23.09.2016

Batteriespeicher für zu Hause erfreuen sich immer größerer Beliebtheit

Grafik: Klimaschutzinitiative Altenkirchen/Fotolia

Spätestens seit der im Mai 2015 erfolgten Ankündigung des kalifornischen Elektroauto-Pioniers Tesla, ins Geschäft mit stationären Batteriespeichern einzusteigen, herrscht auf dem Stromspeichermarkt große Euphorie. Immer mehr Anbieter steigen ins Geschäft mit den Heimspeichern ein, technologische Verbesserungen und deutlich gesunkenen Preisen kurbeln den Markt ebenso an wie die Speicherförderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die bis Ende 2018 verlängert wurde. Mittlerweile wird fast jede zweite neu installierte Photovoltaikanlage unter 10 kW Leistung mit einem entsprechenden Stromspeicher ausgestattet. Die gemeinsame Klimaschutzinitiative des Landkreises Altenkirchen und seiner Verbandsgemeinden möchte die substantiellen Verbesserungen auf dem Batteriespeichermarkt nutzen und mit der „Stromspeicherkampagne“ für die vermehrte Kopplung von Photovoltaik und Stromspeicher in den eigenen vier Wänden werben. Im Rahmen der Kampagne können Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Altenkirchen neben der Bundesförderung einen kreiseigenen Stromspeicherbonus zwischen dem 15. September und dem 31. Dezember beantragen. Zusätzlich bietet der Maßnahmenpartner Innogy SE auf ihren Batteriespeicher „storage flex“ im Zuge der Kampagne einen 500 Euro Rabatt an.  

Solarstromspeicher erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. In deutschen Haushalten sind bereits über 35.000 PV-Batteriespeicher installiert. Bislang ist die größte Motivation für einen Speicherkauf noch der Wunsch, einen eigenen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten zu wollen. Doch die langfristige Absicherung gegenüber steigenden Strompreisen bekommt eine immer größere Bedeutung. Die eigene Photovoltaikanlage und der Heimspeicher sind ein starkes Tandem, um einen hohen Autarkiegrad bei der Stromversorgung zu erlangen. Diese Entwicklung wurde durch den drastischen Preisverfall der Photovoltaikmodule in den letzten Jahren erst ermöglicht. Seitdem die Solarstromförderung deutlich unter den Strombezugspreis gefallen ist, ist das primäre Ziel der Anlagenbetreiber nicht mehr, die maximale Menge an Solarstrom zu produzieren, sondern möglichst viel davon selber zu verbrauchen. „Grundsätzlich kann man sagen, je höher der Eigenverbrauch, desto besser die Rendite der Anlage“ so Stefan Glässner, Klimaschutzmanager des Kreises. Mit einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach lassen sich unter optimalen Voraussetzungen bis zu 30 Prozent Eigenstromversorgung realisieren. Denn nicht immer, wenn Strom benötigt wird, scheint auch die Sonne - und umgekehrt. Eine Lösung für dieses Dilemma bieten Stromspeicher, die eine spätere Eigennutzung ermöglichen. Die Eigenstromnutzung kann so bis auf 70 Prozent angehoben werden. Eine komplette Versorgung wäre bei ausreichender Dimensionierung von Photovoltaikanlage und Batteriespeicher theoretisch auch möglich, ist aber aus wirtschaftlicher Sicht nicht ratsam. Für einen optimalen Ertrag sollte die Speichergröße von einem Fachmann auf die PV-Leistung und auf den Strombedarf abgestimmt werden.  

Die Kopplung von Photovoltaik und Stromspeicher in Privathäusern hat aber auch positive volkswirtschaftliche Effekte. Die Stromspitzen, die durch Photovoltaikanlagen in den Mittagsstunden abgegeben werden, werden durch den vermehrten Einsatz von Stromspeicher nachweislich geglättet. Das entlastet die Netze und erhöht das Photovoltaikausbaupotenzial. Außerdem können Stromspeicher Regelleistung anbieten und Schwankungen in den Stromnetzen ausgleichen. Die Netzdienlichkeit von Batteriespeichern in Verbindung mit Photovoltaikanlagen gilt als unumstritten. Mit weiter steigendem Anteil an erneuerbaren Energien werden Solarstromspeicher daher zur unverzichtbaren Größe für den Erfolg der voranschreitenden Energiewende. Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im März dieses Jahres die seit 2013 bestehende Förderung von stationären Batteriespeichern bis Ende 2018 verlängert. Bürger, Unternehmen und gemeinnützige Einrichtungen können durch das KfW-Programm 275 Erneuerbare Energie „Speicher“ neben einem zinsgünstigen Kredit von einem Tilgungszuschuss in Höhe von zurzeit 22 Prozent profitieren. Der Tilgungszuschuss unterliegt einer halbjährigen Degression und wird zum 01.01.2017 auf 19 Prozent abgesenkt. Der Förderantrag ist über die Hausbank bei der KfW einzureichen.  

„Wir wissen, dass von der Energieautarkie im Eigenheim eine große Faszination ausgeht. Mit den positiven Effekten auf den weiteren Photovoltaikausbau und das regionale Stromnetz haben stationäre Stromspeicher zudem eine wichtige Bedeutung für eine klimafreundliche und sichere Energieversorgung. Unsere Stromspeicherkampagne möchte darauf verstärkt aufmerksam machen und mit unserem Stromspeicherbonus auf Kreisebene einen finanziellen Anreiz bieten“, so Landrat Michael Lieber. Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Altenkirchen können zwischen 15. September und 31. Dezember 2016 einen Antrag bei der Kreisverwaltung auf eine Stromspeicherförderung stellen. Der Bonus beträgt pro Kilowattstunde nutzbarer Speicherkapazität 100 Euro bis zu einer Maximalförderung von 500 Euro. Weiter Informationen zur Stromspeicherkampagne und zur gemeinsamen Klimaschutzinitiative des Landkreises Altenkirchen und seiner Verbandsgemeinden finden Sie unter www.klimaschutz-ak.de.

 

(Presseinformation der Klimaschutzinitiative Altenkirchen)