16.09.2015

Rückschau PRAXISWORKSHOP „Energieverbrauch senken und Kosten reduzieren durch energieeffiziente Kältetechnik“

Foto: Energieagentur RLP

Neben der Effizienzoptimierung von Prozessen und Maschinen kann auch der Einsatz energieeffizienter Querschnittstechnologien für Industrie und Gewerbe positive Effekte für Unternehmen mit sich bringen. Kälte- und Kühlanlagen sind eine solche Querschnittstechnologie, mit deren Effizienzoptimierung Unternehmen deutlich (Energie-)Kosten sparen können.

Heinz Schwind von der IHK Trier stellte bei seiner Begrüßung die Bedeutung von Kälteerzeugung für gewerbliche und industrielle Betriebe vor und betonte die Notwendigkeit zur Energieeffizienzoptimierung vor dem Hintergrund der landes- und bundespolitischen Ziele im Energiebereich. Das Thema Kühltechnik spielt für viele Branchen eine wichtige Rolle: Ob in der Lebensmittelindustrie, im Handel, in Großküchen oder in Verwaltungsgebäuden und Rechenzentren - in zahlreichen Unternehmen kann die Effizienzoptimierung von Kälteanlagen Kosten einsparen, ohne dass dabei Betriebsabläufe in den Unternehmen gestört werden dürfen.

Neben den Einsparpotenzialen beim Betrieb konventioneller Kompressionskältemaschinen, die mit Strom betrieben werden, wurden in dem Workshop auch alternative Kühltechnologien vorgestellt. So besteht insbesondere bei der Abwärmenutzung in Industrie- und Gewerbebetrieben noch ein großes Potenzial, so Dr. Frank Scholzen von der Universität Luxemburg. Auch passive oder freie Kühlung sowie gut geplante Kombinationen verschiedener Konzepte sind laut Dr. Scholzen Möglichkeiten, energieeffizienter zu kühlen.

Holger Kühl vom Werdauer Ingenieurbüro KühlAnalyse zeigte unterschiedliche Anwendungen von Kompressionskältemaschinen in Betrieben auf und wies auf mögliche Fehler in klassischen Kühlkreisläufen hin, die die Energieeffizienz erheblich verschlechtern können. Dabei können einzelne Komponenten wie die Wärmetauscher oder Verdichter und Einstellungen im Kühlkreislauf die Effizienz erheblich beeinflussen. Holger Kühl betonte die Notwendigkeit zu einer geplanten und regelmäßigen Überprüfung und Messung der Kälteanlagen: „Energieeffizienz ist keine einmalige Sache, sondern bedarf regelmäßiger dauerhafter Überprüfung, Beobachtung und Messung“, sagte Kühl.

Als praktisches Beispiel wurde den Teilnehmern das aktuelle Messergebnis der Kältemaschine im Hauptgebäude der IHK Trier präsentiert. Die Teilnehmer konnten so aus erster Hand erfahren, wie die Effizienz von Anlagen gemessen werden kann. Und die gute Nachricht: die Anlage der IHK läuft solide und kann noch an kleineren Stellen effizienter werden.

Die Veranstaltung thematisierte praxisnahe Lösungen effizienter Kälteanlagen und stellte konkrete Anwendungsfälle vor, sowohl im Bereich der intelligenten Steuerung der Anlagen als auch in Bezug auf alternative Technologien neben der klassischen Kompressionskältemaschine wie z.B. freie Kühlung, Abwärmenutzung. Neben technischen Voraussetzungen haben die Referenten wirtschaftliche Aspekte aber auch mögliche Hemmnisse und Koordinationsaufwand dargelegt.