19.06.2018

Griechen und Italiener wollen von Mainzern in Sachen Energieeffizienz lernen

Zwei Delegationen aus Griechenland und Italien informierten sich beim Zentralklärwerk der Stadt Mainz rund um Energieeffizienz und Klimaschutz in Kommunen. Der Austausch zwischen den Ländern findet im Rahmen des EU-Projektes Support statt. (Bild: Energieagentur Rheinland-Pfalz)

Zwei Delegationen aus Griechenland und Italien informierten sich am Dienstag in Mainz über Energieeffizienz und Klimaschutz in der Kommune. Die Besucher kommen von der kommunalen Entwicklungsagentur Thessaloniki (Griechenland) sowie aus städtischen Verwaltungen in Rom (Italien) und Zentralmakedonien (Griechenland). Im Vorfeld äußerte die Gruppe besonderes Interesse an Öffnet internen Link im aktuellen Fensterenergieeffizienten Kläranlagen. Denn Kläranlagen gehören zu den größten Energieverbrauchern in den Kommunen. Mit einem durchschnittlichen Anteil von 20 Prozent am kommunalen Energieverbrauch benötigen Kläranlagen mehr Strom als Schulen, Krankenhäuser oder andere kommunale Einrichtungen. Damit Kommunen ihren Anteil zur Erreichung der Klimaziele leisten können, ist die Energieeffizienz bei Kläranlagen von großer Bedeutung.

Der Austausch zwischen den Ländern findet im Rahmen des Öffnet internen Link im aktuellen FensterEU-Projektes Support (Support Local Governments in Low Carbon Strategies) statt und dient dazu, sich gegenseitig gute Beispiele im Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz in Kommunen zu zeigen. „Zielsetzung der Treffen ist es, von Pilot- und Leuchtturmprojekten zu lernen. Darüber hinaus holen sich die Projektpartner Inspirationen, um den Herausforderungen beim Klimaschutz und der Energiewende in der eigenen Region besser begegnen zu können“, sagt Elisabeth Wauschkuhn, Projektleiterin Support/Interreg Europe bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Um ein Verständnis für die Energie- und Klimaschutzziele des Landes und der Stadt zu bekommen, informierten sich die Teilnehmer zunächst bei Vertretern des Umweltministeriums darüber, wie die Energiewende auf kommunaler Ebene durch die Landespolitik unterstützt wird. Das Land fördert die Energieeffizienz der rund 670 Kläranlagen durch verschiedene Maßnahmen. So werden Effizienzanalysen und darauf basierende, später durchgeführte Maßnahmen vom Land finanziell unterstützt.
Masterplanmanagerin Tatiana Herda Muñoz erklärte, wie die Stadt Mainz in den nächsten Jahren klimaneutral werden will. Der „Masterplan 100% Klimaschutz“ verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2050 die Treibhausgasemissionen um 95% und den Endenergieverbrauch um 50% zu reduzieren.

Im Anschluss besichtigten die Gäste aus Griechenland und Italien das Zentralklärwerk der Stadt Mainz. Dabei  informierten sie sich auch über die im Bau befindliche Klärschlammverbrennungsanlage der Thermischen Verwertung Mainz GmbH (TVM). Nach Reinigung der Mainzer Abwässer muss der übrig gebliebene Klärschlamm entsorgt werden. Derzeit wird Klärschlamm vielfach landwirtschaftlich verwertet. Ziel der Anlage ist es, den entstandenen Klärschlamm thermisch zu verwerten. Das dabei entstandene „Abfallprodukt“, Wärme und Strom,  kann vor Ort zur Versorgung des Zentralklärwerks Mainz verwendet werden und senkt die Energiekosten.
Neben der Mainzer Kläranlage werden die Delegationen am Mittwoch auch die energieneutrale Kläranlage in Kaiserslautern und die fast energieautarke Gruppenkläranlage Weilerbach besichtigen.