15.11.2017

Elektromobilität in der Pfalz wird zur Realität

Aufgrund des im Dezember 2016 erfolgten Aufrufs der Lotsenstelle für alternative Antriebe der Energieagentur Rheinland-Pfalz zur Beantragung von Ladeinfrastruktur und Elektro-Fahrzeugen im Rahmen der Elektromobilitätsrichtlinie des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) fanden sich mit Unterstützung der Kooperationspartner Pfalzenergie, Verbandsgemeinde Grünstadt-Land und dem Landkreis Südwestpfalz pfalzweit 14 Kommunen und Stadt-/Gemeindewerke, die einen gemeinsamen Antrag gestellt haben.

Zur Vorbereitung auf eine nach der Bewilligung der Anträge anstehende Beschaffung bot die Lotsenstelle Energieagentur zwei Veranstaltungen im März und Juni 2017 an, die einen breiten und aktuellen Überblick über die am Markt erhältlichen Produkte und Dienstleistungen präsentierten. Neben Herstellern stellten sich auch Dienstleister vor, die den Betrieb (Strombeschaffung, Abrechnung, Wartung und Anbindung an Roaming-Netzwerke) von Ladesäulen übernehmen.

Die gestellten Förderanträge wurden im August 2017 durch das BMVI bewilligt, so dass nun die Ausschreibungen anstanden. Auch hier moderiert die Lotsenstelle für alternative Antriebe der Energieagentur den Prozess. Ziel ist es, durch möglichst gemeinsame Vorgehensweisen den einzelnen Kommunen und kommunalen Energieversorgern den Ausschreibungsprozess zu erleichtern,  Synergien zwischen den Kommunen herzustellen und finanzielle Vorteile durch Rabattierungen bei der Beschaffung zu erzielen.

In vier Workshops wurden im Oktober und November 2017 die Themen Anschaffung von Ladesäulen und Elektro-PKW sowie Betrieb und Wartung/ Service der Ladeinfrastruktur angegangen.

Zahlreiche Teilnehmer diskutierten intensiv über Technologievarianten und deren Vor- und Nachteile. Einigkeit bestand darin, durch Bündelausschreibungen einerseits Kostenvorteile zu erzielen, andererseits eine möglichst kohärente Ladeinfrastruktur zu etablieren, die es ermöglicht, mit einem Zugangssystem so viele Ladesäulen wie möglich anzufahren (regionales und überregionales Roaming).

In diesen Workshops wurden auch Inhalte für Leistungsverzeichnisse erarbeitet. Zwei Entwürfe von Leistungsverzeichnissen in den Bereichen Elektrofahrzeuge und Ladesäuleninfrastruktur liegen derzeit vor. In zwei separaten Folgeterminen zu Beginn des Jahres 2018 werden diese von Arbeitsgruppen finalisiert. Hierbei unterstützt die Lotsenstelle der Energieagentur. Ausschreibungen könnten somit Anfang bis Mitte des Jahres 2018 erfolgen, so dass in nicht allzu weiter Zukunft Elektromobilität in der Pfalz sprichwörtlich „erfahrbar“ werden wird.