17.02.2015

Praxisworkshop "Durch intelligentes Lastmanagement Energieerzeugung und -verbrauch optimieren und Kosten sparen"

Über Potenziale, praktische Umsetzungen und Anwendungen sowie die rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum betrieblichen Lastmanagement informierte die Energieagentur Rheinland-Pfalz in ihrem Praxisworkshop am 10.02.2015 bei der IHK Trier. 35 Unternehmensvertreter/innen waren der Einladung der Energieagentur gefolgt. Ziel war es, den Teilnehmern u.a. praxisnahe Beispiele für intelligentes Lastmanagement vorzustellen. Dazu wurden konkrete Anwendungsfälle präsentiert, sowohl im Bereich der intelligenten Steuerung von Erzeugungsanlagen als auch im Bereich ausgewählter betrieblicher Verbrauchsanlagen. Neben technischen Voraussetzungen wurden darüber hinaus wirtschaftliche Aspekte, aber auch mögliche Hemmnisse und der Koordinationsaufwand erläutert.

Steigende Energiepreise stellen für viele Unternehmen eine enorme Kostenbelastung dar. Einsparpotenziale, z.B. durch optimierte Produktionsprozesse zu erkennen und zu nutzen, hilft dauerhaft Kosten zu senken. Neben den bekannten Einsparpotenzialen, wie z.B. der Effizienzoptimierung von Prozessen, Maschinen und Geräten, kann auch ein flexibles Management von Verbräuchen und Energiebezug für Industrie und Gewerbe auf zweierlei Weise positive Effekte mit sich bringen: einerseits können Unternehmen (Energie-)Kosten sparen, andererseits ergeben sich Chancen in neuen Märkten.

Heinz Schwind, Referent für Innovation - Umwelt - Energie der IHK Trier, stellte bei seiner Begrüßung die Bedeutung von Lastmanagement für gewerbliche und industrielle Betriebe vor und betonte die Notwendigkeit zur Energieeffizienzoptimierung vor dem Hintergrund landes- und bundespolitischer Ziele im Energiebereich. „Das Thema Lastmanagement spielt für viele Branchen eine wichtige Rolle. Ob im Gewerbepark, in Großküchen oder Zementwerken: in vielen Betrieben kann die Steuerung von Energieverbrauch und Energieerzeugung Kosten einsparen, ohne dass dabei Betriebsabläufe in den Unternehmen gestört werden dürfen. Durch die Vermeidung des teuren Spitzenlaststroms, aber auch durch die gezielte Verbrauchsabschaltung zu bestimmten Zeiten können Energiekosten gesenkt werden“, so Schwind.

Daniela Meyer-Pyritz, Fachreferentin der Energieagentur Rheinland-Pfalz, zeigte in ihrer einführenden Präsentation einen Überblick über die verschiedenen Arten des Lastmanagements im Unternehmen. Lastmanagement ist ein zunehmend wichtiger Baustein eines Energiemanagements sowohl innerbetrieblich zur Reduzierung betrieblicher Lastspitzen als auch überbetrieblich durch die Vermarktung flexibler Lasten. Auch die beiden Landesnetzwerke, in denen das Thema fachlich diskutiert wird, wurden kurz vorgestellt: die Zukunftsinitiative Smart Grids RLP sowie das Effnet RLP.

Das Potenzial von industriellem Lastmanagement zur Stabilisierung der Stromnetze stellte Markus Sinß von der Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen (TSB) vor. Er gab Einblicke in die Möglichkeiten neuer Märkte durch systematisches Lastmanagement. Außerdem erläuterte er einige Umsetzungsbeispiele, die von der TSB wissenschaftlich begleitet werden.

Die Christian Anstett AG zeigte die Steuerung der Energieerzeugung bei den Technischen Werken Ludwigshafen und erläuterte die Aufgaben der Leitwarte. Mit der Power-to-Heat-Anlage für ein Fernwärmenetz in Ludwigshafen stellte er ein Beispiel aus der Praxis vor.

In einem letzten Vortrag berichtete Peter Müllers von der ThyssenKrupp Rasselstein GmbH in Andernach über seine Praxiserfahrungen mit der gezielten Steuerung von Lasten in einem Blechwalzwerk. Als Vertreter der produzierenden Industrie mit sehr energieintensiven Prozessen konnte er den Teilnehmern anschauliche Einblicke in die Erfahrungen, den Nutzen und auch über die Grenzen des betrieblichen Lastmanagement in der Praxis geben. Er plädierte für einen offenen Umgang mit dem Thema: „Bei hohem Energieverbrauch spielt Transparenz eine große Rolle. Dann kann ein Lastmanagement letztlich funktionieren.“

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz wird ihre seit 2012 bestehende gemeinsame Veranstaltungsreihe mit der IHK Trier im Herbst fortsetzen. Beim nächsten Termin im September 2015 geht es um das Thema Kältetechnik.

 

Presseanfragen zu PRAXISWORKSHOP - Durch intelligentes Lastmanagement Energieerzeugung und - verbrauch optimieren und Kosten sparen:

Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH

Daniela Meyer-Pyritz
Telefon                 0631 / 205 75 7137

E-Mail                   daniela.meyer-pyritz(at)energieagentur.rlp(dot)de

 

Foto: Energieagentur RLP GmbH