Tag der Erneuerbaren Energien: Viel mehr "grüner" Strom benötigt

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Seit 25 Jahren gibt es den „Tag der Erneuerbaren Energien“, der auch diesen Samstag, am 24. April, stattfindet. Er fällt nicht zufällig in terminliche Nähe zum Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Am 24. April zeigen seit 1996 Anlagenbetreiber, Bürgerinitiativen, Agenda-21-Gruppen und Unternehmen überall in der Republik, was Sie mithilfe erneuerbarer Energien und nachhaltiger Energieversorgung bereits auf den Weg gebracht haben.

Parallelen zur Viruspandemie erkennbar

Dieser Einsatz wird angesichts fortschreitender Klimaerwärmung immer deutlicher. Während die Folgen der Corona-Pandemie hohe Präsenz genießen, ist ein anderes Thema ein Stück aus dem Blickfeld geraten: Der Deutsche Wetterdienst verzeichnet für Rheinland-Pfalz in den letzten zehn Jahren die sechs wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Temperaturanstieg liegt bereits bei 1,7 Grad. Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen und Rheinland-Pfalz ist davon überdurchschnittlich betroffen. Starkregenereignisse und Dürreperioden nehmen zu, die Grundwasserneubildung ist in den vergangenen 15 Jahren um ein Viertel zurückgegangen.

Die Folgen der Dürreperioden führten bereits in den vergangenen Jahren zu Ertragsausfällen und Schäden in Land- und Forstwirtschaft – mithin zu hohen zusätzlichen Kosten. Welche Investitionen stehen in eine Erweiterung der Trinkwasserversorgung noch bevor? Mittelbar treffen diese auch die Verbraucher in Form von gestiegenen Preisen. Kurz: Die Augen beim Klimaschutz zu verschließen, führt zu unabsehbaren Belastungen – heute und noch viel stärker in der Zukunft.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz sieht deshalb durchaus Parallelen zwischen Virusepidemie und Klimawandel: Wir kennen bislang nur einen Schutz gegen eine schwere Erkrankung, eine wirksame Therapie ist nicht in Sicht.

Viel mehr „grüner“ Strom wird benötigt

Der Einsatz Erneuerbarer Energien reduziert den Emissionseintrag in die Atmosphäre und vermeidet so einen weiteren Temperaturanstieg. Während bundesweit beim Strom bereits rund die Hälfte aus Erneuerbaren Energien stammt, ist die Lage bei der Wärmeversorgung und im Bereich Mobilität weit weniger erfreulich; hier liegt der Anteil fossiler Brenn- und Kraftstoffe immer noch bei über 80 bzw. über 90 Prozent.

Deshalb ist ein zeitnahes und wesentlich verstärktes Engagement zur Nutzung von Erneuerbaren Energien auch in diesen Bereichen dringend erforderlich.

Emissionen meiden ist das „neue“ Impfen

Konkret bedeute dies: Neben allen bekannten Technologien werden wir vor allem mehr Strom aus Erneuerbaren Energien benötigen – viel mehr. Bereits zwei Prozent der Landesfläche in Rheinland-Pfalz für Photovoltaik- und Windenergieanlagen würden für eine nahezu vollständige, klimaneutrale Energieversorgung ausreichen.

Je weniger Abgase aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas in die Atmosphäre gelangen, desto erträglicher bleiben die Lebensverhältnisse. Emissionsvermeidung durch den Einsatz Erneuerbarer Energien ist „das neue Impfen“.

Gelegenheit, sich über die Vielfalt dieser Einsatzmöglichkeiten zu informieren, bieten zahlreiche Angebote zum Tag der Erneuerbaren Energien, in diesem Jahr online zugänglich. Der Tag will zudem ein Forum bieten will für alle, die aktuelle Fragen und Entwicklungen zum Klimaschutz diskutieren möchten.

Mehr Details finden sich auf der Webseite zum Tag der Erneuerbaren Energien.