02.04.2014

Pilotprojekt „Energiearmut vorbeugen“ in Mainz

Antje Kahlheber (Projektleiterin, VZ), Eveline Lemke (Wirtschaftsministerin) und Ulrike von der Lühe (Geschäftsführerin, VZ). Quelle: Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz

Ein Jahr nach Projektstart der Energiekostenberatung wird deutlich, dass das Projekt „Energiearmut vorbeugen“ einen großen Bedarf in Mainz deckt: Bei vielen der mehr als 180 Menschen, die die Energiekostenberatung der Verbraucherzentrale im vergangenen Jahr in Anspruch genommen haben, wurde die Energieversorgung bereits gesperrt oder eine Sperrung angedroht. Drei Vierteln der Ratsuchenden konnte die Verbraucherzentrale helfen: Beraterinnen konnten Sperrungen verhindern oder dafür sorgen, dass bereits bestehende wieder aufgehoben wurden.

Ziel des Projekts ist es vor allem, gemeinsam langfristige Lösungen zu finden, Energieschulden abzubauen oder zukünftig zu verhindern. Denn steigende Energiekosten bringen immer mehr Menschen in prekäre Lebenssituationen und geheizte Wohnungen, Warmwasserversorgung oder Stromversorgung sind längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Zwei Drittel der Ratsuchenden hatten Energieschulden bis zu 1.000 Euro, bei zwei Drittel der Fälle bestanden die Versorgungssperren bereits seit fast einem halben Jahr. Oft kommen unterschiedlichste Gründe zusammen, die die Betroffenen in Zahlungsschwierigkeiten bringen; seien es geringe Einkommen, steigende Energiepreise, hohe Nachzahlungen, bereits vorhandene Verschuldung oder auch persönliche Ereignisse wie Krankheiten, familiäre Probleme oder Depressionen.

„Bei der Fülle der vorhandenen Schwierigkeiten sind manchmal kreative Lösungen nötig“, sagt Projektleiterin Antje Kahlheber von der Verbraucherzentrale. „Wichtig ist das geduldige Dranbleiben am Beratungsfall, denn wir haben es oft mit lange gewachsenen Problemlagen zu tun“. Anhand eines mehrstufigen Beratungsansatzes werden Einsparpotentiale aufgezeigt, Tarifwechsel vorgeschlagen oder auch zwischen Energieversorgern, Vermietern und Betroffenen vermittelt, um gemeinsam Zahlungspläne aufzustellen.

In Mainz handelt es sich um ein Pilotprojekt der Verbraucherzentrale RLP, das vom Wirtschaftsministerium über eine Laufzeit von drei Jahren mit rund 280.000 Euro gefördert wird. Eine Ausweitung in auf andere Orte in Rheinland-Pfalz ist angedacht.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Ergebnisse der Evaluierung des ersten Projektlaufjahres sind bei der Verbraucherzentrale RLP e.V. nachzulesen.