadKommunalrichtlinie sowie die Opens external link in new windowFörderung von Energieberatungen für Kommunen hervor. 

Einen Überblick über Förderoptionen für Bürgerinnen und Bürger gibt darüber hinaus der Opens external link in new windowFörderkompass der Energieagentur.

 

Das Wichtigste in Kürze

Die Gelingensbedingungen im kommunalen Klimaschutz sind:

1. Umsetzung ambitionierter Ziele des Weltklimavertrags: alle Akteure sind wichtig und werden noch wichtiger

2. Umsetzung vor Ort: Identifikation von Kümmerern vor Ort essenziell

3. Projektmanagement: Ausgestaltung des Klimaschutzmanagements optimieren („Welche  (Teil-)Ziele möchte man erreichen?“)

4. Unterstützung der Energieagentur: lokal maßgeschneiderte, umsetzungsorientierte, realisierbare, nachhaltige Angebote (siehe Portfolio)