12.03.2015

ADFC Radklimatest 2014: Ingelheim besonders fahrradfreundlich

Das Fahrradparkhaus in Ingelheim. Quelle: Stadt Ingelheim

Über 100.000 Bundesbürger haben im Herbst 2014 am großen Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC) teilgenommen und die Fahrradfreundlichkeit ihrer Wohnorte bewertet. Insgesamt konnten 468 Städte und Gemeinden in die Wertung aufgenommen werden. Ingelheim überzeugt in der Kategorie der Städte bis 50.000 Einwohner und belegt im Bundesvergleich Platz 12 von 292. Mainz landet bei den Großstädten auf dem 13. Platz.

In Ingelheim wirkt sich das Verkehrskonzept, das konsequent umgesetzt wird, positiv auf den Radverkehr aus. „Gute und schnelle Radwegeverbindungen sind in einer Stadt sehr wichtig. Radfahren ist ein großer Faktor beim Klimaschutz. Aber auch bei Planungsprozessen werden die Radfahrer mit eingebunden“, fasst Oberbürgermeister Ralf Claus die Vorzüge für die Radler in Ingelheim zusammen. Sara Tsudome, ADFC-Landesgeschäftsführerin, ergänzt: „Baumaßnahmen werden auf ihre Auswirkung für den Radverkehr hin geprüft und diskutiert.“

Die Radwege sind untereinander so vernetzt, dass alle Punkte in Ingelheim zu erreichen sind. Und nicht zuletzt gibt es in der Rotweinstadt das einzige Fahrradparkhaus in Rheinland-Pfalz. Weniger gute Noten bekam Ingelheim wegen des Fehlens öffentlicher Fahrräder sowie wegen Fahrraddiebstahl und beim Winterdienst auf Radwegen. „Kleinigkeiten tragen mit dazu bei, dass das Radfahren gut angenommen wird“, ist sich der ehrenamtliche Fahrradbeauftragte der Stadt, Erich Dahlheimer, sicher. So werden zum Beispiel Bordsteine abgesenkt und Haltegriffen an Ampeln montiert.

Mainz belegt den 13. Platz von 39 Städten über 200.000 Einwohner und hat sich gegenüber der Erhebung im Jahr 2012 um vier Plätze verbessert. Mit am besten bewertet wurden die relativ gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums sowie die Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung. Des Weiteren ist das öffentliche Fahrradvermietsystem MVGmeinRad in Mainz ein echter Pluspunkt.

Als verbesserungsbedürftig wurden die Ampelschaltungen bewertet, die besser auf Radler abgestimmt werden könnten. Verstärkte Kritik gab es aus Sicht der Befragten außerdem zu den zu selten durchgeführten Falschparkerkontrollen auf Radwegen, den zu schmalen Radwegen und der schlechten Führung des Radverkehrs im Baustellenbereich. In der insgesamt verbesserten Bewertung sieht die Mainzer Verkehrsdezernentin Katrin Eder einen Aufwärtstrend: Der Fahrradklimatest sei weiterer Ansporn, Mainz noch fahrradfreundlicher zu gestalten.

Zu der Situation des Radverkehrsnetzes in Mainz veranstaltet der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) Rheinhessen in Kooperation mit der Stadt ein Expertenhearing zu Radverkehrsanlagen in dicht bebauten Städten und Ortschaften unter dem Titel

"Platz ist auf der engsten Straße"
am 18. April 2015 von 13:00 - 17:00 Uhr im Veranstaltungssaal der Landeszentrale für politische Bildung, Am Kronberger Hof 6, 55116 Mainz.

Weitere Infos gibt es hier im Flyer.

Quellen:

ADFC

Stadt Ingelheim

Stadt Mainz