04.05.2018

Zukunfts-Check-Dorf startet im Landkreis Bernkastel-Wittlich

Innenminister Roger Lewentz (4.v.r.) überreichte einen Förderbescheid an Landrat Gregor Eibes (3.v.r.) zur Durchführung des ZukunftsCheck Dorf und für ein Kreisentwicklungskonzept; Foto: Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich

Bernkastel-Wittlich: Innenminister Roger Lewentz hat den Dorfladen in Klausen besucht und einen Förderbescheid an Landrat Gregor Eibes zur Durchführung des Zukunfts-Check-Dorf und für die Fortschreibung des Kreisentwicklungskonzeptes übergeben. Die Förderung beläuft sich auf insgesamt 451.325 Euro.

Der Landkreis Bernkastel-Wittlich hatte nach der erfolgreichen Umsetzung im benachbarten Eifelkreis Bitburg-Prüm als zweiter Landkreis in Rheinland-Pfalz eine Förderung für die Durchführung des Zukunfts-Check-Dorf in derzeit 85 Ortsgemeinden und Stadt-, Ortsteilen und Ortsbezirken beantragt. Der Förderantrag wurde gleichzeitig für die Fortschreibung des Kreisentwicklungskonzeptes gestellt. Mit Übergabe des Förderbescheids wurde nun offiziell der Startpunkt für beide Projekte gegeben. „Mit dem Zukunfts-Check-Dorf haben zahlreiche Ortsgemeinden die Chance, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und dabei bauliche, aber auch soziale Themen mit breiter Bürgerbeteiligung anzugehen“, sagte Lewentz. Gleichzeitig würden auf Kreisebene mit der Fortschreibung des Kreisentwicklungskonzeptes die Weichen neu gestellt.

 70 Prozent Förderung für das Projekt Zukunfts-Check-Dorf

 Die Kosten für das Projekt Zukunfts-Check-Dorf belaufen sich pro Ortsgemeinde/Ortsteil auf 3.450 Euro, wovon 70 Prozent gefördert werden. Damit verbleiben lediglich 1.035 Euro Eigenanteil je teilnehmender Gemeinde. Der Zuschuss an die 85 Ortsgemeinden beträgt somit insgesamt 205.800 Euro.

Die Kosten für das Projekt Fortschreibung des Kreisentwicklungskonzepts beträgt 350.750 Euro, die ebenfalls mit einer 70-prozentigen Förderung, somit mit 245.525 Euro durch das Land finanziert werden. Insgesamt beläuft sich der Förderbescheid auf 451.325 Euro. Beide Projekte laufen zunächst Ende 2021 und werden durch zwei bei der Kreisverwaltung im Bereich Kreisentwicklung neu eingestellte Projektmanager begleitet.

Landrat Gregor Eibes dankte Minister Lewentz für seine Zusage, den Landkreis Bernkastel-Wittlich bei dem Projekt Zukunfts-Check-Dorf sowie der Erstellung beziehungsweise Fortschreibung des Kreisentwicklungskonzepts zu fördern. „Unser Landkreis und seine Gemeinden stehen vor großen demografischen Herausforderungen. Auf dem Land fahren Busse und Bahn nicht alle zehn Minuten, Einkaufsmöglichkeiten und die Versorgung mit Infrastruktureinrichtungen und Dienstleistungen sind rar, immer mehr Gebäude stehen leer und bis zur nächsten Facharztpraxis ist es eine halbe Expedition – jedenfalls für die, die auf den Öffentlichen Personennahverkehr angewiesen sind“, erklärte Eibes. Daher seien neue und innovative Wege und Lösungen gefragt, damit das Leben auf dem Land eine Zukunft habe. Hier setze die Initiative Zukunfts-Check Dorf an.

 Neue Chancen für die Gemeinden durch den Zukunfts-Check-Dorf

 Durch den Zukunfts-Check-Dorf soll den teilnehmenden Gemeinden die Chance eröffnet werden, anhand aktueller Erkenntnisse in sozialen, infrastrukturellen, wirtschaftlichen und baulichen Belangen eine zukunftsfähige Strategie mit Maßnahmenansätzen zu entwickeln. Durch die breite Bürgerbeteiligung soll ein Bewusstsein für das eigene Dorf geschaffen beziehungsweise geschärft werden, um so Chancen und Herausforderungen der weiteren Entwicklung zu erkennen.

Das Kreisentwicklungskonzept soll die Verhältnisse und Strukturen in den einzelnen Teilgebieten des Landkreises analysieren, um daraus zum Beispiel gemeinschaftliche Konzepte oder interkommunale Zusammenarbeiten zu ergründen und anzugehen. Weiterhin soll es Aufgabe der Kreisentwicklung sein, Handlungsfelder zu definieren, Netzwerke zu bilden und so die weitere positive Entwicklungen zu initiieren. Die interkommunale Kooperation und eine Verantwortungsgemeinschaft zwischen Bürgerinnen und Bürgern, der Politik, den Unternehmen, dem Ehrenamt und der Verwaltung soll dabei wünschenswert im Mittelpunkt stehen.

Quelle: Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich