05.12.2016

Unternehmerfrühstück in Herdorf: Wie sich Unternehmen kostengünstig mit Energie selbst versorgen

Dr. Ralf Engelmann, Peter Müller (beide Energieagentur Rheinland-Pfalz), Rüdiger Elben (AKL-tec GmbH), Peter Bohl (Peter Bohl GmbH & Co. KG), Stefan Glässner (Klimaschutzmanager des Landkreises Altenkirchen und seiner Verbandsgemeinden), Konrad Schwan (1. Kreisbeigeordneter des Landkreises Altenkirchen)

 

Energie – einkaufen oder selber machen? Diese Frage beschäftigte die über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Unternehmerfrühstücks. Unter dem Titel „Versorge sich wer kann! Auf dem Weg zum energieautarken Unternehmen“ hatten die Wirtschaftsförderung des Kreises Altenkirchen, die Klimaschutzinitiative des Landkreises Altenkirchen und seiner Verbandsgemeinden und das Regionalbüro Westerwald der Energieagentur Rheinland-Pfalz am Dienstag zur Firma Peter Bohl nach Herdorf eingeladen.

Die Eigenversorgung mit Strom und Wärme in Betrieben lohnt sich – so die zentrale Botschaft der Referenten. Verbesserungen im Bereich der Energieeffizienz können zudem die Produktionskosten nachhaltig senken und einen Wettbewerbsvorteil für die Unternehmen darstellen. Gleichzeitig werden Umwelt und Klima entlastet. Wie die Strom- und Wärmewende im eigenen Unternehmen aussehen kann, zeigt das Praxisbeispiel der Firma AKL-tec: Energieeffiziente Gebäude in Kombination mit regenerativen Energieerzeugungsanlagen, in diesem Fall einer Photovoltaikanlage und einer Wärmepumpe. „Wir würden es immer wieder machen, gar keine Frage“, so Geschäftsführer Rüdiger Elben. Neben energetischer und wirtschaftlicher Vorteile profitiert das Unternehmen auch von einem Imagegewinn, der aus den ergriffenen Maßnahmen resultiert. Die Kundennachfrage nach Umweltstandards sei hoch, Tendenz steigend. Das Unternehmen war bei der energetischen Modernisierung durch die Firma Peter Bohl begleitet worden. Bei einem Rundgang durch das Firmengebäude des Gastgebers bot sich den Teilnehmenden die Gelegenheit, selbst eine Reihe von Beispielen effizienter Technik zu besichtigen, von der Hackschnitzelheizung bis zum Solarcarport für den Firmenwagen. Die Anwesenden hatten auch die Möglichkeit ein Elektro-Auto zu testen.

Der Erste Kreisbeigeordnete Konrad Schwan stellte heraus, dass Energieautarkie nicht von heute auf morgen erreicht werden könne, Ziel sei es vielmehr, „den innerbetrieblichen Weg einzuschlagen oder zu beschleunigen“. Förderprogramme des Bundes und des Landes können bei der Umstellung helfen. Über aktuelle Fördermöglichkeiten in den Bereichen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien informierte Peter Müller von der Energieagentur in seinem Vortrag. Welche Potenziale sich für Unternehmen im Bereich der Photovoltaik heute bieten, verdeutlichte sein Kollege Dr. Ralf Engelmann: „Steigende Strombezugspreise und sinkende Anschaffungs- bzw. Betriebskosten für Photovoltaikanlagen haben den Solarstrom in den vergangenen Jahren finanziell attraktiv gemacht. Aufgrund der gefallenen Einspeisevergütung für Solarstrom rentiert sich eine Anlage heute insbesondere dann, wenn der Eigenverbrauch des selbstproduzierten Stroms relativ hoch ist.“

Stefan Glässner, Klimaschutzmanager des Kreises und Moderator des Unternehmerfrühstücks, war erfreut über das rege Interesse an der Veranstaltung. Sein Fazit: „Die gute Resonanz zeigt, es gibt viele Unternehmen, die sich mit der eigenen Strom- und Wärmewende beschäftigen und es werden immer mehr. Das senkt auf Dauer die Energiekosten der Betriebe und hilft dem Klimaschutz.“

Die Vorträge zum Download:

Initiates file downloadFörderprogramme von Bund und Land nutzen – Wie sich die Energiekosten in Unternehmen reduzieren lassen. Peter Müller, Energieagentur Rheinland-Pfalz

Initiates file downloadWarum es sich für Unternehmen lohnt, den Strom mithilfe von Photovoltaik selbst zu erzeugen. Dr. Ralf Enegelmann, Rheinland-Pfalz