19.12.2017

Zur Nachahmung empfohlen – Altbau saniert und H.ausgezeichnet

Landrat Clemens Körner (Rhein-Pfalz-Kreis) und Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, überreichen Ehepaar Knecht die Klimaschutzplakette H.ausgezeichnet

Familie Knecht aus Waldsee ist "H.ausgezeichnet". Die Energieagentur Rheinland-Pfalz verlieh Christine und Stefan Knecht am 12. Dezember 2017 die Klimaschutzplakette für besonders gelungene Beispiele für energiesparendes Bauen und Sanieren im Land. Sie haben ihr Haus aus dem Jahr 1954 umfassend saniert, so dass es jetzt dem „KfW Effizienzstandard 70“ entspricht.

KfW Effizienzhäuser 70 werden so bezeichnet, weil sie höchstens 70 Prozent der Primärenergie benötigen, die nach den Baustandards der Energieeinsparverordnung (EnEV) Neubauten höchstens verbrauchen dürfen („KfW Effizienzhaus 100“). Das KfW 70-Haus ist demnach noch energieeffizienter als das KfW-100 Haus. Bezugsgröße ist der Energiebedarf eines Gebäudes pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche.

Während der Primärenergiebedarf im Haus der Knechts vor der Sanierung bei jährlich 355 Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/qm) lag, liegt er nach der umfassenden Sanierung noch bei  57 (kWh/qm). Möglich wurde dies durch diverse Dämm-Maßnahmen, den Austausch der Fenster, den Einbau einer modernen Gasbrennwerttherme, die mit einer solarthermischen Anlage gekoppelt ist. Die Solaranlage nutzt die Sonnenkraft zur Warmwasseraufbereitung und unterstützt gleichzeitig das Heizungssystem.

„Wir zeichnen Sie mit der Klimaschutzplakette – einer grünen Hausnummer – aus, weil Sie mit gutem Beispiel für Energieeffizienzmaßnahmen in Einfamilienhäusern vorangehen“, so Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz bei der Preisübergabe. „Ihr Haus ist jetzt bis mindestens 2050 zukunftsfähig.“

„Entscheidung für Sanierung statt Abriss“

Vor Beginn der Sanierung im Jahr 2011 hatte zunächst auch die Frage im Raum gestanden, ob man das Haus – ehemals das Haus der Großeltern von Christine Knecht – nicht abreißen und neu bauen solle. „Die Entscheidung fiel dann für den Komplett-Umbau“, so Stefan Knecht. Die Vorderseite habe man komplett versetzt und neu aufgebaut, auch, um mehr Raum zu schaffen, so dass sich das Äußere des Hauses erheblich verändert hat. „Für uns stand bei den Sanierungen auch der Umweltgedanke ganz vorne. Unser Energieberater hat uns dann versichert, dass wir das Maximale, was man aus so einem Altbau herausholen kann, gemacht haben.“

Wann sie damit rechneten, dass sich die Investitionen amortisieren, konnte Ehepaar Knecht so nicht beantworten. „Das haben wir nicht berechnet.“ „Sanierungsmaßnahmen bringen immer sehr viele Vorteile über den rein finanziellen Aspekt hinaus“, so Thomas Pensel. Der Einbau einer Lüftungsanlage mit Filter bewirke über die reine Belüftung hinaus etwa, dass keine Pollen beim Lüften ins Haus kommen.

„Damit wir den Energieverbrauch deutlich senken können und den Klimaschutzzielen ein Stück näher kommen, ist es unbedingt erforderlich, dass mehr ältere Häuser saniert werden“, so Thomas Pensel.

Klimaschutzplakette H.ausgezeichnet

Seit 2016 Jahr vergibt die Energieagentur Rheinland-Pfalz die Auszeichnung "H.ausgezeichnet" für energiesparendes Bauen und Sanieren. Ein Hauptanliegen dieser Auszeichnung ist es, die vielfältigen Möglichkeiten energetischen Bauens und auch Sanierens sichtbar zu machen und das Engagement der Gebäudeeigentümer zu würdigen. Jedes Wohn- und Nichtwohngebäude in Rheinland-Pfalz, welches als Neubau mindestens die Anforderungen eines KfW-Effizienzhauses 55 erfüllt bzw. als Sanierung einem KfW-Effizienzhaus 70 entspricht, kann mit H.ausgezeichnet ausgezeichnet werden. Auch Passivhäuser erhalten die Auszeichnung.