07.05.2018

Passende (elektrische) Mosel-Überfahrt für Elektromobilisten

Elektroautos zum Anfassen beim Fährfest in Oberbillig; Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz

Oberbillig, Trier: Es kommt sicher nicht oft vor, dass eine Fähre für die Überfahrt komplett von Elektroautos „besetzt“ wird.  Wenn es sich dabei jedoch um die Sankta Maria II handelt, die bereits den Titel als erste vollelektrische Autofähre für Binnengewässer in Deutschland hält, passt das gut zusammen.

Die Sankta Maria II beförderte beim Fährfest „Belleg feiert“ am ersten Mai-Wochenende nicht nur die Fußgänger umweltfreundlich zwischen Oberbillig und Wasserbillig sondern auch die eigens angereisten Elektromobilisten. Sie hatten sich am Moselufer in Oberbillig zu einer E-Autoschau aufgestellt und berichteten den Besuchern von ihren Erfahrungen beispielsweise mit dem Renault Zoe oder dem Opel Ampera E. „Wir laden unseren Ampera zuhause mit Strom vom eigenen Dach und fahren zu 100 % Regenerativ“ so die zufriedenen Besitzer.

Von Stralsund an die Mosel

Beim Urlaub in Stralsund hatten sie von der Elektrofähre gehört und wollten sie gerne einmal im Echtbetrieb nutzen. Zufällig sollte diese Überfahrt am Samstag stattfinden – der Tesla war dann überraschend ein weiteres Auto, das bei der Autoschau zu sehen war.
Alle Fahrzeuge werden im Alltag genutzt, aber auch Highlights wie eine Deutschland-Rundreise zu allen Landeshauptstädten gehören zum Erfahrungsschatz der Fahrer. Mit einem von ihnen sprach Anna Jessenberger von der Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Interview mit Stefan Lux, der beim Forum „going electric“ aktiv ist

EA: Herr Lux, Sie sind von Ingelheim mit einem Renault Zoe angereist. Welche Reichweite hat dieses Fahrzeug im Alltagsbetrieb?  Wie lange fahren Sie schon E-mobil?

Stefan Lux: Die Reichweite beträgt 150 km im Sommer, 110 km im Winter. Ich bin seit Oktober 2016 mit dem Elektroauto unterwegs.

EA: Welche Erfahrungen mit weiteren Strecken haben Sie bisher gemacht? Ein Argument gegen die E-Autos ist ja in der Regel die unzureichende Reichweite.

Stefan Lux: Mit der Zoe bin ich mit einem Kumpel von Mainz – Salzburg, das sind 570 km gefahren, mit der Familie an den Ammersee, 430 km. Im Tesla Model S sind wir alle  die 540 km von Ingelheim nach Jever gefahren.
Mit der Zoe sind weite Strecken absolute Überzeugungstaten und ein Kompromiss der ganzen Familie. Im Tesla ist das Reisen hingegen absolut familientauglich.
Die Elektromobilität ermöglicht viel mehr verschiedene spezialisierte Autos, weil sie viel weniger komplex sind und günstiger hergestellt werden können: kleine Autos mit geringer Reichweite für den Alltag und langstreckentaugliche Autos mit großer Reichweite für Reisen. Auch mit kleinen Autos mit geringer Reichweite sind weite Strecken möglich, wenn man die Kompromisse dazu eingeht und es wird viele Leute geben, die dies tun.

EA: Was war Ihre Motivation, sich ein Elektroauto anzuschaffen?

Stefan Lux: Mich begeistert die lokal emissionsfreie und simple Technik, welche die Mobilität in den Großstädten Deutschlands und den Megacitys dieser Welt ohne gesundheitliche Einschränkungen erlaubt. Dies will ich unterstützen. Die angenehm vibrationslose und begeisternd durchzugsstarke Fortbewegung kamen bei Probefahrten positiv hinzu.

Elektromobilitäts-Gewinnspiel der Energieagentur Rheinland-Pfalz

Probefahrten waren auch bei Biker`s Dream aus Trier möglich, die eine ganze Palette an E-Bikes und Pedelecs dabei hatten. Besonders auffallend natürlich auch die Elektro-Mountainbikes. Einer der Teilnehmer am Elektromobilitäts-Gewinnspiel der Energieagentur Rheinland-Pfalz kann demnächst ein E-Bike von Biker`s Dream einen ganzen Tag lang testen.
„Wow, damit hätte ich nicht gerechnet und ich freue mich auf die Fahrt“ so die Gewinnerin des Hauptpreises, die einen E-Smart von Mercedes Hess probefahren kann. Auch die Gewinnerin der Tickets für die Sankta Maria II die Bürgermeister Andreas Beiling verschenkt hat, freut sich, denn sie hat es nicht weit zur Anlegestelle.