25.06.2018

Klimawandelfolgen?

Ortsbürgermeisterdienstbesprechung Rhaunen - nach dem Starkregenereignis gilt es Maßnahmen zu ergreifen; von links: Torsten Kram, Werner Theis, Georg Dräger, Ralf Schernikau. Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz

Trier, Rhaunen: „Was wäre denn gewesen, wenn dieses schlimme Unwetter Ende Mai an einem Wochentag stattgefunden hätte“ so fragte einer aus der Runde bei der Ortsbürgermeisterdienstbesprechung in Rhaunen nach dem Bericht des stellvertretenden Wehrleiters Mirko Lahm. Über 200 ehrenamtliche Feuerwehrleute waren in der Nacht des 27. Mai im Einsatz. „Solche außergewöhnlichen Einsatzlagen bringen uns an die Grenzen“ erläuterten Wehrleiter Frank Stolz und sein Stellvertreter, Mirko Lahm. Wo aber wären wir ohne die Feuerwehren?
Vollgelaufene Keller, überspülte Brücken, unbeabsichtigte „Dämme“ durch Geschiebe von Ästen, Holz, mitgerissenen Metallteilen – dieses Bild zeigte sich in etlichen Gemeinden der Nationalparkregion. In der Einrichtung der Bad Kreuznacher Diakonie, der Asbacher Hütte, mussten die Bewohner evakuiert werden, an anderer Stelle musste der Ölaustritt durch einen umgekippten Öltank eingedämmt werden.

Der Klimawandel ist da

Die meisten Meteorologen sind sich einig, dass es einen Zusammenhang zwischen extremen Wetterereignissen und der globalen Erwärmung gibt. „Der Klimawandel ist da, jetzt gilt es zu handeln“. Mit diesen Worten leitete Werner Theis über zu den Vorträgen über die beiden Landesprogramme „Aktion blau plus“ und „Aktion grün“. Jetzt ist die Zeit, Vorsorge zu betreiben und damit Schwachstellen, beispielsweise Verrohrungen, zu erkennen und zu beseitigen. Es gilt, das Schadenspotenzial zu reduzieren und die Folgen des Klimawandels abzumildern.

Räumlich eng begrenzte Starkregenereignisse

Ralf Schernikau vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, zeigte auf, dass Starkregenereignisse nicht vorausberechnet werden können, wie das bei Flusshochwässern möglich ist. Zudem sind sie häufig räumlich sehr eng auf einen kleinen Landschaftsteil begrenzt. „Technische Bauwerke wie Regenrückhaltebecken oder auch Retentionsflächen haben Grenzen die durch ein Starkregenereignis überschritten werden“ so Ralf Schernikau. Ganz wichtig ist es, Hochwasserschutzmaßnahmen anhand der Starkregengefährdungskarten zu definieren und umzusetzen. Beispielsweise könnten oberhalb von Ortschaften sogenannte Schwimmstoff- und Geschieberückhaltevorrichtungen eingebaut oder in der Bauleitplanung auch Notwasserwege mitgedacht werden. Die Erstellung von örtlichen Hochwasserschutzkonzepten kann jetzt bis zu 90 % aus der Förderrichtlinie der Wasserwirtschaftsverwaltung unterstützt werden. Für alle Kommunen in Rheinland-Pfalz stehen Gelder zur Verfügung. Weitere Informationen dazu: https://ibh.rlp-umwelt.de/servlet/is/8580/
Für Maßnahmenumsetzungen aus dem Konzept gibt es Fördermöglichkeiten aus der „Aktion Blau plus“: http://www.aktion-blau-plus.rlp.de/servlet/is/8380/

Schwerpunkt Gewässerschutz

Dieser zehnte Schwerpunkt der „Aktion Grün“ des Landes schlägt den Bogen zur „Aktion Blau plus“, die miteinander kombiniert werden können.
Torsten Kram vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten erläuterte, dass auch bei uns ein starker Rückgang der Arten zu beobachten ist. 60 % der Wildbienen sind gefährdet und damit verschwinden die Bestäuber, die auch für die Nahrungsmittelproduktion von großer Bedeutung ist. In der Biodiversitätsstrategie des Landes ist Naturschutz in verschiedenen Aspekten verankert, darunter die Durchlässigkeit der Gewässer.
Die Förderrichtlinie ist derzeit noch in Überarbeitung daher empfiehlt es sich, eine Skizze und den Kostenplan zur Abstimmung einzureichen. Es muss ein inhaltlicher Bezug zu den Zielen und Maßnahmen der Biodiversitätsstrategie des Landes gegeben sein. Übertragbare Modellvorhaben können eine Förderung bis zu 80 % erhalten. Weitere Informationen: https://mueef.rlp.de/de/themen/naturschutz/aktion-gruen/

Klimaschutz in kleinen Kommunen durch ehrenamtliche Klimaschutzpaten

Vielleicht könnte gerade jetzt ein Projekt die Kommunen in ihren Klimaschutzaktivitäten unterstützen. Zeljko Brkic, Projekt-Mitarbeiter der Energieagentur Rheinland-Pfalz, stellte „KlikK aktiv“ vor, das durch Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements zur Zukunftsfähigkeit der Kommunen beitragen kann. Weitere Informationen: https://www.energieagentur.rlp.de/projekte/drittmittelprojekte/klikk-aktiv/