13.03.2017

Umweltministerin Höfken plädiert für die Abschaltung des Risikoreaktor Tihange.

„Im Koalitionsvertrag haben wir versprochen, uns für die Stilllegung der grenznahen Risikoreaktoren in Frankreich und Belgien einzusetzen. So hat der Ministerrat in dieser Woche beschlossen, auch einer zweiten Klage der Städteregion Aachen gegen den Betrieb des Atomkraftwerks Tihange 2 beizutreten“, sagte Energieministerin Ulrike Höfken heute in Prüm. Anlässlich des Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Fukushima diskutieren Fachleute sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Region über die Gefahren des AKW Tihange und Alternativen durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Eine aktuelle Studie des Instituts für Sicherheits- und Risikowissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien stellt dar, welche Gefahr bei einer Reaktorkatastrophe vom belgischen Atomkraftwerk Tihange ausgehen würde: Im schlimmsten Fall könnte die Stadt Aachen und die Region unbewohnbar werden. Auch Rheinland-Pfalz wäre im Falle einer Reaktorkatastrophe in Tihange bei entsprechender Windrichtung stark betroffen. „Tihange liegt nur 80 Kilometer von der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz entfernt. Ein nuklearer Störfall kann die radioaktive Kontaminierung von Boden, Wasser und Nahrungsmitteln in der betroffenen Region zur Folge haben“, so Höfken. Die Alternative: „Wir brauchen zeitnah den Umstieg auf Erneuerbare Energien in der gesamten Region“, erklärte die Ministerin.

Seit Jahren macht das AKW Tihange mit Betriebsstörungen Schlagzeilen. In der Stahlwand des Reaktordruckbehälters des Blocks 2 sind mehr als 3.000 Risse festgestellt worden. „Die Ursache für die Risse im Reaktordruckbehälter wurde bislang nicht vollständig geklärt. Die Deutsche Reaktorsicherheitskommission hat Bedenken zur Sicherheit des Reaktordruckbehälters geäußert. Die erneute Inbetriebnahme hätte nach unserer Auffassung nicht stattfinden dürfen“, so Höfken.

In der Region engagieren sich viele Bürgerinnen und Bürger für die Abschaltung des AKW Tihange, wie zum Beispiel über eine Onlinepetition. Am 25. Juni soll eine trinationale Menschenkette von Belgien über die Niederlande bis nach Deutschland organisiert werden. Dazu werden verschiedenen Organisationen aufrufen.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten.