Großes Lob für die ehrenamtliche Arbeit der Klimaschutzpaten

Bürgermeister Marcus Heintel (zweite Reihe, 4. v.r.), Verwaltungsmitarbeiter Alexander Thesen (zweite Reihe, 3. v.r.) und Zeljko Brkic von der Energieagentur Rheinland-Pfalz (zweite Reihe, 3. v.r.) mit den Ortsbürgermeister/-innen und den ehrenamtlichen Klimaschutzpaten der sechs KlikK aktiv-Gemeinden aus der VG Traben-Trarbach. (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz)

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„Hätten wir Sie nicht, wir müssten Sie erfinden,“ so Marcus Heintel, der Bürgermeister der VG Traben-Trarbach

Zeljko Brkic, Projektmitarbeiter der Energieagentur, informierte die Runde über den großen Erfolg des Projektes „Klimaschutz in kleinen Kommunen durch ehrenamtliche Klimaschutzpaten (KlikK aktiv)“, das auf europäischer Ebene mit dem Climate-Star -Preis des Klima-Bündnisses- ausgezeichnet wurde. Brkic betonte, dass es nirgendwo in den drei Pilotregionen des Projektes eine solche Konzentration von KlikK-aktiven Kommunen gibt wie in der Verbandgemeinde Traben-Trarbach, wo sich sechs Gemeinden vorbildlich am Projekt beteiligen. Das sei ein Beleg für das hohe Bewusstsein in Sachen Klima- und Naturschutz in der Region.

Gründung der Fachausschüsse in einigen Gemeinden

Beim aktuellen Treffen mit Bürgermeister Heintel wurde nun Bilanz gezogen und zugleich ein Blick auf die künftige Arbeit der Klimaschutzpaten geworfen: In vielen Kommunen wurden auf Initiative der Klimaschutzpaten kommunale Ausschüsse gegründet , etwa der Bausendorfer Ausschuss für Ressourcenschutz oder die Klimaausschüsse in Reil und Traben-Trarbach. Über eine Prioritätenliste wurden Projekte wie Blumenwiesen und Insektenhotels geschaffen. Auch Quartierskonzepte und ein Nahwärmekonzept für das Neubaugebiet der Alftalgemeinde Bausendorf würden vorbereitet. Der Kinheimer Ortsbürgermeister Walter Klink, der zugleich Klimaschutzpate seiner Gemeinde ist, erläuterte die Bemühungen hinsichtlich des Ausbaus der Erneuerbaren Energien. So würde z.B. der Ticketautomat für den Wohnmobilstellplatz mittels eines PV-Moduls betrieben.

Umfrage zum energetischen Ist-Zustand und E-Car-Sharing in Traben-Trarbach

In Traben-Trarbach wurde eine große Umfrage zur Wärmeversorgung durchgeführt, viele städtische und private Blumenwiesen sind entstanden, fünf Ladestationen für E-Fahrzeuge wurden über das „Smart City“-Projekt installiert. E-Car-Sharing, ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Energiegenossenschaft Hunsrück-Mosel, sei angesichts der Umstände während der Corona-Krise gut angenommen worden. Die beiden Klimaschutzpaten der Stadt seien sehr aktiv und hätten viele Projekte initiiert. „Ich bin froh, dass ich die beiden habe“, so Stadtbürgermeister Pat Langer.

Lebensturm und gut besuchte Infoveranstaltungen in Reil

Auch in der Moselgemeinde Reil wurde eine Befragung der Bewohner hinsichtlich der Wärmeversorgung durchgeführt sowie jüngst eine große Weinbergbrache in eine Blumenwiese und ein Lavendelfeld umgewandelt. Zudem entstand ein „Lebensturm“ in Zusammenarbeit mit dem DLR, mehrere gut besuchte Infoveranstaltungen für Bürger wurden organisiert. In Planung sei eine Aktion für den Transport von altem Elektroschrott zur ART-Deponie nach Sehlem.

Energiekarawane für Unternehmen und die Initiative „Rettet die Streuobstwiesen“ in Kinderbeuern und Bengel

In Bengel wurde die Aktion einer Energiekarawane von den örtlichen Unternehmen gut angenommen. Das Projekt „Rettet die Streuobstwiesen“ umfasst die Pflege von fast 200 Obstbäumen – in Zusammenarbeit mit der Edeka-Stiftung und der Nachbargemeinde Kinderbeuern. Außerdem wurde eine „Energiewerkstatt“ an der Grundschule in Kinderbeuern organisiert. In Kooperation mit dem Landesbetrieb Mobilität entstehen eine Baumallee und ein Grünstreifen an der Bundesstraße 49 zwischen den beiden Orten.

Bürgermeister Marcus Heintel betonte, durch die Arbeit der Klimaschutzpaten sei das Bewusstsein für Umweltschutz in der Bevölkerung weiter gestiegen; viele Nachahmer hätten sich in den anderen Gemeinden gefunden. Als Verwaltungschef unterstütze er ausdrücklich diese Arbeit und freue sich über die entstandenen Netzwerke.

Unterstützung für ehrenamtlich Aktive zugesagt

Unterstützung benötigen die Ehrenamtler von der Verbandsgemeinde bei den komplexen und aufwändigen Antragsverfahren für eine öffentliche Förderung. Die Klimaschutzpaten beklagen, vorhandene Programme passten meist nicht auf die speziellen Bedürfnisse vor Ort oder aber Antragsverfahren mit komplizierten Nachweisanforderungen erschwerten die Umsetzung.

Mit dem Umweltpreis unterstützte Einzelprojekte wie „Kippenfreies Dorf“ in Reil seien kleine Erfolge, die den Ehrenamtlichen neuen Antrieb geben. Es sei wichtig, den öffentlichen Fokus weiterhin auf Umwelt- und Klimaschutz zu richten. Viele „Dreck-weg-Tage“ in der Verbandsgemeinde gebe es. Die Menschen seien sensibilisiert und viele würden sich am 11. September an der großen Aktion „MoselCleanUp“ beteiligen. Es gäbe unzählige Bürgerinnen und Bürger, die sich im Kleinen engagieren. Dies gelte es zu unterstützen, sie wahr zu nehmen, wert zu schätzen und ihnen eine Lobby zu geben.

Bürgermeister Heintel griff das auf und kündigte an, im VG-Blatt „Eifel-Mosel-Hunsrück-aktuell“ künftig regelmäßig über die bedeutende Arbeit der Klimaschutzpaten zu berichten. Gern könne auf einer Sonderseite über deren Anliegen und Projekte informiert werden, um so die Bürger weiter zu sensibilisieren. Die Klimaschutzpaten waren sich einig: Eine solche Runde mit den Bürgermeistern soll fortgeführt werden.