Wärmewende ist wichtig für den Klimaschutz

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„Intensive Starkregenereignisse und länger anhaltende Trockenperioden belegen: Es ist fünf vor zwölf beim Thema Klimaschutz. Wir müssen unsere Kräfte auf allen Ebenen bündeln, um unser Klimaschutzziel – ein klimaneutrales Rheinland-Pfalz bis 2050 – zu erreichen“ führte Staatssekretär Thomas Griese beim Regionalforum Wärme der Energieagentur Rheinland-Pfalz in Koblenz aus. Lange Zeit haben Energiepolitiker den Blick ausschließlich auf den Stromsektor gerichtet. Dabei ist es wichtig auch die Sektoren Mobilität und Wärme näher zu betrachten. Denn nur wenn die Treibhausgasemissionen in allen drei Sektoren umfassend gesenkt werden, kann die Erderwärmung – wie im Pariser Klimaabkommen formuliert – auf unter zwei Grad Celsius beschränkt werden. Rund 40 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland stammen aus dem Wärmesektor. Soll sich dies zum Positiven verändern, muss der Einsatz Erneuerbarer Energien im Wärmebereich ausgebaut und die Menschen müssen angehalten werden, effizienter mit Energie umgehen. In Pilotregionen wie dem Pfälzerwald, der Region Trier und dem Rhein-Lahn-Kreis wird bereits an regionalen Wärmekonzepten gearbeitet. Nun wird auch Koblenz zur Pilotregion.

Wärmeinitiative unterstützt das Wärmekonzept des Landes

Sollen die Klimaziele der Bundes- und Landesregierungen erreicht werden, muss der Wärmesektor eine größere Beachtung finden. In Rheinland-Pfalz werden rund 55 Prozent des gesamten Bruttoendenergieverbrauchs in Form von Wärme und Kälte verbraucht. „Gerade bei der Wärmewende gibt es Handlungsbedarf: Die erneuerbaren Energien haben im Wärmebereich erst einen Anteil von elf Prozent. Um das zügig zu ändern, haben wir in Rheinland-Pfalz das Wärmekonzept auf den Weg gebracht. Mit der Förderung von Nahwärmenetzen, Konzepten zur energetischen Quartierssanierung sowie Sanierungsmanagern zur Hilfestellung bei der Maßnahmenumsetzung unterstützen wir Kommunen, Unternehmen und Privatleute bei der Umsetzung ihrer Wärmewende“, erläuterte Umweltstaatssekretär Thomas Griese und bedankte sich bei allen Akteuren für ihr Klimaschutz-Engagement. Die Wärmeinitiative der Energieagentur Rheinland-Pfalz greift die Themenbereiche des Wärmekonzepts auf und setzt Schwerpunkte für die Wärmewende im Land. Die Inhalte reichen von übergeordneten Energieansätzen über dezentrale Versorgungsstrukturen und energetische Quartiersentwicklungen bis hin zur energetischen Gebäudesanierung und Sektorkopplung. In Veranstaltungen wie dem Regionalforum Wärme, in Arbeitskreisen, Netzwerken oder bei Vor-Ort-Besichtigungen werden diese Themen diskutiert und Ansätze für gute Lösungen aufgezeigt.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Das Regionalforum Wärme am 18. Oktober 2018 war der Auftakt für die Pilotregion Koblenz. Mehr als 100 Akteure aus Kommunen, Verwaltungen, von Energieversorgern und aus Planungs- und Ingenieurbüros nahmen teil. Bei dieser Veranstaltung wurde über die Themen Energiekonzepte, Energiemanagement, Sanierungsfahrpläne, energieeffiziente Gebäude und Fördermöglichkeiten informiert und diskutiert. Ziel des Regionalforums ist es, Kräfte zu bündeln, eine Zusammenarbeit verschiedener Akteure auf die Beine zu stellen und gemeinsam Projekte zu entwickeln, die 2019 umgesetzt werden sollen. So wird es bei einem Folgetreffen am 5. Dezember 2018 in Bad Neuenahr-Ahrweiler um die Themen Quartierskonzepte, dezentrale Wärmeversorgung und Fördermöglichkeiten gehen. Geplant ist zudem eine Besichtigung der Heizzentrale der Ahrtal-Werke in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Anmeldungen sind über die Energieagentur Rheinland-Pfalz möglich.

Andere Pilotregionen haben bereits mit konkreten Projekten im Wärmesektor begonnen. In der Region Trier beispielsweise hat sich ein Netzwerk aus 12 Kommunen gebildet, das sich intensiv mit dem Thema ‚energetische Quartiersentwicklung‘ beschäftigen wird.

Der Rhein-Lahn-Kreis nimmt sich mit der Frage an, wie das Dorf der Zukunft aussehen wird, welche Entwicklungschancen für den ländlichen Raum es durch eine nachhaltige Energieversorgung, Mobilität, Digitalisierung, Sicherung öffentlicher Infrastrukturen, lokale Wertschöpfung und Daseinsvorsorge gibt.