Stromwende

Der Anteil erneuerbarer Energien (EE) an der Bruttostromerzeugung in Rheinland-Pfalz betrug 2014 insg. 41%. Damit nimmt auch der Anteil fluktuierender, d.h. witterungsbedingt schwankender Energieträger, wie Windkraft und Solarenergie, stetig zu. Langfristig soll die Bruttostromerzeugung vollständig durch erneuerbare Energien erfolgen.

Die regionale Verteilung der regenerativen Stromerzeugung variiert durchaus stark, u.a. begründet durch räumliche Voraussetzungen und Möglichkeiten (vgl. Energieatlas Rheinland-Pfalz). In ländlichen Regionen wie beispielsweise dem Rhein-Hunsrück-Kreis liegt die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bereits heute deutlich höher als der Strombedarf, in städtischen Räumen hingegen liegt der Bedarf i.d.R. deutlich höher als die regenerative Erzeugung.

Mit dem Fortschreiten der Energiewende gehen vor diesem Hintergrund neue Herausforderungen sowie Chancen einher. Im Sinne der Gesamteffizienz des Energiesystems sowie zur Stabilisierung der Stromnetze wird es zunehmend bedeutender, Flexibilitäten im System zu nutzen und die Erzeugung sowie den Bedarf an Energie intelligent zu steuern und aufeinander abzustimmen. Im Fokus stehen dabei:

  • der zeitversetzte Einsatz von Stromüberschüssen etwa durch Speichertechnologien;
  • die Umwandlung von Stromüberschüssen in andere Energieformen oder der Einsatz für anderweitige Verwendungen, die sogenannte Sektorenkopplung, etwa im Bereich der Wärmeerzeugung (Power-to-Heat), der Elektromobilität (Power-to-Vehicle) oder der Erzeugung von Wasserstoff (Power-to-Gas) und anderen Power-to-X-Anwendungen;
  • das intelligente Lastmanagement, d.h. die gezielte Steuerung von Stromerzeugung und -verbrauch in Abstimmung mit der fluktuierenden Stromerzeugung.

Gleichzeitig gilt es die Stromnetze intelligenter und leistungsfähiger zu machen, um auf entsprechende Schwankungen reagieren zu können. Idealerweise greifen Maßnahmen ineinander und nutzen Synergien. Bei entsprechendem Ineinandergreifen von Maßnahmen, etwa durch den Einsatz von Erzeugungsüberschüssen aus ländlichen Regionen in naheliegenden Lastzentren urbaner Räume, kann so z.B. bereits auf lokaler bzw. regionaler Ebene ein Ausgleich herbeigeführt werden.

In Rheinland-Pfalz befassen sich verschiedene Akteure bereits intensiv mit dieser Weiterentwicklung und engagieren sich z.B. durch Investitionen in Modellvorhaben und den Aufbau entsprechender Infrastrukturen und Steuerungskonzepte, z.T. gefördert durch Landes- bzw. Bundesmittel.