22.12.2017

Vorzeitiges Weihnachtsgeschenk - nach 98.000 km kommt das neue Bürgerauto für die VG Birkenfeld

Das neue Bürgerauto wird übergeben, Foto: VG Birkenfeld

Birkenfeld, Trier: Nach beinahe vier Jahren, 98.000 km und 6.300 beförderten Fahrgästen geht das aktuelle Elektro-Bürgerauto  aus dem aktiven Dienst.  Ersetzt wird es durch einen neueren Kleinwagen desselben Typs (Renault ZOE), allerdings mit einer deutlich höheren Akku-Kapazität, die Fahrten von rund 300 km am Stück erlaubt.

„Gerne hätten wir die 100.000 km mit dem ursprünglichen Fahrzeug vollgemacht. Doch im Winter haben wir mit der Reichweite Probleme und mussten die Anzahl der Fahrten pro Tag auf  vier einschränken. Der neue schafft im Winter mehr Kilometer als der alte im Sommer und so können wir mit unserer Planung flexibel bleiben. Das erleichtert uns die Arbeit sehr“, freut sich Helmut Neißer, Sprecher der Ehrenamtlichen des Projekts.

Positive Bilanz des Bürgerauto-Projektes

Für die VG Birkenfeld fällt die bisherige Bilanz des „Projekts Bürgerauto“ positiv aus.  Die Förderung durch das Modellvorhaben LandZukunft hatte einen Großteil der Investitionskosten übernommen. Ein kleinerer  Teil wurde durch  Spenden der OIE AG  und der Kreisparkasse Birkenfeld  übernommen. Hierdurch sind der Verbandsgemeinde nur geringe Kosten für die Anschaffung des ersten Fahrzeugs entstanden. Die laufenden Kosten konnten bisher durch die Spenden der Fahrgäste, sowie Preisgelder, die zum Beispiel beim Brückenpreis des Landes Rheinland-Pfalz ausbezahlt wurden, gedeckt werden.

Bürgerauto-Betrieb mit Elektrofahrzeug

Auch das Experiment, den Bürgerauto-Betrieb mit einem Elektro-Fahrzeug zu bewerkstelligen, ist insgesamt gelungen. Das Fahrzeug lief überwiegend unauffällig und zeichnete sich durch geringe Wartungskosten (ca. 500 EUR in der gesamten Laufzeit) aus. Die Kosten für den Strom fielen dabei um ca. 50 % geringer aus als die Treibstoffkosten für einen vergleichbaren Benziner. Hierdurch wurde auch die Batteriemiete mehr als ausgeglichen.
Auffällig waren lediglich der hohe Reifenverschleiß, die mäßige Heizung sowie gelegentliche Ladeschwierigkeiten. Ganz zum Schluss trat dann doch noch ein größerer Schaden auf und der Motor des Fahrzeugs musste ausgetauscht werden, was allerdings anstandslos über die Garantie abgewickelt werden konnte.

Auch wenn dies das bis dahin ausschließlich positive Bild trübt, bleibt die VG weiterhin diesem Fahrzeugtyp treu, denn er ermöglicht als bisher einziger eine schnelle Ladung an einer relativ günstigen Wechselstrom- „Wallbox“, was entscheidend dazu beigetragen hat, die hohen Fahrleistungen im Projekt zu ermöglichen.

Einzigartiger Fahrdienst - leise und umweltschonend

„Ich denke wir haben hier in der VG einen einzigartigen Fahrdienst geschaffen, der die Lebensqualität von Senioren  in der Region deutlich verbessert. Nachdem ich von den Reichweitenproblemen im Winter gehört habe und das Auto auch angefangen hat, erste Ausfallerscheinungen zu zeigen, habe ich mich sehr dafür eingesetzt, dass das Projekt noch in diesem Jahr ein neues Fahrzeug erhält, sodass der Betrieb unterbrechungsfrei weiterlaufen kann“, erklärt Bürgermeister Bernhard Alscher.

Mitgeholfen haben hierbei die Kreissparkasse Birkenfeld, sowie die Stiftung „Sonne für Birkenfeld“.  Das Projekt kann durch diese Unterstützung ohne Einschränkungen im neuen Jahr an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen. Auch für das alte Fahrzeug geht nach der Reparatur der Einsatz weiter: Es wird zukünftig als Dienstfahrzeug der VG eingesetzt, wo es wesentlich geringere Fahrleistungen zu  erbringen hat.

Quelle: Verbandsgemeinde Birkenfeld