22.02.2018

Klimaschutz und Energiewende werden nur mit den Kommunen gelingen

Umweltministerin Ulrike Höfken verlieh bei der Regionalkonferenz die Klimaschutzplakette H.ausgezeichnet an die Kita St. Peter (v.l.n.r. Bürgermeister Joachim Rodenkirch, Architekt Christian Gerhardy, Simone Röhr - Geschäftsführerin der Stiftung Stadt Wittlich, Ministerin Ulrike Höfken, Benjamin Herrmann, Axel Bernatzki - beide Energieagentur Rheinland-Pfalz) (Foto: Christian Moeris)

Kommunen sind wichtige Schlüsselakteure für die Energiewende. Nur mit ihrem Engagement lässt sich das Ziel des Klimaabkommens von Paris erreichen, die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf möglichst unter 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. So lautet die zentrale Botschaft einer Regionalkonferenz im Hunsrück.

„Der Klimawandel ist Realität – auch hier in Rheinland-Pfalz sind die Folgen spürbar. Höhere Temperaturen und mehr Extremwetterlagen haben einen negativen Einfluss auf Land- und Forstwirtschaft, auf die Biodiversität, auf das Leben in den Städten und unsere Gesundheit. Umso wichtiger ist es, dass wir heute handeln. Und das geht nur gemeinsam: Wir sind angewiesen auf das Engagement der Kommunen und Landkreise“, betonte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Regionalkonferenz „Klimaschutz vor Ort – was Kommunen tun (können)“.

Zugleich lobte sie das vielfältige Engagement zahlreicher Städte und Gemeinden im Land für den Klimaschutz - und betonte, dass sich das auch für sie auszahle. „Im Rhein-Hunsrück-Kreis lag allein im Jahr 2017 eine regionale Wertschöpfung aus Erneuerbaren Energien bei mehr als 40 Millionen Euro! Wir als Land unterstützen daher konsequent die Kommunen bei ihren Anstrengungen in der Energiewende und der Wärmewende. Die Regionalkonferenz wiederum gibt die Möglichkeit, voneinander zu lernen und Erfahrungen auszutauschen.“

Rhein-Hunsrück-Kreis schon 2018 bilanziell emissionsfrei

Ziel der von der Energieagentur Rheinland-Pfalz ausgerichteten Konferenz war es, Kommunen über praktische Beispiele für kommunalen Klimaschutz zu begeistern und zu animieren, Klimaschutzkonzepte zu erstellen und dauerhaft Klimaschutzmanager einzusetzen. Darüber hinaus sollten Fördermöglichkeiten und Unterstützungsangebote bekannt gemacht werden.

Die positiven Effekte der dezentralen Energiewende demonstriert der sehr ländlich geprägte Rhein-Hunsrück-Kreis besonders beeindruckend. Noch in 2018 wird der Kreis - als die erste Binnenregion in Deutschland -  bilanziell emissionsfrei sein, hat die Kreisverwaltung errechnet. Resultat eines konsequent verfolgten Klimaschutzkonzeptes sowie zahlreicher Klimaschutz-Initiativen der Ortsgemeinden. „Genau dafür ist der nachhaltige Einsatz von Spezialisten die beste Voraussetzung“, warb Viktor Klein vom Bundesverband Klimaschutz für die Verankerung von Klimaschutzmanagern in den kommunalen Verwaltungen.

Kommunen können mehr Energie einsparen

In Deutschland gibt es mehr als 175.000 kommunale Gebäude und rund 2,5 Millionen kommunale Wohnungen. „Ich sehe da den Bund und auch das Land weiter in der Verantwortung, Städte und Kommunen durch gezielte Investitionsprogramme zu unterstützen und vor allem für Planungssicherheit zu sorgen. Für die Umsetzung des Öffnet externen Link in neuem FensterWärmekonzeptes sind 2017 und 2018 insgesamt zehn Millionen Euro vorgesehen, davon allein acht Millionen Landesmittel“, sagt Ministerin Ulrike Höfken. „Der Klimaschutz ist eine langfristige Aufgabe. So steht es auch in unserem Klimaschutzgesetz und im Koalitionsvertrag. Fest steht aber auch: Ohne die kommunale Schubkraft wären wir hier mit Klimaschutz und Energiewende lange nicht so weit, wie wir heute sind.“

Lob für die Projekte vor Ort

Auch Hans-Josef Fell, langjähriger Bundestagsabgeordneter und einer der „Väter“ des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), betonte als Hauptredner der Veranstaltung die zentrale Rolle der Kommunen bei der Energiewende. Die Projekte vor Ort seien umso wichtiger, als die Bundesregierung seit Jahren die Dynamik des EEG mit zahlreichen gesetzgeberischen Eingriffen gebremst habe.
Um die Ziele des Pariser Klimagipfels auch nur annähernd zu erreichen, seien Einfallsreichtum und Entschlossenheit in Gemeinderäten und Kreistagen erforderlich, betonte Fell - und setzte an das Publikum gewandt hinzu: „So wie Sie es im Hunsrück bereits in vielen Orten vorbildlich tun.“

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