13.01.2017

Informationsveranstaltung „Windenergie in der Ortsgemeinde Zemmer?“

Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz

Im vergangenen Jahr hat der Verbandsgemeinderat Trier-Land den Flächennutzungsplan für Windkraftanlagen beschlossen und der Kreisverwaltung Trier-Saarburg zur Genehmigung vorgelegt. In der Ortsgemeinde Zemmer fand eine rege Diskussion statt, da im gemeindeeigenen Wald möglicherweise Windkraftanlagen errichtet werden könnten. Ortsbürgermeister Edgar Schmitt hatte daher zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Der ehemalige Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Bertram Fleck, stellte zunächst in einem Rundumblick die Bedeutung einzelner Komponenten der Energiewende dar und fragte: „Wollen wir weiterhin von Energieimporten abhängig sein?“ Selbst erzeugte Energie ist auch gut für die regionale Wertschöpfung. Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist zum Energieexporteur geworden, unter anderem durch die 268 Windkraftanlagen, und setzt aber auch auf Effizienzmaßnahmen. Hierdurch sind erhebliche Einsparungen erzielt worden.  Beim Vergleich mit fossilen Energieträgern zeigt sich beispielsweise, dass Windkraftanlagen erheblich weniger Flächenverbrauch verursachen als Braunkohleabbau.

Aus der Gemeinde Külz berichtete Aloys Schneider über die Windkraftplanungen, die in einen ersten Windpark 2003/4 gemündet sind. Mit den Erträgen hat die Gemeinde Külz unter anderem einen Bürgerbus finanziert und in eine Seniorenwohngemeinschaft investiert. Als Fehler bezeichnet Aloys Schneider aus heutiger Sicht, dass die Gemeinde keinen Anteil an den Windrädern und am Strom hat. Einige, damals noch gegen das Vorhaben von Külz klagende Gemeinden, haben heute selber Windparks auf ihrem Gemeindegebiet.

Aus Sicht eines Projektierers erläuterte ein Mitarbeiter der GAIA mbH, dass am potentiellen Standort mit einer Windhöffigkeit von 5,8 bis 6,2 m/s gerechnet werden kann. Mit einer Anlage vom Typ Nordex N 131 könnten etwa 6400 Personen mit Strom beliefert werden.

In der anschließenden Diskussion wurden unter anderem Beeinträchtigungen durch Schall befürchtet, aber auch Gefahren für die Landschaftsschutzgebiete und die dort lebenden Wildtiere. Sorgen bereitete auch die Höhe der Rückbausicherung, die als zu gering eingeschätzt wurde. Letztlich würde dann die Gemeinde auf den Kosten „sitzen bleiben“.

Am 15. Januar können die Bürgerinnen und Bürger in einem Bürgerentscheid abstimmen, ob sie einer Windkraftnutzung in der Gemeinde Zemmer zustimmen.