31.05.2016

"Smartflower" bringt mehr Leistung

 

 

Stadtwerke Speyer nehmen erste "Smartflower" in Rheinland-Pfalz in Betrieb

 

Einweihung

 

Am 19. Mai wurde die erste „smartflower“ auf dem Betriebsgelände in der Georg-Peter-Süß-Straße in Betrieb genommen. Die Errungenschaft trägt ihren Namen zu Recht, denn sobald die Sonne aufgeht, entfalten sich mehrere Solarmodulflächen wie eine Blume. Rund 15.000 Euro haben die SWS in die Erfindung aus Österreich investiert. 40 Prozent mehr Leistung als Dachkollektoren soll sie bringen.

Lothar Blank, Sales-Manager der Firma „smartflower“ - ein junges Unternehmen, das vor fünf Jahren auf den Markt kam - ist vor acht Jahren nach Italien ausgewandert, dem Vorsprung bei den Erneuerbaren Energien wegen. Speyer ist jedoch seine Heimatstadt, weswegen Blank sich besonders freute, die innovative „smartflower“ dort als erstes präsentieren zu können. „Die Solarblume geht mit der Sonne auf und mit ihr wieder unter“, machte Blank die Leistungsfähigkeit klar, die einer vier kW-Dachanlage entspricht. Durchschnittlich 3500 Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr liefert die „Blume“ laut Blank. „Das entspricht der Strommenge eines Einfamilienhauses“, ergänzte Oberbürgermeister Hansjörg Eger, der die Anlage als kleinen – aber feinen – Baustein zur Erreichung der Klimaziele in Speyer bezeichnete.

Spannend ist die Steuerung der Solarblume: Die erfolgt astronomisch und ist in zwei Achsen beweglich. Haben sich die einzelnen „Solarblüten“ entfaltet, folgt der Fächer automatisch der Sonne und stellt sich in einem 90-Grad-Winkel zu ihr auf. Um die Blume vor Schäden bei Wind zu schützen, überwachen Sensoren die Luftbewegungen. Ab 63 Stundenkilometern oder mehr klappt sie sich ein.

SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring sieht die „smartflower“ als überschaubare Investition, um Erfahrungen mit einer neuen Technologie zu sammeln. Über kurz oder lang soll diese dann Kunden als weiteres Produkt auf dem Wege der Förderung von Erneuerbaren Energien angeboten werden. Über unsichere Zeiten bezüglich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sprach Bühring im Zusammenhang mit derzeit laufenden Verhandlungen im Bundestag. Über starke Einschränkungen der Förderung wird nachgedacht. Eine endgültige Entscheidung soll Ende Mai folgen. „Das Land Rheinland-Pfalz hat bereits signalisiert, die erneuerbaren Energien weiterhin in bekanntem Maße zu fördern“, sagte Bühring. Während das Bestreben der Errichtung eines großen Windparks durch die SWS aktuell ruht, konnte die Solarblume problemlos angebracht werden. „Da sie keine Dachanlage ist, profitiert sie nicht vom EEG“, erklärte Bühring. Der erzeugte Strom soll zum einen in die Ladestation für Elektromobile sowie in das Betriebsgebäudenetz eingespeist werden. Generell ist der Geschäftsführer von der Symbolträchtigkeit der Anlage überzeugt: „Was der Stern für Mercedes Benz ist, ist die „smartflower“ für die Stadtwerke.“