14.09.2015

111. Trierer Energietour im Rahmen der Aktionswoche 2015 Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie

Foto: Energiagentur Rheinland-Pfalz

Darunter auch das Wohnhaus der Familie Pfeiffer/Nothardt in Trier-Irsch, das gerade einen Tag zuvor den ersten Platz des Gebäudewettbewerbs der Energieagentur Rheinland-Pfalzhttps://www.energieagentur.rlp.de/service-info/die-energieagentur-informiert/aktuelle-meldungen/aktuelles-detail/sieger-des-wettbewerbs-energieeffizientes-bauen-und-wohnen-stehen-fest/ in der Kategorie Sanierung Ein- und Zweifamilienhaus belegt hatte.  Der Reihenhausbungalow mit einer Wohnfläche von 160m² aus dem Baujahr 1968 verursachte vor der Sanierung wegen alter Nachtspeicher-heizungen und unzureichender Gebäudedämmung ca. 6.000 € Heizkosten pro Jahr. Aus diesem Grund und auch wegen der großen Unbehaglichkeit der Elektroheizung war der Familie Pfeiffer schnell klar, dass sie etwas tun muss. Sie entschied sich schließlich nach gründlicher Recherche für ein umfassendes Konzept mit einer Dämmung der Gebäudehülle mit ökologischen Dämmstoffen. Darüber hinaus wurde ein Pelletofen mit Wandheizung eingebaut und das Flachdach begrünt. Nach der Sanierung zum KfW Haus 85 betragen die jährlichen Heizkosten nur noch ca. 750 € und der Wohnkomfort hat sich deutlich verbessert so Bauherrin Frau Nothardt: „In einem Bestandsgebäude mit engem Grundriss kann man mit so einer Sanierung neben der energetischen Einsparung auch viel neue Wohnqualität gewinnen“, Allerdings sei  „gute und umfassende Planung mit erfahrenen Fachleuten das A und O“ für die Realisierung eines solches umfassenden Konzepts.

Bei der Familie Bee in Trier-Feyen konnten sich die Teilnehmer von der Behaglichkeit im Passivhaus überzeugen. Hier wurde ein Gebäude aus dem Baujahr 1902 zu großen Teilen abgerissen und auf dem Grundstück ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung errichtet, das dem Standard eines KfW55 Hauses entspricht. Zum Einsatz kamen hier für das Mauerwerk des Erdgeschosses Thermomodule mit Betonfüllung und Holzständerbauweise für das Obergeschoss. Geheizt wird mit Solarthermie und einem Pellet-Scheitholz-Kombi-Ofen mit 9 kW Leistung.

In Trier-Ruwer stellte Bauherr das erste Mehrfamilien-Sonnenhaus in der Stadt Trier vor, das mit einem 34.000 Liter großen Pufferspeicher und einer 75m² großen Solarthermieanlage einen solaren Deckungsgrad von 57% erreicht. Das 6-Familienhaus wurde im Passivhausstandard errichtet und die Wohnungen sind barrierefrei. Zur Unterstützung der Solarthermieanlage ist das Gebäude außerdem an ein Nachbarschaftsnahwärmenetz angebunden, das jetzt insgesamt 3 Gebäude mit Wärme aus einer Pelletheizung mit 55 kW Leistung versorgt. An besonders kalten Tagen wird das Mehrfamilienhaus zusätzlich von einem 32 kW Holzvergaserkessel beheizt.

Matthias Gebauer vom Solarverein Trier stellte zum Abschluss der Tour seine Schritt-für-Schritt-Sanierung an seinem Einfamilienhaus aus den 50er Jahren vor. Im Gegensatz zu den umfassenden Konzepten zur Sanierung der drei anderen Liegenschaften hat Herr Gebauer sein Haus nach und nach und mit viel Eigenleistung energetisch modernisiert. Zunächst wurde die Südfassade gedämmt und eine solarthermische Anlage in die Außenwand integriert, so dass hier mit einem U-Wert von 0,7 Passivhausstandard erreicht werden konnte. Nach und nach wurden auch die Ost- und Westfassaden saniert, ein Holzkessel installiert und erst 2015 konnte der alte Ölkessel stillgelegt werden. Eine Besonderheit ist auch hier der Anschluss der beiden Nachbargebäude an das Heizsystem des Hauses.

„Die Energietour Trier setzt den Gedanken der Aktionswoche in ganz besonderer Weise um“, sagt Lydia Erben, Regionalreferentin der Energieagentur RLP für die Region Trier. „Alle Teilnehmer können sich direkt von der Funktion regenerativer Heizsysteme überzeugen und Fragen in Bezug auf ihre eigenen Planungen stellen. Die Energietour zeigt damit anschaulich, dass die Energiewende möglich ist, daher bedanken wir uns herzlich bei der Umweltberatung der Stadt Trier für dieses Angebot und freuen uns auf die kommenden Energietouren.“