Gebäudewettbewerb ‚Energieeffiziente Sanierungen mit Vorbildcharakter‘

Die Gewinner des Gebäudewettbewerbs 2018 (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz)

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Vor wenigen Tagen ist im polnischen Kattowitz die UN-Klimakonferenz zu Ende gegangen. Zwar konnten sich die fast 200 teilnehmenden Staaten auf ein Regelwerk für die Umsetzung des Weltklimavertrags von Paris einigen, allerdings wurde auch deutlich, dass die Länder beim Klimaschutz mehr Ehrgeiz an den Tag legen müssen, um die Klimaerwärmung auf unter zwei Grad begrenzen zu können. Gute Ansätze gibt es viele, auch in Rheinland-Pfalz. Heute stellten Umweltministerin Ulrike Höfken und Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, im Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten in Mainz die Gewinner des Gebäudewettbewerbs ‘Energieeffiziente Sanierungen mit Vorbildcharakter‘ vor. Die Gewinner dürfen sich über Preisgelder in Höhe von 3.000 Euro, 2.000 Euro und 1.000 Euro freuen.

Positive Vorbilder ermutigen Sanierer zur Nachahmung

In Deutschland gibt es rund 19 Millionen Wohngebäude, von denen etwa 12 Millionen in die Zeit vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 fallen. „Hier gibt es großes Potenzial: Die Sanierungsrate liegt derzeit nur bei rund einem Prozent pro Jahr. Um das Ziel des klimaneutralen Gebäudebestandes bis 2050 zu erreichen, müsste sie auf rund drei Prozent steigen. Da gibt es noch viel zu tun. Umso mehr freue ich mich über das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger: Sie zeigen, wie energieeffiziente Sanierung von Gebäuden funktioniert. Natürlich erhoffe ich mir viele Nachahmer“, sagte Ministerin Ulrike Höfken. „Die heute ausgezeichneten Projekte dienen als positive Vorbilder und können andere Sanierer dazu motivieren, ihre Häuser auch fit für die Zukunft zu machen“, ergänzte Thomas Pensel. Alle Preisträger zeichne aus, so Ministerin Höfken, dass sie durchdachte Konzepte bei der Sanierung ihres Hauses umgesetzt haben und damit die Energiebilanz ihres Gebäudes auf Jahrzehnte hinaus zukunftsfähig gemacht haben.

Die Gewinner im Überblick

Die Wettbewerbssieger, die Familie Weschler aus Billigheim-Ingenheim, sanierten ihr Gebäude zu einem hochenergieeffizienten Haus. Dabei wurde der Effizienzstandard eines KfW-70-Hauses erreicht, was bei Bestandsgebäuden sehr ehrgeizig ist. Bei der Sanierung wurde die Gebäudesubstanz genutzt und das Erscheinungsbild des Bestandsgebäudes nur unwesentlich verändert. So behielt das Gebäude, trotz eines Anbaus in Holzständerbauweise und einer Fassadenverkleidung aus Holz seine erkennbare Kubatur und Würde. „Ein Gebäude energieeffizient sanieren heißt in die Zukunft zu denken, damit auch in den nächsten Jahrzehnten die Wohnqualität und der Wohnkomfort gesichert sind“, sagte Familie Weschler. „Wir freuen uns über die Auszeichnung der Energieagentur Rheinland-Pfalz und begreifen sie als Würdigung unseres Beitrages zum Klimaschutz hier in Rheinland-Pfalz.“ Familie Weschler freut sich über das Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro, das jetzt die eine oder andere Sonderanschaffung ermöglicht.

Den zweiten Platz beim Gebäudewettbewerb belegt Familie Gräf aus Treis-Karden. Auch deren Haus wurde zu einem hochenergieeffizienten Gebäude saniert mit einem KfW-Standard 70. Ähnlich wie bei Familie Weschler, achteten die Architekten bei der Sanierung darauf, die Gebäudesubstanz zu nutzen und das Erscheinungsbild nicht wesentlich zu verändern. Die Wettbewerbsjury bewertete bei ihrem Urteil positiv, dass eine Rohrinstallation für eine Regenwassernutzung für Garten und Toilette vorinstalliert wurde und Erneuerbare Energien im Wärme und Strombereich genutzt werden. Für ihr gelungenes Sanierungsprojekt erhielt Familie Gräf einen Scheck in Höhe von 2.000 Euro.

Den dritten Preis teilen sich die Familien Weingarten und Deppert. Familie Weingarten aus Kurtscheid sanierte ihr Gebäude zu einem hocheffizienten Haus mit KfW-Effizienzstandard 85. Das vorhandene Gebäude wurde im Bereich der Garage aufgestockt. Die Aufstockung erfolgte in Holzständerbauweise mit einer Dämmung aus Mineralfaser. Durch diese Maßnahme können nun mehrere Generationen im Haus wohnen. Familie Deppert aus Landstuhl hat ihr Reihenhaus zu einem Passivhaus saniert. Aus energetischer Sicht ist dies eine ehrgeizige Leistung. Die Sanierung ist ein gelungenes Vorbildprojekt für Reihenhaus-Besitzer.

Sonderpreise erhielten Heinrich Justen aus Unkel für die Sanierung eines gemischt genutzten Gebäudes mit Effizienzstandard 70, Patricia Wadephul aus Balduinstein für die Kernsanierung eines dreistöckigen Wohnhauses mit Anbau zu einem KfW-Effizienzhaus 55 und Andreas Pfaff aus Saulheim für die Sanierung eines denkmalgeschützten Bahnhofs zu einem KfW-Effizienzstandard Denkmal. Auch das Projekt Modega in Höhr-Grenzenhausen, das durch das Architektenbüro Heinrich und Steinhardt realisiert wurde, erhielt einen Sonderpreis für den Umbau einer Industrieanlage zu einem Areal mit modernen Wohnlofts mit KfW-Standard 85.