Grüne Investments - Geldanlage in Klimaschutz

Laut Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat gerade die Finanzwirtschaft kurzfristig einen der größten Wirkungshebel, um andere Wirtschaftszweige zu mehr Klimaschutz zu bewegen. Zentrales Werkzeug dabei ist das Divestment, ein Kapitalabzug von Märkten und Produkten, die Nachhaltigkeitskriterien verletzten, wie etwa fossil-intensive Branchen. Um bis 2050 klimaneutral zu sein, müssen nicht nur zusätzliche Investitionen in grüne und innovative Zukunftstechnologien getätigt werden. Es muss vor allem auch ein Umsteuern von bestehenden Investitionen in fossile Rohstoffe wie Kohle, Öl und Gas hin zu ‚grünen‘ klimafreundlichen Technologien erfolgen.

Ob Kommunen, Kirchen oder Unternehmen: Es sind alle Akteure gefragt, ihre Anlagestrategien zu prüfen und in eine nachhaltige Zukunft zu investieren. Die Stadt Bonn ist mit ihrem Weg zur nachhaltigen Finanzanlage eine der Vorreiterstädte. Die Erfahrungen in Bonn haben gezeigt, dass nachhaltiges Investieren und Rendite sich nicht ausschließen. Rheinland-Pfalz ist eines von sieben Bundesländern, das bereits einen Divestment-Beschluss gefasst hat: Das Sondervermögen des Landes und die Mittel von Landesstiftungen werden nach nachhaltigen Kriterien angelegt.

Divestment und Sustainable Finance – zentrale Stellschrauben im Kampf gegen den Klimawandel?

Umweltministerin Höfken diskutierte im Rahmen der Veranstaltung „Divestment und Sustainable Finance“ gemeinsam mit Saori Dubourg, Mitglied des Vorstandes der BASF SE und im Rat für nachhaltige Entwicklung, Oberkirchenrat Heinz Thomas Striegler, Leiter der Kirchenverwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Vorsitzender des Arbeitskreises Kirchlicher Investoren der Evangelischen Kirche in Deutschland, sowie Christoph Bals, politischer Geschäftsführer bei Germanwatch e.V. und Mitglied im Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung, über neue nachhaltige Finanzierungsansätze. Die Veranstaltung wurde von Michael Hauer, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, moderiert.

Divestment und Sustainable Finance – zentrale Stellschrauben im Kampf gegen den Klimawandel?

Klimafonds - Realer oder rentabler Klimaschutz?

Wie wirkungsvoll sind Klimafonds? Inwieweit können Unternehmen dadurch ihren CO2-Fußabdruck reduzieren? Wie können öffentliche Mittel klimafreundlich angelegt werden? Diese Fragestellungen waren Thema des Werkstattgesprächs "Klimafonds - Realer oder rentabler Klimaschutz".

In dessen Rahmen diskutierte am Freitag, 4. Dezember 2020, die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken mit Experten aus der Industrie, aus der Kreditwirtschaft und mit Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, dem ehemaligen Mitglied des Bundestages und Ko-Präsidenten des Club of Rome.

Den Impuls für die Diskussion lieferte Werner Hoyer, der Präsident der Europäischen Investitionsbank, dem nach eigenen Angaben „wichtigsten Klimafinanzierer weltweit“.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde über die Strukturen und die Strategien von Klimafonds gesprochen und sondiert, unter welchen Voraussetzungen sie eine möglichst große Wirkung entfalten können. Diskutiert wurden sowohl Fonds, die politisch initiiert und unterstützt werden und an denen sich private Unternehmen finanziell beteiligen können, als auch Fonds für die Anlage öffentlicher Mittel.

Werkstattgespräch "Klimafonds"