Fördermöglichkeiten für Elektromobilität

Bei der Umsetzung der Energiewende im Bereich der Mobilität kommt der Elektromobilität eine zentrale Rolle zu. Um die Etablierung der Elektromobilität im Markt zu fördern, werden die Verbreitung von Elektrofahrzeugen sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur stetig vorangetrieben. Dafür stellt die Bundesregierung  Förderprogramme für Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen zur Verfügung. Beim Fördermittelkompass der Energieagentur Rheinland-Pfalz können Sie in Erfahrung bringen, welche Förderprogramme für Ihr individuelles Vorhaben in Frage kommen.

Übersicht über Förderprogramme

Die entsprechenden Förderanträge können im Rahmen aktueller Förderaufrufe bei den jeweils zuständigen Ämtern eingereicht werden.


Aktueller Aufruf

Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

Durch die Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wird der Aufbau von öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur unterstützt. Ziel ist es, ein flächendeckendes und bedarfsgerechtes Netz aus Schnelllade- und Normalladestationen zu schaffen.

Was wird gefördert?

  • Normalladepunkte mit Ladeleistung bis 22 kW
  • Schnellladepunkte mit mehr als 50 kW
  • Montage und Netzanschluss
  • Modernisierungsmaßnahmen an bestehender Ladeinfrastruktur

Wer erhält die Förderung?

Alle natürlichen und juristischen Personen, d.h. auch Kommunen und Unternehmen.

Art und Höhe der Förderung

  • Die Förderung erfolgt als Investitionszuschuss.
  • Ladepunkt bis 22 kW: 40 %, max. 2.500 Euro
  • Ladepunkt 50-99 kW: 30/50 %, max. 9.000/12.000 Euro, je Standort
  • Ladepunkt ab 100 kW: 30/50 %, max. 23.000/30.000 Euro, je Standort
  • Anschluss Niederspannungsnetz: entsprechend der Förderquote der Hardware, max. 5.000 Euro
  • Anschluss Mittelspannungsnetz: entsprechend der Förderquote der Hardware, max. 50.000 Euro

Status: Aktueller Förderaufruf bis 30.10.2019

Kompakte Kurz-Info (pdf, 151 KB)

Weitere Informationen zum aktuellen Aufruf in der Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge gibt es bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV).


Aktueller Aufruf

Förderrichtlinie Städtische Logistik

Mit der Förderrichtlinie Städtische Logistik möchte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) einen Beitrag zur Reduzierung von Schadstoff-, Treibhausgas-, Feinstaub- und Lärmemissionen leisten.

Was wird gefördert?

  • Erstellung städtischer Logistikkonzepte
  • Erstellung von Machbarkeitsstudien zu konkreten Einzelvorhaben im Bereich der städtischen Logistik
  •  Umsetzung konkreter Einzelvorhaben mit Modellcharakter im Bereich der städtischen Logistik, z.B. anbieterübergreifende Mikro-Depots und Ladezonen

Wer erhält die Förderung?

  • Kommunen und Landkreise
  • Verbundvorhaben möglich

Art und Höhe der Förderung

  • Die Förderung erfolgt als Investitionszuschuss.
  • max. 70%, max. 80% für finanzschwache Kommunen

Status: Aktueller Förderaufruf bis 31.12.2019

Weitere Informationen zum aktuellen Aufruf in der Förderrichtlinie Städtische Logistik gibt es bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV).


Umweltbonus

Beim Umweltbonus handelt es sich um eine Kaufprämie für den Erwerb (Kauf oder Leasing) von neu zugelassenen Elektrofahrzeugen. Er wird zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte von der Automobilindustrie finanziert.

Was wird gefördert?

  • Reine Batterieelektrofahrzeuge
  • Plug-in-Hybride
  • Brennstoffzellenfahrzeug
  • Netto-Basis-Listenpreis max. 60.000 Euro
  • das Modell muss auf der Liste der förderfähigen Fahrzeuge stehen
  • akustisches Warnsystem (seit 01.07.2019)

Wer erhält die Förderung? 

  • Privatpersonen
  • Gewerbetreibende / Unternehmen
  • kommunale Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit
  • Stiftungen
  • Körperschaften
  • Vereine

Art und Höhe der Förderung

  • Elektroauto: mind. 4.000 Euro (2.000 Euro Bund, mind. 2.000 Euro Hersteller)
  • Plug-in-Hybride: 3.000 Euro
  • aksutisches Warnsystem: 100 Euro

Status: Aktuell, Laufzeit bis 31.12.2020

Weitere Informationen zum Umweltbonus gibt es beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).


Steuerliche Anreize

Bei erstmaliger Zulassung reiner Elektrofahrzeuge seit dem 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2020 gilt eine zehnjährige Befreiung von der Kfz-Steuer. 

Im Rahmen der privaten Nutzung von Dienstwagen berechnet sich für Nutzer von Elektro-Pkw seit 2019 der geldwerte Vorteil nur noch aus dem halben Bruttolistenpreis (0,5 % Regel). Wichtig: Bei Plug-in-Hybriden gelten die Mindestanforderungen aus dem Elektromobilitätsgesetz (EmoG). 

Arbeitnehmern, die ihr Auto - sofern möglich - beim Arbeitgeber aufladen, genießen ebenfalls einen Steuervorteil. Diese Leistung ist anders als andere Arbeitgeber-Vergünstigungen von der Einkommenssteuer befreit.

Status: Aktuell, Verlängerung geplant


KfW-Umweltprogramm

Das Umweltweltprogramm fördert Investitionen von Unternehmen in Umweltschutz und Nachhaltigkeit, darunter auch die Anschaffung von Elektrofahrzeugen und den Aufbau von Ladestationen.

Was wird gefördert?

  • Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeuge sowie umweltfreundliche Schienen- und Wasserfahrzeugen
  • Ladestationen für Elektrofahrzeuge oder Betankungsanlagen für Wasserstoff

Wer erhält die Förderung?

  • Unternehmen im In- und Ausland
  • Freiberufler
  • Unternehmen, die als Contracting-Geber Dienstleistungen für Dritte erbringen
  • Achtung: Betriebe, die in der Landwirtschaft oder Fischerei tätig sind, sind nicht antragsberechtigt

Art und Höhe der Förderung

  • zinsgünstiger Kredit: Zinssatz je nach Unternehmensgröße
  • Kredit von bis zu 10 Mio. Euro pro Vorhaben (In- und Ausland)
  • Investitionskosten von bis zu 100 %
  • Auszahlung von bis zu 100 % des Kreditbetrags

Status: Aktuell.

Weitere Informationen zum Umweltprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).


Kleinserien-Richtlinie: E-Schwerlastenräder

Im Rahmen der Kleinserien-Richtlinie Klimaschutzprodukte des BMU werden E-Schwerlastenräder gefördert.

Was wird gefördert?

  • elektrisch angetriebene Schwerlastenfahrräder
  • Schwerlastenanhänger mit elektrischer Antriebsunterstützung oder
  • Gespann aus Lastenfahrrad und Lastenanhänger, bei dem mindestens ein Bestandteil (Fahrrad oder Anhänger) über eine elektrische Antriebsunterstützung verfügen muss.
  • Nicht förderfähig sind u. a. E-Lastenräder, die vorrangig für den Kinder- und Personentransport konzipiert sind.

Wer erhält die Förderung?

  • Gewerbetreibende / Unternehmen
  • kommunale Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit
  • öffentliche, gemeinnützige und religionsgemeinschaftliche Hochschulen (ausgenommen: Volkshochschulen)
  • Forschungseinrichtungen und Krankenhäuser sowie deren Träger
  • Kommunen (Städte, Gemeinden, Landkreise)

Art und Höhe der Förderung

  • Die Förderung erfolgt als Investitionszuschuss auf die Anschaffung:
  • 30 %, max. 2.500 Euro

Status: Aktuell.

Weitere Informationen zum Modul Schwerlastenräder der Kleinserien-Richlinite gibt es beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).


Förderrichtlinie Elektromobilität

Mit der Förderrichtlinie Elektromobilitätdes Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sollen Fahrzeugbeschaffungen im kommunalen Umfeld sowie anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen unterstützt werden.

Was wird gefördert?

  • Beschaffung von Elektrofahrzeugen und der hierfür benötigten Ladeinfrastruktur
  • Pro Antrag sollten in der Regel nicht weniger als zwei Fahrzeuge beschafft werden
  • Erstellung von Umweltstudien/Mobilitätskonzepten
  • Forschung und Entwicklung zur Unterstützung des Markthochlaufs von Elektrofahrzeugen

Wer erhält die Förderung? 

Je nach Förderbelang:

  • Kommunen, Landkreise
  • Zweckverbände, kommunale Betriebe und Einrichtungen
  • Landesbehörden, Landesunternehmen
  • Gemeinnützige Organisationen
  • Gewerbetreibende / Unternehmen unter speziellen Voraussetzungen
  • Hochschulen
  • außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

Art und Höhe der Förderung

  • Die Förderung von Elektrofahrzeugen erfolgt als Investitionszuschuss, der sich auf Grundlage der jeweiligen Investitionsmehrkosten gegenüber einem konventionellen Fahrzeug berechnet.
  • Fahrzeugbeschaffung: 40 - 60 % für Unternehmen; 75 % im nicht wettbewerblichen Bereich, 90 % für finanzschwache Kommunen
  • Umweltstudien/Mobilitätskonzepte: 50 - 80 %

Status: Aktuell kein Förderaufruf; Richtlinie gilt bis zum 31.12.2020

Weitere Informationen zur Förderrichtlinie Elektromobilität gibt es beim Projektträger Jülich (PtJ).


Förderrichtlinie zur Anschaffung von Elektrobussen im ÖPNV

Mit der Förderung im Rahmen des Programms "Erneuerbar Mobil" des Bundesminsteriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) soll die Markteinführung von E-Fahrzeugen für den öffentlichen Personennahverkehr unterstützt werden. Ein Teil der Mittel ist für den ÖPNV in Städten reserviert, die den Jahresmittelgrenzwert für Stickstoffdioxid überschreiten.

Was wird gefördert?

  • Beschaffung (Kauf oder Leasing) von mehr als 5 neuen Elektro- oder Plug-In-Hybridbussen, die im ÖPNV eingesetzt werden
  • damit verbundene Ladeinfrastruktur
  • Verbundvorhaben sind möglich

Wer erhält die Förderung?

  • Verkehrsbetriebe (öffentlich oder gewerblich)
  • Verbundprojekte sind möglich

Art und Höhe der Förderung

  • Die Förderung von E-Bussen erfolgt als Investitionszuschuss, der sich auf Grundlage der jeweiligen Investitionsmehrkosten gegenüber Diesel-Bussen berechnet.
  • E-Bus: 80 %
  • Plug-in-Hybrid-Bus: 40 %
  • Ladeinfrastruktur: 40 %
  • Investitionen für notwendige Fahrer- und Werkstattschulungen

Status: Aktuell kein Förderaufruf; Richtlinie gilt bis zum 31.12.2021

Weitere Informationen zur Förderrichtlinie Anschaffung von Elektrobussen beim BMU.


Förderrichtlinie für Brennstoffzellenfahrzeuge im ÖPNV und in Flotten

Im Rahmen des"Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie Phase II" (NIP 2) fördert das Bundesministerium fur Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Anschaffung von Brennstoffzellenfahrzeugen und Betankungsinfrastruktur.

Was wird gefördert?

Je nach Aufruf gibt es unterschiedliche Fördergegenstände, u. a.:

  • Brennstoffzellenfahrzeuge, die als Pkw in Fahrzeugflotten oder als Busse im Linienverkehr des ÖPNV eingesetzt werden
  • Bei der Förderung von Pkw müssen pro Antrag mindestens drei Fahrzeuge beschafft werden
  • (öffentliche) Wasserstoff-Betankungsinfrastruktur inklusive Elektrolyseur
  • Bei der Förderung von Betankungsinfrastruktur für Brennstoffzellenbusse müssen mindestens zehn Busse angeschafft werden
  • Flurförderzeug-Flotten mit Brennstoffzellenantrieb
  • Bei der Förderung von Flurförderzeug-Flotten gilt ein Mindestbedarf von 3 kg Wasserstoff pro Betriebsstunde (Bh) oder eine Mindestanzahl von 10 Fahrzeugen

Wer erhält die Förderung?

  • Kommunen
  • Gewerbetreibende / Unternehmen

Art und Höhe der Förderung

  • Die Förderung von Fahrzeugen erfolgt als Investitionszuschuss, der sich auf Grundlage der jeweiligen Investitionsmehrkosten berechnet
  • Brennstoffzellen-Fahrzeuge: max. 60 %, je nach Antragsteller
  • öffentliche Wasserstofftankstellen: 50 % (Elektrolyseur: 40 %)

Status: Aktuell kein Förderaufruf; Richtlinie gilt bis zum 31.12.2019

Weitere Informationen zum Förderprogramm NIP2  beim PtJ.


Sofortprogramm Saubere Luft

Ziel des Sofortprogrammes ist die Verbesserung der Luftqualität in Städten durch Maßnahmen zur Elektrifizierung des urbanen Verkehrs, die Errichtung der Ladeinfrastruktur, die Digitalisierung der Verkehrsysteme sowie Maßnahmen zur Nachrüstung von Diesel-Bussen im ÖPNV mit Abgasnachbehandlungssystemen. Dafür stellt der Bund für den Zeitraum 2017-2020 ein Fördervolumen von einer Milliarde Euro bereit. Das Sofortprogramm soll weitestgehend auf Grundlage bestehender Förderrichtlinien des Bundes (s.o.) umgesetzt werden.

Weitere Informationen zum Sofortprogramm Saubere Luft und zur Lotsenstelle Fonds Nachhaltige Mobilität.