07.07.2016

Mikroorganismen helfen beim Energiesparen

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Durch den Einsatz von Bakterien soll der Energiebedarf für Klärschlammaufbereitung künftig deutlich reduziert werden. Im Klärwerk Muhlau im Landkreis Altenkirchen geht das neue Verfahren Ende August in den Testbetrieb.

Die neue Technik setzt bei der Klärung stark stickstoffhaltigen Wassers an, welches in Kläranlagen nach der Abscheidung der Feststoffe aus dem Klärschlamm anfällt. Für diesen Schritt wird in konventionellen Verfahren relativ viel Energie benötigt. Dies soll sich nun ändern. Der Einsatz von Bakterien der Ordnung Planktomycetales ermöglicht es, den Energieaufwand für die Deammonifikation deutlich zu senken.

Als erste Anlage in Rheinland-Pfalz wird das Klärwerk Muhlau des Abwasserzweckverbands Betzdorf-Kirchen-Daade das neue Klärungsverfahren einsetzen. Der Start des Testbetriebs ist für Ende August geplant. Für die Umrüstung – den Bau eines neuen Beckens und die Einrichtung der Steuerungstechnik – investiert der Abwasserzweckverband rund 1 Mio. Euro. Verbandsvorsteher Bernd Brato ist zuversichtlich, dass sich die Kosten „in sehr annehmbarer Zeit“ amortisieren. Denn die Mikroorganismen leisten ganze Arbeit. Rund 45.000 Kilowattstunden Strom sollen durch das neue Verfahren jährlich weniger verbraucht werden. Der Abwasserzweckverband rechnet mit Betriebskosteneinsparungen von ca. 30.000 Euro pro Jahr – ein Effekt, der sich künftig auch positiv auf die Abwasser-Gebühren auswirken wird.  Besondere Potenziale bietet das neue Verfahren auch für den Klimaschutz: 250 Tonnen CO2 können durch die Energieeinsparungen jährlich vermieden werden.

 

Die Informationen dieser Meldung basieren auf: Siegener Zeitung, 19.4.2016.