11.08.2014

Heizungsoptimierung und Raumwärme im Fokus von Vorreiter-Kommunen in der Region Westpfalz

Laut Erhebungen aller deutschen Schornsteinfeger waren im Jahr 2012 etwa 29% der bundesweit 5,8 Millionen Ölheizungen 21 Jahre alt und älter; 19 % der 9,1 Millionen Gasheizungen waren 21 Jahre alt und älter. „Da sich die Feuerungs- und Heizungstechnik zwischenzeitlich erheblich weiterentwickelt hat, deutet dies auf einen enormen Erneuerungsbedarf hin“, konstatiert der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks in seinem Erhebungsbericht 2012.

Im Donnersbergkreis, in der Stadt und im Landkreis Kaiserslautern wenden die privaten Haushalte in etwa 80% der für das Wohnen insgesamt verbrauchten Energie für das Heizen auf. Der Stromverbrauch für Wohnzwecke spielt demgegenüber nur eine kleine Rolle.

Seit Kurzem machen sich deswegen einige Kommunen in der Westpfalz engagiert auf den Weg, Effizienz-Potenziale im Bereich Raumwärme und Heizungssysteme zu heben.

Bewusstseinsbildung und gezielte Information

Neben der Stadt Kaiserslautern, der Verbandsgemeinde Weilerbach und der Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn wird auch im Donnersbergkreis die Aufmerksamkeit auf die Einsparmöglichkeiten gelenkt, die sich bei der Raumwärme und der „versteckt im Keller schlummernden“ Heizungstechnologie ergeben.

Öffentlichkeitswirksam verlief beispielsweise der zu Beginn des Jahres 2013 von der Stadtverwaltung Kaiserslautern ausgelobte Wettbewerb, bei dem die älteste Heizungspumpe im Stadtgebiet gesucht wurde. Dieser Wettbewerb entfachte eine enorme Breitenwirkung und machte die Bürgerschaft erfolgreich auf das wichtige Thema Heizung und Raumwärme aufmerksam. Informationen finden Sie hier.

Der „Umweg-Ansatz“ für Programme zur Heizungsoptimierung

Obwohl der Ersatz alter Heizkessel gegen neue sowie die Optimierung des bestehenden Heizungssystems im Haus als größte Stellschrauben gelten, haben sich die Verwaltungen der Verbandsgemeinde Weilerbach, des Donnersbergkreises und der Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn entschlossen, die Heizungsmodernisierung sozusagen über einen „kleinen Umweg“ zu fördern.

Dort fokussiert man sich auf den für den optimalen Heizungsbetrieb notwendigen Einsatz einer hocheffizienten, sehr wenig Strom verbrauchenden Heizungspumpe und/oder auf die Durchführung des sogenannten hydraulischen Abgleichs.

Die Idee, die dahinter steckt, ist denkbar einfach: Die Kommune gibt den Bürgern einen kleinen Zuschuss für den Austausch der Heizungspumpe bzw. für den hydraulischen Abgleich. Ist der Heizungsfachmann dadurch erst einmal im Haus, kann er neben dem Heizungspumpentausch und/oder dem hydraulischen Abgleich im gleichen Atemzug hinsichtlich der ganzheitlichen Modernisierung der Heizungsanlage inklusive Kesseltausch beraten. Auf diese Weise kann mit einem vergleichsweise geringen Einsatz von Fördermitteln viel angestoßen und bewegt werden.

Der Einbau von Brennwertkesseln und die Optimierung der Heizungsanlage können auch mit Bundesmitteln über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)gefördert werden. Weitere Informationen zur KfW-Förderung erhalten Sie hier.

Die Förderprogramme der Region

Seit Februar 2014 hat der Donnersbergkreis eine Heizungsoptimierungs-Förderung aufgelegt. Diese richtet sich an alle Einwohner des Landkreises und besteht in der Gewährung eines nicht rückzahlbaren Zuschusses von 50 % (max. 200 Euro) zu den in Rechnung gestellten Ausgaben für den Einbau einer Hocheffizienzpumpe einschließlich voreinstellbaren Thermostatventile nach erfolgtem hydraulischen Abgleich. Die Umsatzsteuer ist nicht zuwendungsfähig. Zur Förderrichtlinie geht es hier.

In der Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn sind im September 2013 die "Förderrichtlinien zur Förderung des Einsatzes hocheffizienter Heizungspumpen und der Durchführung des hydraulischen Abgleichs in der Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn" in Kraft getreten.Zu den Förderrichtlinien geht es hier.

Gemeinsam mit ortsansässigen Fachbetrieben wurde ein Förderprogramm entwickelt, das neben den Förderrichtlinien auch die öffentlichkeitswirksame Ausgabe von kostenlosen Gutscheinen zur Beratung hinsichtlich des Heizungspumpentausches und des hydraulischen Abgleichs umfasst. Auf den Gutscheinen sind alle teilnehmenden Fachbetriebe gelistet.

Die Zuwendung für Bürgerinnen und Bürger der Ortsgemeinde erfolgt in Form eines Förderzuschusses in Höhe von 30 % (max. 250 Euro) der förderfähigen Kosten (= Materialkosten). Eine vorherige Beratung durch einen Fachbetrieb wird für eine Förderung vorausgesetzt. Kostenlose Gutscheine für eine Beratung durch Fachbetriebe sind über die Verwaltung zu beziehen. Da die Ausgaben für Handwerker-Rechnungen ohnehin steuerlich berücksichtigt werden, hat man sich in Enkenbach-Alsenborn für die Bezuschussung der Materialkosten entschieden.

Die seit Mitte 2013 bestehende Förderrichtlinie „MEILENSTEIN Förderprogramm 100% Zero Emission Village“ der Verbandsgemeinde Weilerbach sieht ebenfalls eine Förderung für den hydraulischen Abgleich in Kombination mit dem Einbau einer effizienten Umwälzpumpe in Höhe von 10% (max. 500 Euro) vor. Weitere Informationen zur Förderrichtlinie erhalten Sie hier.

Interessiert an Ihrem eigenen kommunalen Heizungsoptimierungsprogramm?

Das Regionalbüro Westpfalz der Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt Kommunen bei der Programmerstellung.

Das Team des Regionalbüros Westpfalz der Energieagentur Rheinland-Pfalz begrüßt die Aktivitäten der Kommunen: „Es ist aus unserer Sicht enorm wichtig, dass das Thema Wärme für Wohnzwecke stärker in den Fokus gerückt wird. Die Verwaltungen im Donnersbergkreis, der Stadt Kaiserslautern und der Verbandsgemeinde Weilerbach sowie der Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn sind hier die Vorreiter. Eine wichtige Rolle des Regionalbüros sehen wir darin, genau diese bereits bestehenden, sehr zielführenden Ansätze möglichst nach andernorts zu übertragen. Wir wollen das Rad nicht ständig neu erfinden, sondern für gute praktikable Lösungsansätze in interessierten Kommunen werben und diese verfügbar machen.“

Sie sind eine Kommune und möchten ebenfalls ein Förderprogramm und/oder öffentlichkeitswirksame Maßnahmen zur Optimierung der Heizungssysteme aufsetzen?

Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Ideen – angepasst auf Ihre lokalen Bedürfnisse – umzusetzen.

Sprechen Sie uns an: Herr Jan Maurice Bödeker steht Ihnen für Fragen zur Verfügung:

ENERGIEAGENTUR RHEINLAND-PFALZ GMBH
c/o Stadtverwaltung Kaiserslautern, Rathaus Nord, 67657 Kaiserslautern
Tel.: 0631-36 52 852
jan.boedeker(at)energieagentur.rlp(dot)de