09.08.2017

Gleichermaßen gut für Umwelt und Landwirtschaft

Umweltministerin Ulrike Höfken und Franz-Josef Koch sprechen über Miscanthusanbau und -verwendung; Foto: Energiegentur Rheinland-Pfalz

Trier, Kenn: Umweltministerin Ulrike Höfken besuchte den landwirtschaftlichen Betrieb in Koch in Kenn um sich mit Fachleuten über die Verwendungsmöglichkeiten von Chinaschilf auszutauschen. Miscanthus/Chinaschilf ist ein nachwachsender Rohstoff, der viele Jahre geerntet werden kann und für verschiedenste Anwendungen geeignet ist.

Seit mehr als 20 Jahren baut Franz-Josef Koch die langlebige Pflanze an. Die Dauerkultur benötigt wenig mineralischen Dünger sowie Pflanzenschutzmittel und trägt damit zum Boden- und Klimaschutz bei. Die Pflanze speichert beispielsweise CO2 aktiv in den Boden ein.
Chinaschilf ist anspruchslos an den Boden und kann auch auf ärmeren Standorten gepflanzt werden.

Nahwärmenetz mit Miscanthus-Pellets

Franz-Josef Koch benutzt Miscanthus in der Hackschnitzel-Heizung, mit der ein Nahwärmenetz betrieben wird. Beim eigenen Haus wurde für den Innen- und Außenputz ein Lehm-Miscanthus-Gemisch verwendet. Dieses Gemisch ist ein ökologisch wertvoller, atmungsaktiver Baustoff. Leichtmörtelprodukte sind ebenfalls erprobt und werden weiterentwickelt.
Auch im Garten kann Chinaschilf verwendet werden: im Gegensatz zu Rindenmulch versauert Miscanthushäcksel den Boden nicht, da er pH-neutral ist.  Professor Christoph Emmerling von der Universität Trier zeigte, dass sich die Bodenorganismen bei Miscanthus-Anbau ähnlich wie bei Dauergrünland entwickeln. Die Pflanzen können auch als Alternative zu Mais angesehen werden.

Verwendungsmöglichkeiten von Chinaschilf

Auf weitere Verwendungsmöglichkeiten wies auch Professor Ralf Pude, Vorsitzender des internationalen Miscanthusvereins, hin. Zusammen mit einem großen Handelskonzern befassen sich die  Forscher des Institutes für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES)  der Universität Bonn beispielsweise mit Graspapier, dem auch Miscanthus beigemischt ist. Auch für torffreie Blumenerde kann die Pflanze verwendet werden.
Besonders interessant ist auch die Verwendung der reich strukturierten Halme für die Herstellung von Dämmstoffen. „Ein 2-cm Putz ersetzt 14 cm Styropor-Dämmung“ so Professor Pude.

Umweltministerin Ulrike Höfken erläuterte: „Miscanthus ist uns unter anderem wichtig als Nutzpflanze, die auch im Gewässer- und Erosionsschutz eine besondere Rolle spielen kann".