04.09.2017

Aktionswoche 2017: So war... Das Stadtwandeln in Worms

Bild 1: Die Wormser Mieträder vor der Kulisse des Doms (Quellen: Energieagentur Rheinland-Pfalz / Schuster).

Am Samstag, den 2. September bot die Stadt Worms im Rahmen der Aktionswoche 2017 das erste Opens external link in new windowStadtwandeln an. Dabei handelt es sich um eine geführte Stadtführung, die von den üblichen Stadtführungen deutlich abweicht. Denn die Gruppe steuerte nicht etwa die typischen Wormser Sehenswürdigkeiten wie das Lutherdenkmal und den Dom an. Stattdessen wurden gezielt Wormser Menschen und Orte gezeigt, die für einen neuen, klimafreundlichen und verantwortungsbewussten Lebensstil stehen.

Am Treffpunkt, dem Marktplatz, war gleich reges Treiben, denn der Wochenmarkt mit regionalen, saisonalen und überwiegend ökologischen Waren war in vollem Gange. Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek begrüßte die Gruppe von ca. 25 Personen, die sich zum Stadtwandeln eingefunden hatte und übergab an Katharina Reinholz, die Klimaschutzmanagerin, und ihre Kollegen von der Touristikzentrale, die das Stadtwandeln gemeinsam konzipiert haben.

Die erste Station führte zu einer Ladesäule für Elektrofahrzeuge gleich hinter dem Rathaus. Ein Vorteil von Elektromobiliät war direkt erkennbar, denn die Stadtführer hatten es schwer, mit ihren Stimmen gegen den Verkehr der Innenstadt am Samstag morgen anzukämpfen. E-Mobiltität spart nicht nur CO2 ein, sondern vermeidet auch Feinstaub in den Innenstädten und fährt außerdem nahezu geräuschlos. In Worms sind derzeit ca. 58.000 Fahrzeuge angemeldet, nur ca. 50 davon fahren rein elektrisch. Die Stadt und der lokale Opens external link in new windowEnergieversorger EWR versuchen daher mit Ladesäulen die Infrastruktur für E-Mobilität zu verbessern und den Kauf von E-Autos attraktiver zu machen.

An der nächsten Station in den Nebengassen des Rathauses empfang Manu Gauck, alias Opens external link in new window"Frollein Elfriede" die Gruppe. Sie bietet das erste vegane Catering der Stadt an. Gründe, sich ausschließlich von nicht-tierischen Nahrungmitteln zu ernähren, hat sie viele: Neben Tierschutzgründen, sind es gesundheitliche Vorteile, aber auch umwelt- und ressourcenschonende Aspekte. So stellte sie nicht nur ihre eigenen Gewohnheiten um, sondern beschloss sich mit einem Catering Angebot selbstständig zu machen. Bei ihrer Verpackung findet sich kein Plastik - stattdessen sind die Behälter aus Pappe, kompostierbarer Maisstärke, Zuckerrohr oder gepressten Palmblätter, das Besteck aus Holz. Natürlich gab es auch eine duftende Kostprobe für die Gruppe: leckerer Flammkuchen mit Sojajogurth statt Schmand und Räuchertofu statt Speck.

Weiter ging es beim Stadtwandeln mit den Themen Mülltrennung samt Infos des Opens external link in new windowEbwo (Entsorgungsbetrieb Worms) und vorbei an den neuen Stationen der Opens external link in new windowblauen VRN-Nextbikes, dem Fahrradvermietsystem in Worms. Zum Thema Gebäudesanierung gab Energieberater Frank-Andy Petry an einem Sanierungsobjekt Informationen zu möglichen Maßnahmen und den damit verbundenen Kosten. Klimaschutzmanagerin Katharina Reinholz stellte im Heylshof, einer grünen Oase direkt hinter dem Dom, die Bedeutung von Grünflächen in der Stadt dar. Die Stadt Worms hat erst kürzlich ein Opens external link in new windowKonzept zur Anpassung an den Klimawandel beschlossen, da den Gefahren durch den Klimawandel (Starkregen, steigende Temperaturen etc.) entgegen gewirkt werden soll.

Zum Abschluss ging es zum Opens external link in new windowWeltladen Worms, wo neben Infos zur größten ehrenamtlichen Bewegung der Weltläden und zum Fairen Handel, ein kleiner Snack aus Schokolade, Keksen und Kaffee auf die Teilnehmer wartete - natürlich aus fairem und ökologischem Handel.

Der Stadtrundgang zeigte viele Möglichkeiten auf, sich selbst einzubringen und im Alltag auf Nachhaltigkeit und ökologische Aspekte zu achten.

Entwickelt wurde der Rundgang in Kooperation von lokalen Bürgerinitiativen, Institutionen sowie den Initiatoren vonOpens external link in new window Klima-Bündnis und Opens external link in new windowStadtverwaltung Worms. Das Konzept wurde vom Klima-Bündnis entwickelt und wird bereits seit 2014 in anderen deutschen Städten erfolgreich umgesetzt. Stadtwandeln in Worms ist außerdem Teil des Opens external link in new windowEU-Projektes "Climate Active Neigbourhoods", an dem sowohl die Stadt Worms als auch das Klima-Bündnis und die Energieagentur Rheinland-Pfalz teilnehmen.

Weitere Informationen bzw. weiterführende Links sind im Initiates file downloadFlyer Stadtwandeln Worms zu finden.

 

 

Bild 2 / 3: Bürgermeister Kosubek begrüßt die Teilnehmer auf dem Wormser Marktplatz / Katharina Reinholz, die Klimaschutzmanagerin der Stadt Worms, berichtet über den Stand der Dinge in Sachen E-Mobilität.

Bild 4 / 5: "Frollein Elfriede": Das erste vegane Catering der Stadt, mit umweltfreundlichen Verpackungen und Geschirr / Energieberater Frank-Andy Petry zeigt anhand eines Wohnhauses Vorteile zur energetischen Sanierung auf.

Bild 6 / 7: Grüne Oasen wie der Heylshof hinter dem Wormser Dom sind wichtig für das Stadtklima / Abschlussstation am Wormser Weltladen: Auch Fairer Handell ist ein wichtiger Aspekt in Sachen Nachhaltigkeit.