07.01.2015

And the winner is: Gemeindewerke Enkenbach-Alsenborn als „KlimaStadtWerk des Monats“ ausgezeichnet

(c) Gemeindewerke Enkenbach-Alsenborn

Als eines von bundesweit insgesamt nur sechs Stadt- und Gemeindewerken wurden die Gemeindewerke Enkenbach-Alsenborn für das innovative Leuchtturmvorhaben „Virtuelles Kraftwerk in der Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn“ von der Deutschen Umwelthilfe e.V. als „KlimaStadtWerk“ prämiert. 

Bereits in den vergangenen Jahren haben die Gemeindewerke Enkenbach-Alsenborn einen verstärkten Fokus auf die regenerative Erzeugung von Energie gelegt. Durch den Betrieb des Biomasseheizkraftwerks sowie des eigenen Photovoltaikfreiflächenparks und kleineren Photovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen Liegenschaften werden jährlich über 20 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Der Strombedarf eigener Kunden kann bilanziell so bereits heute zu 100% durch regenerativ erzeugten Strom gedeckt werden. 

Mit dem Leuchtturmvorhaben „Virtuelles Kraftwerk“ sollen die bereits bestehenden (aber auch neu hinzukommende) Erzeugungsanlagen mithilfe einer Software zu einem „Virtuellen Kraftwerk“ zusammengeschaltet werden. Mit dieser Software wird in Zukunft eine Orientierung der Stromproduktion an tatsächlichen Lastgängen im eigenen Stromnetz möglich. Strom aus Erneuerbaren Energien wird dann produziert, wenn besonders viel Bedarf im Netz besteht. Bei weniger Nachfrage kann beispielsweise der überschüssig produzierte Strom zwischengespeichert werden.

Die Suche nach einer geeigneten Speichermöglichkeit ist hier ein zentraler Aspekt. Mit der Machbarkeitsstudie „Elektrochemische Speicherung“ sollen Möglichkeiten zur technischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit der Implementierung eines Batteriespeichers in das energiewirtschaftliche System der Ortsgemeinde geprüft werden.

Weitere Machbarkeitsstudien zum Thema Elektromobilität und BHKW-Contracting, welche im Laufe des ersten Quartals 2015 erstellt werden, stehen ebenfalls vor dem Hintergrund dieses innovativen und spannenden Themenfeldes der Stromvermarktung. So können beispielsweise Elektrofahrzeuge als Zwischenspeicher dienen und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in das System des Virtuellen Kraftwerks integriert werden.

Mit der Einführung des Virtuellen Kraftwerks soll Strom aus Erneuerbaren Energien bedarfsgerecht und erzeugungsnah bereitgestellt werden. Es muss also weniger Strom in die vorgelagerte Netzebene abtransportiert werden. So verringern sich Netzverluste, die durch den Transport über lange Strecken entstehen. Zudem steigert sich durch das Virtuelle Kraftwerk die kohlendioxidarme Stromerzeugung und Treibhausgase werden minimiert.

Die Gemeindewerke Enkenbach-Alsenborn denken bereits heute über die reine Erzeugung des Stromes aus Erneuerbaren Energien hinaus. Durch die enge Kooperation der Gemeindewerke mit dem gemeindeeigenen Projekt „Masterplan 100% Klimaschutz“ entsteht so ein innovatives Handlungsfeld mit einem starken Fokus auf zukünftige Versorgungsstrukturen und der Daseinsvorsorge. 

Klimaschutzmanagerin Lisa Rothe und Anita Frank, stellvertretende Leiterin der Gemeindewerke, sind sich einig: Die Zusammenarbeit der Gemeindewerke mit dem Klimaschutzprojekt führt zu Synergien und innovativen Umsetzungsstrategien, die für eine kleine Kommune wie Enkenbach-Alsenborn einzigartig sind. 

„Die Vermarktung des Stromes aus Erneuerbaren Energien soll vor allem unseren Bürgern zugutekommen. Vor dem Hintergrund langfristig knapper werdender fossiler Rohstoffe und steigenden Energiekosten ist die Energieversorgung aus regenerativen Energiequellen eine zentrale Säule einer zukunftsfähigen Entwicklung der Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn. In einigen Jahren kann Enkenbach-Alsenborn mit dem Projekt „Virtuelles Kraftwerk“ womöglich Vorbild sein für andere Kommunen mit ähnlicher Größe und Struktur“, führt Lisa Rothe hierzu aus. Dass der Grundstein für eine innovative Klimaschutzstrategie gelegt ist, bestätigt die Auszeichnung als „KlimaStadtWerk des Monats“ noch einmal.

Der DUH-Wettbewerb „KlimaStadtWerk des Monats“ wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Insgesamt 38 kommunale Energieversorger aus elf Bundesländern haben ihre Klimaschutzprojekte eingereicht. Mit der Auszeichnung der Gemeindewerke Enkenbach-Alsenborn wurde das letzte von insgesamt sechs „KlimaStadtWerken“ des Monats ausgezeichnet. Der Wettbewerb endet mit dieser abschließenden Prämierung. Kooperationspartner des Wettbewerbs sind der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU), der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte-und Gemeindebund. Weitere Informationen zur Auszeichnung erhalten Sie unter www.klima-stadtwerk.de.