03.07.2014

Ein Elektroauto für Bürger und soziale Einrichtungen

Die gemeinsame Klimaschutzinitiative des Landkreises Altenkirchen und der Verbandsgemeinden des Kreises unterstützt die Nutzung der Elektromobilität vor Ort. Ab Juli können der Caritasverband Altenkirchen e.V., das Mehrgenerationenhaus "Mittendrin" und die Tagespflege "Die Buche" in Altenkirchen ein Elektroauto für ihre Fahrten verwenden. Das Projekt E-WALD macht es für interessierte Bürgerinnen und Bürger zudem möglich, das Fahrzeug außerhalb der Geschäftszeiten der drei Einrichtungen  (nach 17 Uhr und an Wochenenden) über ein Carsharing-System als Bürgerelektroauto zu mieten. Der Standort des Fahrzeugs samt Ladestation befindet sich auf dem Parkplatz Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen.

Die Klimaschutzinitiative wurde durch das Regionalbüro Westerwald der Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH auf das Projekt aufmerksam. Das Regionalbüro mit Sitz in Altenkirchen nutzt seit einigen Monaten ein Elektroauto für seine Dienstfahrten. Auch dieses Fahrzeug steht den Bürgerinnen und Bürgern für das Carsharing zur Verfügung. Bürgermeister Heijo Höfer begrüßt das neue Mobilitätsangebot: "Das Elektroauto stellt für die Bürgerinnen und Bürger eine weitere Möglichkeit dar, sich nachhaltig fortzubewegen. Es kann die Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs ergänzen und so – gerade im ländlichen Raum – mehr Flexibilität bieten. Wir freuen uns sehr, dass wir im Rahmen der Klimaschutzinitiative den beteiligten Sozialeinrichtungen sowie den Bürgerinnen und Bürgern in Altenkirchen das Elektroauto zur Nutzung anbieten können."

Um am Elektro-Carsharing teilzunehmen, ist eine einmalige Registrierung auf der Website von E-WALD (www.e-wald.eu/altenkirchen) notwendig. In einer Bestätigungs-E-Mail erhält man den Carsharing-Vertrag. Mit ausgedrucktem Vertrag, Führerschein und Personalausweis kann man im Regionalladen Unikum (www.unikum-regionalladen.de) in Altenkirchen seine persönliche Mitgliedskarte abholen, die als elektronischer Türöffner für die Autos dient. Für alle folgenden Fahrten kann das Bürgerelektroauto schnell und einfach im Internet gebucht werden. Die Mietgebühr beträgt 5,99 Euro pro Stunde, der ganze Tag 35 Euro.

"Für eine erfolgreiche Energiewende ist die Mobilitätswende unabdingbar. Wenn wir unsere Klimaschutzziele erreichen und gleichzeitig unsere Mobilität nicht einschränken möchten, dann brauchen wir die E-Mobilität. Daher ist es wichtig, die Menschen jetzt für das Thema zu sensibilisieren und Elektromobilität für sie erfahrbar zu machen", so Landrat Michael Lieber, der aus seiner Begeisterung für die E-Mobilität kein Geheimnis macht und Dienstfahrten gerne mit dem elektrischen BMW i3 der Kreisverwaltung erledigt.

Es gibt viele Gründe, weshalb Elektromobilität heute einen so wichtigen Stellenwert in der politischen und technischen Diskussion einnimmt:  Elektroautos sind besser an die Umwelt angepasst, sie fahren schadstofffrei und leise. Durch den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, v.a. Windkraft und Photovoltaik, ergeben sich deutliche Vorteile gegenüber Autos mit klassischen Benzin- und Dieselmotoren, wenn die CO2-Emmissionen ganzheitlich betrachtet werden. Auch die Verbrauchskosten fallen deutlich geringer aus als bei Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. So wird für eine Fahrstrecke von 100 km rund 2,50 Euro Strom getankt.

Das Verbundforschungsprojekt E-WALD ist überzeugt, dass Elektromobilität eine sinnvolle und zukunftsorientierte Alternative auch im ländlichen Raum bietet. E-WALD konnte bereits erste positive Erfahrungen mit Elektromobilität und Carsharing im Bayerischen Wald sammeln und möchte diese in den Westerwald transportieren. Ein wichtiger Punkt ist dabei der sukzessive Ausbau der Anzahl der Ladestationen – Stromtankstellen – für Elektroautos in der Region.