Vorteile der geothermischen Wärmebereitstellung

Der Investitionsentscheid für eine geothermische Anlage sollten natürlich alle zur Verfügung stehenden Technologien hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit, der Versorgungssicherheit, der Umweltverträglichkeit, der Machbarkeit und der Nachhaltigkeit betrachten. Geothermische Anlagen haben anfänglich häufig höhere Investitionskosten als vergleichbare konventionelle Technologien, die fossilen Rohstoffen nutzen. Trotz aktuell niedriger Rohstoffkosten der fossilen Energieträger (Öl und Gas), sind die Betriebskosten für geothermische Anlagen oft niedriger. Geothermische bieten die Möglichkeit, sich von zukünftig steigenden Rohstoffkosten partiell loszusagen, über einen längeren Zeitraum kann eine geothermische Anlage ihren Vorteil gegenüber herkömmlichen Energieträgern deutlich ausspielen.

Wird eine geothermische Anlage mit elektrischer Energie betrieben, ist es durchaus eine Alternative, den Strom durch eine Photovoltaikanlage bereit zu stellen. Somit kann der Eigenverbrauch der Photovoltaikanlage erhöht werden. Geothermische Anlagen können in Verbindung mit Wärmespeichern einen wichtigen Beitrag zur verbesserten Netzintegration von regenerativen Energien leisten. Als steuerbarer Stromverbraucher eingesetzt können sie eine Schnittstelle zwischen Strom- und Wärmesektor darstellen (Power-to-heat). Die finanziellen Rahmenbedingungen für solche Modelle sind in Deutschland jedoch bisher noch nicht gegeben.

Geothermische Anlagen gelten zwar generell als umweltfreundlich, für die Ökobilanz einer elektrisch betriebenen Anlage gilt dies nur bedingt, denn hier ist die Herkunft des Stromes, mit dem die Anlage betrieben wird, ausschlaggebend. Wird für den Betrieb einer Anlage handelsüblicher Kraftwerksstrom aus der Steckdose (Kohle-, Atom-, Gaskraftwerke) verwendet, so würde die Ökobilanz bei einer geothermischen Anlage mit nachgeschalteter Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 1,9 und höher positiv ausfallen und Primärenergieträger könnten eingespart werden.