17.09.2015

Aktionswoche 2015: So war... Die Führung in der Coface Arena Mainz

Quelle: Energieagentur RLP, Uwe Völkner.

Ein großes Stadion zu managen, ist eine echte Herausforderung. Moderne Technik macht dies einfacher - und schont zugleich auch noch Ressourcen und die Umwelt. Impressionen und Informationen gab es gestern bei der Führung des 1. FSV Mainz 05 durch die 2011 errichtete Arena.

An einem Spieltag geht es in und um die Coface Arena richtig rund. Mehr als 1.000 Personen sind mit den unterschiedlichsten Aufgaben befasst, um einen reibungslosen Ablauf eines Bundesligaspiels zu gewährleisten. Vom Shuttleservice des ÖPNV, über Ticketing, Sicherheit, Catering, Betreuung von Spielern, Trainern, Schiedsrichtern und der Presse, bis hin zu Kamera- und Rundfunktechnik - all dies und noch mehr gilt es zu berücksichtigen und vor- bzw. nachzubereiten. Bleibt da noch Zeit für Gedanken an den Klima- und Umweltschutz?

"Wir müssen uns über das Thema Energie, aber auch über den Wasserverbrauch Gedanken machen. Schon alleine aus Kostengründen - wir sind zwar ein Verein, aber auch ein wirtschaftendes Unternehmen", erläutert Stadionmanager Stephan Bandholz den 25 Teilnehmern der Führung. "Im Jahr verbrauchen wir an der Arena etwa 1,9 Millionen Kilowattstunden Strom, davon etwa 30.000 Kilowattstunden pro Spieltag. Der restliche Verbrauch erklärt sich mit der Grundlast, die wir mit effizienter Technik soweit wie möglich und sinnvoll zu reduzieren versuchen", fährt er fort. Als Stadionmanager und "Klimawart" kümmert sich Bandholz seit 2010 darum, mögliche Einsparpotenziale zu erkennen und die Energiespaßmaßnahmen entsprechend umzusetzen.

Der Verein hat sich schon vor dem Bau der Arena Gedanken gemacht, wie der Energieverbrauch im neuen Stadion verringert werden kann und welche Technik zum Einsatz kommt. Bei der Beleuchtung zum Beispiel werden vorrangig energiesparende LEDs genutzt. Das Licht in den Innenräumen geht zudem nach drei Minuten automatisch aus, wenn dies nicht bewusst anders eingestellt wird. Über die sogenannte Gebäudeleittechnik (GLT) können gezielt einzelne Bereiche des Stadions mit Strom, Wärme oder kühler Frischluft versorgt werden. Damit wird die Verpuffung von Energie in nicht genutzten Arealen vermieden. Auf übertriebene Kühlung im Sommer wird zudem verzichtet. Die Temperatur der Frischluft wird größtenteils über eine einfache Wärme- bzw. Kälterückgewinnungsfunktion geregelt.

"Solche Maßnahmen sind in vielen modernen Stadien heute Standard", weiß Bandholz zu berichten. Der 1. FSV Mainz 05 hat seinen "CO2-Fußabdruck" jedoch früher als die anderen Bundesligavereine messen lassen und zusammen mit dem Ökoinstitut in Darmstadt ein Konzept zur Erreichung einer bilanziellen Klimaneutralität entwickelt. Zu diesem Konzept gehören neben dem Bezug von Ökostrom und der "Mission Klimaverteidiger", die sich mit der klimaneutralen An- und Abreise der Fans beschäftigt, auch ausgleichende Wiederaufforstungsarbeiten. Dank dieser Maßnahmen wurde Mainz 05 im Jahr 2010 der erste klimaneutrale Verein in der 1. Bundesliga.

Die Coface Arena und das alte Bruchwegstadion weisen gerade bei der technischen Ausstattung deutliche Unterschiede auf. Eins haben die zwei Heimstätten des 1. FSV Mainz 05 jedoch gemein: Auf beiden Stadiondächern wird mit Photovoltaikanlagen Ökostrom erzeugt. Wegen des sehr spezifischen Lastgangprofils in einem Stadion kann der Strom zwar nicht direkt für den Betrieb genutzt werden. Aber die 9.000 Quadratmeter große Anlage auf der Coface Arena erzeugt jährlich etwa 700.000 Kilowattstunden Elektrizität und damit rechnerisch immerhin mehr als ein Drittel des Stroms, den die Arena benötigt.

Neben diesen interessanten Ausführungen erhielten die Teilnehmer der Führung spannende Einblicke in Bereiche des Stadions, die normalerweise nur wenigen zugänglich sind. Ein Höhepunkt war neben den VIP-Logen natürlich auch die Mannschaftskabine der 05er, wo sich die Spieler das nächste Mal am kommenden Freitag (18.09.) beim Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim einfinden werden.

Vor dem Spiel wird die Energieagentur Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ab 18.30 Uhr vor der Coface Arena mit der Aktion "Steilpass fürs Klima" auf das Thema Klimaschutz aufmerksam machen und Tipps geben, wie auch jeder Fan zum Klimaverteidger werden kann.

Eindrücke von der Stadionführung gibt es in unserer Bildergalerie.