30.09.2016

Worms und LK Alzey-Worms: Solarpotentialkataster - Energie vom eigenen Dach

Bild: Natur und Technik von Dieter Rhein (Quelle: Fotowettbewerb "Erneuerbare Energien in Rheinhessen-Nahe", Aktionswoche 2015)

Die Sonne versorgt uns das ganze Jahr über mit Energie – kostenlos, sauber und unbegrenzt. Mit einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage kann die Sonnenenergie nutzbar gemacht werden. Zusätzlich kann eine Dachbegrünung helfen, klimatisch bedingte Belastungen abzuschwächen und zudem das Wohnklima zu verbessern. Auch die Kombination der beiden Nutzungen ist möglich. Doch bislang sind von den rund 122.000 Gebäuden im Landkreis lediglich 3.900 Dächer mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Dabei wären etwa 40 Prozent gut geeignet, per Solaranlage Strom mit Sonnenenergie zu erzeugen oder Wasser zu erwärmen. Durch die vollständige Nutzung aller rentablen Flächen könnten sogar viel mehr Haushalte versorgt werden, als es Einwohner im Kreisgebiet gibt. 420.000 Personen könnten profitieren. Dies bescheinigen Berechnungen der Firma „Tetraeder Solar“. Das Unternehmen hat ein Solarpotentialkataster für den Opens external link in new windowLandkreis Alzey-Worms und die Opens external link in new windowStadt Worms erstellt, das jetzt im Internet freigeschaltet und für Bürgerinnen und Bürger nutzbar ist. Darüber hinaus steht ein Gründachkataster für den Opens external link in new windowLandkreis Alzey-Worms und die Opens external link in new windowStadt Worms zur Verfügung. „Das neue, nutzerfreundliche Angebot ist ein wichtiger Beitrag zur Beratung und Information. Es sorgt für mehr Klarheit und Transparenz. Mit Hilfe aktueller Luftbilder wird das Solarpotential der einzelnen Gebäude aufgezeigt. Geliefert werden Daten, die für die Planung einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage benötigt werden“, betont Landrat Ernst Walter Görisch. Nachdem die Nutzung von Windenergie im Landkreis bereits eine tolle Entwicklung genommen habe, bestünde bei der Solarenergie noch Potential. Der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel lobt das Kataster als wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Energiewende und Klimaschutz.

Die privaten Haushalte der Stadt Worms werden zurzeit bereits zu über 50 Prozent, Haushalte im Landkreis Alzey-Worms zu knapp 180 Prozent aus erneuerbaren Energien versorgt. „Über alle Sektoren hinweg beträgt die Deckung des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien im Landkreis Alzey-Worms 65 Prozent. Der Strommix erneuerbarer Energieträger ist wichtig, um eine kontinuierliche Stromversorgung zu gewährleisten. Die Photovoltaik kann hier einen wertvollen Beitrag leisten, insbesondere wenn das wachsende Potenzial von Energiespeichern wie Batterien ausgeschöpft wird. Hausdächer bergen hierfür ein großes Potenzial. Mit einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage kann die Sonnenenergie nutzbar gemacht werden. Zusätzlich kann eine Dachbegrünung helfen, klimatisch bedingte Belastungen abzuschwächen und zudem das Wohnklima zu verbessern. Auch eine Kombination der beiden Nutzungen ist möglich. Häufig herrscht jedoch Unsicherheit über die tatsächlich vorhandenen Möglichkeiten und das Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Das Solarpotenzialkataster und das Gründachpotenzialkataster des Landkreises Alzey-Worms und der Stadt Worms wollen auf diese Möglichkeiten hinweisen und für mehr Klarheit, Transparenz und Nutzerfreundlichkeit sorgen. 2013 hatten die Ingenieure der Firma Tetraeder Solar mit den Erhebungen der Daten begonnen. Grundlage für die Analyse bilden Höhendaten aus Überfliegungen, die mit dem vorliegenden Kartenmaterial der Verwaltungen zusammengeführt wurden. Der Sonnenverlauf auf den Dachflächen wurde simuliert, berücksichtigt sind dabei auch Verschattungen durch Bäume und Gebäude. Die Kataster zeigen das Potenzial der einzelnen Gebäude auf und geben zusätzlich interessierten Hausbesitzern weitere Informationen an die Hand, die für eine erfolgreiche Beratung durch einen entsprechenden Fachbetrieb benötigt werden. Finanziert wurde das neue Kataster von der Sparkasse Worms-Alzey-Ried und der Volksbank Alzey-Worms mit einer Summe in Höhe von insgesamt 30.000 Euro.