13.08.2014

Erneuerbarer Energieträger Brennholz: Auf die Lagerung kommt`s an

Unter den erneuerbaren Energieträgern hat der nachwachsende Rohstoff Holz als fester Brennstoff für die Erzeugung der Wärmeenergie im Sektor Haushalte/Gewerbe-Handel-Dienstleistungen die mit Abstand größte Bedeutung. Dies gilt „natürlich“ auch für die Westpfalz. In einem waldreichen Gebiet wie dieser wird neben Öl und Gas eben auch mit Brennholz Raumwärme erzeugt.

Im Jahr 2011 stammten in Rheinland-Pfalz laut 10. Energiebericht des Landes bereits 5,2 Terrawattstunden (TWh) Wärme aus dieser Quelle.

Optimale Trocknung = wirtschaftliche und klimafreundliche Heizleistung

Eine Voraussetzung für die optimale klimaverträgliche Nutzung des Brennholzes ist, dass Holz mit einer optimalen Restfeuchte bzw. nach optimaler Trocknung verbrannt wird.

Frisch geschlagenes Holz hat einen hohen Wasseranteil – je nach Jahreszeit und Holzart – zwischen 45% und 60%. Nach ca. 1 Jahr Lagerung beträgt der Restfeuchteanteil noch ca. 30-35 %. Holz ist jedoch erst als Brennstoff geeignet, wenn der Restfeuchteanteil unter 20 %, optimal zwischen 12-17 % liegt. Dies entspricht einer Trocknungsdauer von 2 bis 3 Jahren. Erst mit einer geringen Restfeuchte erzielt Holz optimale Heizwerte.
Ein Beispiel: Ein waldfrischer Kubikmeter Fichtenholz (400kg/m³ Darr-Raumgewicht,  60% Wassergehalt) enthält ca. 200 Liter Wasser. Damit die Energie, die im Holz steckt, im Ofen genutzt werden kann, muss jedoch zuerst das Wasser verdampft werden. 200 Liter Wasser, das ist beispielsweise eine große Badewanne voll! Würde man diese Wassermenge verdampfen wollen, welche Holzmenge würde man benötigen, um dies zu erreichen? Zuviel und eben genau die Holzmenge, die unnötig verbrannt wird, wenn zu nasses Holz verfeuert wird. Erst im Anschluss an diesen Vorgang kommt die entwickelte Wärme den (Wohn-)Räumen zugute.

Der überschüssige Wasserdampf in der Brennkammer hat zudem den negativen Effekt, dass noch brennbares Material verdrängt und schneller aus der Brennkammer hinausgeführt wird. Der Wassergehalt verringert aber nicht nur den Heizwert, sondern er senkt als Folge auch die Temperatur in der Brennkammer. Da durch diese Temperaturabsenkung meist die zur vollständigen Verbrennung notwendige Hitze nicht mehr erreicht wird, verbrennen nicht mehr alle Holzbestandteile. Unverbrannte Holzgase verlassen den Schornstein oder schlagen sich als Teer und Ruß an den Abgasklappen und im Schornstein nieder. Energiereiche Holzteile bleiben so unverbrannt. Weitere Energie geht verloren. Durch das Verbrennen von feuchtem Holz sinkt also folglich der Wirkungsgrad der Feuerstätte drastisch ab, der Schadstoffgehalt bei der Verbrennung steigt rapide an und es besteht die Gefahr von Glanzrußansatz im Schornstein, was zu einem Kaminbrand führen kann. Nur mit trockenem Holz, zwei bis drei Jahre draußen an der frischen Luft getrocknet, lässt sich ein wirtschaftlicher und umweltfreundlicher Abbrand und ein optimaler Betrieb der Feuerstätte erzielen.

Tipps zur Brennholz-Trocknung

Damit das Brennholz richtig durchtrocknen kann, sollte es an einem sonnigen und luftigen Platz vor Regen und Schnee geschützt, aufgestapelt werden. Zudem sollte das Brennholz keinen Kontakt zum Erdreich haben, da es sonst aus dem Boden Feuchtigkeit ziehen kann (z.B. durchlüfteter Unterbau, beispielsweise aus zwei Querstangen verwenden). Gespaltenes Holz trocknet besser und zeigt auch ein besseres Brennverhalten. Denn: Das Spalten vergrößert die Oberfläche. Dies bewirkt nicht nur eine schnellere Trocknung, sondern auch eine bessere Vergasung des Holzes in der Brennkammer.

10 Punkte für die richtige Lagerung von Brennholz finden Sie hier.

Darüber hinaus finden Sie weiterführende Informationen zum Heizen mit Holz in den folgenden Broschüren:

Holztrocknung – einfach, praktisch, Westpfalz

Ein praktisches Beispiel aus der Westpfalz zeigt, wie Kommunen sich dem Thema Holztrocknung annehmen: Die untere Bausaufsicht im Dahner Felsenland, ansässig bei der Verbandsgemeinde Dahn, führt derzeit eine Sammelbestellung von Trapezblechen zur Holzstapelabdeckung durch. Mit dieser Aktion rückt einerseits das Thema Holztrocknung in den Fokus. Andererseits verringern sich mit jedem Interessenten die Beschaffungskosten. Und: Durch ein Dach wird eine trockene Lagerung des Brennholzes gewährleistet. Na dann: Gut Holz!