06.07.2017

Nahwärme in Gimbweiler

Etwa 70 Bürgerinnen und Bürger kamen am 27.06.2017 zu einer Bürgerversammlung in das Mehrgenerationenhaus „Zur Alten Kelter“ um sich zum Thema Nahwärme zu informieren.

Die Ortsgemeinde Gimbweiler ist auf dem Weg ein Modellprojekt des Bundesumweltministeriums (BMUB) zu werden. Seit mehr als einem Jahr arbeiteten der Ortsbürgermeister Martin Samson mit einem Arbeitskreis und dem Gemeinderat daran, in ihrem Dorf eine umweltfreundliche und günstige Nahwärmeversorgung zu realisieren. Unterstützt werden sie dabei vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) und den Klimaschutzmanagern des Landkreises und der Verbandsgemeinde Birkenfeld Sebastian Retzer und Viktor Klein. 

Nahwärme aus Holzhackschnitzel in Kombination mit Solarthermie und Photovoltaik

Das Projekt sieht vor einen Großteil des Ortes über Nahwärme zu versorgen. Die Wärme wird dabei überwiegend durch Holzhackschnitzel erzeugt. Eine Besonderheit der Anlage ist, das über ein Fünftel der Wärme durch eine solarthermische Anlage produziert wird. In den Sommermonaten wird die Anlage ausschließlich mit Sonnenenergie betrieben. Zudem soll auch der Strombedarf der Anlage vollständig durch Photovoltaik in Kombination mit einem Batteriespeicher gedeckt werden. Insbesondere die Umwälzpumpen eines solchen Nahwärmenetzes haben einen großen Strombedarf, weswegen die Verwendung von Photovoltaik auf lange Sicht dabei hilft die Kosten zu senken und bereits ab dem Start die Umwelt schont.

Modellprojekt mit hoher Förderung

Das Modellprojekt des Umweltministeriums sieht eine 80-prozentige Förderung vor. Dies ermöglicht einen besonders günstigen Grundpreis für die Wärme. Wie Alexander Reis vom IfaS in seiner Vorstellung zum Projektstand feststellte. Auch der Arbeitspreis, der Preisanteil der für den tatsächlichen Wärmeverbrauch fällig wird, soll zukünftig. bei rund 7,5 ct liegen und wäre somit konkurrenzfähig zu den fossilen Energieträgern. „Der genaue Preis kann derzeit noch nicht endgültig kalkuliert werden“ sagte Reis „da wir hierzu die genau Zahl der Anschlüsse kennen müssen. Aber natürlich wird es umso billiger, je mehr Menschen mitmachen. Er erläuterte in seinem Vortrag zudem die weiteren Vorteile der Nahwärme.  So erhält man zusätzlichen Platz im Keller, die Schornsteinfeger und Wartungskosten für die Heizung entfallen zukünftig und man muss sich nicht mehr weiter um die Beschaffung von Heizöl oder Holz kümmern. All das übernimmt künftig der Betreiber der Anlage. Auch werden die Kosten langfristig planbar. Da das Vorhaben kurz vor der Genehmigung steht (es wird mit einer Zusage Mitte Juli gerechnet), wäre es wichtig das sich alle Interessenten, auch diejenigen die sich noch unsicher sind möglichst kurzfristig melden. Ansprechpartner sind der Bürgermeister Martin Samson, sowie der Klimaschutzmanager Viktor Klein (06782- 990 192, v.klein(at)vgv-birkenfeld(dot)de).

Mitmachen lohnt sich

Dass es sich bei den Plänen der Ortsgemeinde keinesfalls um nicht realisierbare Hirngespinste handelt, zeigte der zweite Vortrag des Abends von Ortsbürgermeister Volker Wichter, Ortsgemeinde Neuerkirch. Dort wird eine vergleichbare Anlage seit einem Jahr erfolgreich in den Ortsgemeinden Neuerkirch und Külz gemeinschaftlich betrieben. Mit über 140 Anschlüssen haben sich ein Großteil der Haushalte an dem Projekt beteiligt. Auch wenn Herr Wichter deutlich darauf hinwies, dass Gimbweiler noch sehr viel Arbeit bevorstehen würde fiel sein Fazit deutlich positiv aus. Den Bürgerinnen und Bürgern von Gimbweiler rief er mehrfach zu  „Machen Sie dieses Projekt, sie werden es nicht bereuen!“

Nach einer kurzen Fragerunde bei der auch VG Bürgermeister Bernhard Alscher und der Klimaschutzmanager Viktor Klein, als treibende Kräfte des Birkenfelder Nahwärmenetzes Rede und Antwort standen ging die Einwohnerversammlung in Gimbweiler zu Ende.

Quelle: Dr. Viktor Klein