27.11.2017

Nachgedacht – nachgemacht: elektrisch über die Mosel

Geräuschlos über die Mosel (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz)

Trier, Oberbillig: Die Norweger machen es vor: seit zwei Jahren überquert eine elektrische Autofähre einen sechs Kilometer breiten Fjord und befördert dabei bis zu 360 Passagiere und 120 Autos. Jetzt haben auch die beiden Moselgemeinden Oberbillig und Wasserbillig ihre elektrische Fähr-Verbindung: die Sankta Maria II.

„Wir haben uns die Vor- und Nachteile verschiedenster Antriebe aufzeigen lassen“ so Ortsbürgermeister Andreas Beiling. Die Neubeschaffung der Fähre wurde bereits vor einigen Jahren beschlossen, da gute Rückstellungen aus dem Fährbetrieb sowie eine Interreg-Förderung die Finanzierung erleichterten.

Gut für die Nachbarn – gut für die Umwelt

Welchen Antrieb die neue Fähre haben soll, hatte bei den Überlegungen in beiden Gemeinderäten oberste Priorität, da die Fährstellen an beiden Moselufern sich in Ortslage befinden. Durch die Zunahme des Fährbetriebes in den letzten Jahren waren stärkere Belastungen der Anwohner durch Abgase, aber auch Lärm, zu verzeichnen. „Mit der neuen Fähre sollten diese Belastungen abgestellt werden“ erklärte Andreas Beiling, der auch auf die Einsparung von rund 14.000 l Diesel und etwa 37 t CO2 jährlich hinwies.
Die Auswertung der Stärken-Schwächenanalyse des beauftragten Ingenieurbüros hat die Gemeinderäte von Oberbillig und Wasserbillig überzeugt, die Fähre mit einem Elektroantrieb zu versehen.

Photovoltaikmodule und Batteriespeicher

Die Sankta Maria II ist mit insgesamt vier Elektromotoren ausgestattet, die ihren Strom sowohl von der eigenen Photovoltaikanlage mit 5,4 kWp bezieht als auch von der Bordbatterie. „Aber nachts muss die Fähre an die Steckdose“ erläutert Andreas Beiling.
Die Gemeinde zeigt sich sehr offen für den Themenbereich der nachhaltigen Mobilität: demnächst können auch Pedelecs und Elektroautos „an die Steckdose“. Die Gemeinde Oberbillig wird am Fähranleger eine Ladesäule für E-Autos und eine weitere Säule für Elektrofahrräder errichten.

„Es ist schon ungewohnt, dass man gar nichts von der Fähre hört“ so der Kommentar von Besuchern, die die feierliche Schiffstaufe am 25. November miterlebten. Das sieht doch toll aus, meinten andere und freuen sich darauf, bald emissionsfrei über die Mosel befördert zu werden.

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