15.11.2017

Hochspeyer macht sich klimafit

Über die letzten Jahre wurden mit enger Unterstützung durch das Regionalbüro Westpfalz der Energieagentur Rheinland-Pfalz bereits zahlreiche Aktivitäten in der Ortsgemeinde Hochspeyer konzeptioniert, initiiert und ausgeführt. Dies hat geholfen, die ehrenamtlichen Aktivitäten zu fokussieren und zu steuern.

Als kleine, finanziell schwache Ortsgemeinde hat Hochspeyer weder die personellen noch die finanziellen Mittel, der Zukunftsaufgabe Klimaschutz angemessen gerecht zu werden. Um diese Lücke zumindest teilweise zu schließen, hat die Ortsgemeinde Hochspeyer einen ehrenamtlichen Klimaschutzmanager ernannt, der den Klimaschutz vorantreibt so gut dies im Ehrenamt möglich ist.

Der weitere Ausbau dieses Klimaschutzengagements „von Bürgern für Bürger“ stößt nun an seine Grenzen. Für die weitere Erfassung und Realisierung von Potentialen in den Bereichen Einsparung, Effizienz und erneuerbare Energien werden nicht nur finanzielle Mittel für Sachkosten und Dienstleistungen benötig, sondern auch die Mittel für ein integriertes Konzept mit Datenerfassung und -analyse und interdisziplinärer, integrierter Sicht auf Problemfelder und Potentiale. 

Aufgrund der Finanzlage der Ortsgemeinde sind diese Ausgaben nicht aus dem normalen Haushalt zu leisten, auch nicht die Eigenanteile an einem „normalen“ Klimaschutzkonzept und -manager. Die Möglichkeit, die Förderung von Quartierskonzepten und Sanierungsmanager nach KfW 432 mit Landesmitteln aufzustocken, ist eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung des Klimaschutzes in der Ortsgemeinde.

Die Definition des „Durchgangsquartiers Hochspeyer“ orientiert sich sowohl an Problemlagen als auch an bereits erkannten aber unzureichend analysierten Potentialen:

  • Herabstufung eines Teils der Hauptstraße von Bundesstraße zu Gemeindestraße nach Bau der Umgehungsstraße (Problemfelder ergeben sich in den Bereichen Verkehr, Parken, Fahrradweg, Fußgänger, Wohnqualität, Geschäftsleben)
  • überwiegend unsanierte und teilweise verfallende Häuser, und eine die Entwicklung einschränkende räumliche Enge durch alte Bebauung entlang der Durchgangsstraßen
  • fehlende Entwicklung einer Freifläche zwischen Hauptstraße und Waldstraße (Verdachtsfläche)
  • schwierige Verkehrsanbindung des Neubaugebietes Rotental
  • zusätzlicher Park & Ride Parkplatz am Bahnhof
  • möglicher Nahwärmeverbund entlang der Trippstadter Straße mit Jugendherberge – Kita Schelmenhaus – Mehrfamilienhaus am Brunnenpfad 1 – Schule / Kita – Rathaus , eventuell weiter entlang der Hauptstraße
  • alternativ: Potential für ein mobiles BHKW an Schwimmbad (Sommer) und Schule (Winter)

Das resultierende Quartier umfasst die Durchgangsstraßen (Hauptstraße und Trippstadter Straße B48) sowie ein bis zwei Straßen parallel hierzu. Letzteres erlaubt einerseits die Entwicklung integrierter Lösungen im Bereich Mobilität (z.B. integriertes Konzept für Hauptstraße und Bahnpfad) mit Konzepten zu den bekannten Problemen entlang der Durchgangsstraßen, und erfasst andererseits eine guten Teil der älteren Bebauung. Die Abgrenzung des Quartiers erlaubt somit eine breite Ansprache der Eigentümer älterer Gebäude. Die neueren Wohngebiete (nach 1985) wurden bewusst ausgespart, um ausreichend Fokus zu gewährleisten. 

Für dieses Quartier soll ein Quartierskonzept nach KfW 432 aufgestellt werden. Ein Klimaschutzmanager soll ebenfalls beantragt werden. Die Antragstellung hierzu wurde im November 2017 im Ortsgemeinderat beschlossen.