Workshop zu Kommunalen Wärmeprojekten: "Positive Effekte auf regionale Wertschöpfung"

Wie kommunale  Wärme-Projekte entwickelt werden können und worauf bei der Erstellung der Projektplanung besonders geachtet werden sollte, war Thema eines Workshops, den die Energieagentur bei den Stadtwerken Bad Dürkheim ausrichtete. Experten aus Ingenieurbüros, die bereits größere Wärmeprojekte realisiert haben, berichteten über ihre Erfahrungen.  Der Teilnehmerkreis des Workshops setzte sich aus Verwaltungsmitarbeitern, Klimaschutzmanagern, Ingenieuren und Architekten zusammen.

Ulrich Schäfer vom Ingenieur-Büro IBS Energie hat bereits mehrere ambitionierte Wärmeprojekte in Kommunen geplant und umgesetzt. 2017/18 errichtete er ein Wärmenetz in der Gemeinde Ellern, das unter anderem durch einen Holzhackschnitzelkessel und eine 1.200 m² solarthermische Anlage gespeist wird. Mehr als 100 Objekte sind an das Netz angeschlossen. Ein ähnliches Gemeinschaftswärme-Projekt fand 2016 in Neuerkirch-Külz seinen Abschluss. Aus diesem Wissens-Fundus schöpfend erklärte Ulrich Schäfer, weshalb Gemeinschaftswärmeprojekte so wichtig sind: Neben individuellen Energiekonzepten für Hausbesitzer, wie beispielsweise Pelletheizungen oder Photovoltaik inklusive Wärmepumpe, sind kommunale Ansätze die verhältnismäßig kosteneffizienteste Möglichkeit, sich CO2-neutral und damit klimaschonend mit Energie zu versorgen. Den Kommunen legte er ans Herz, bei der Realisierung Synergien zu nutzen, wie zum Beispiel Leitungen während ohnehin geplanter Straßenbauarbeiten zu verlegen. Darüber hinaus riet er dazu, die positiven Effekte auf die regionale Wertschöpfung für eventuelle Rats-Diskussionen im Auge zu haben.

In die dynamische Investitionsrechnung führte Lukas Feldmeier von Energieimpulse Nürnberg ein. Er wies auf Fallstricke hin, die auftreten können, wenn sich Kommunen ausschließlich auf die berechnete Amortisationszeit verlassen. Denn nicht immer sind die Projekte mit der kürzesten Amortisationszeit auch die langfristig sinnvollsten für die Kommune, sowohl ökonomisch als auch ökologisch,

In unterschiedlichen Landes- und Bundesförderprogrammen bestehen Fördermöglichkeiten für die Umsetzung von Wärmeprojekten. Einen Überblick darüber gab Dr. Tobias Woll von der Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Bevor die Workshop-Teilnehmer zur Besichtigung des Bad Dürkheimer Holzhackschnitzel-Kraftwerks aufbrachen, führte Dr. Peter Kistenmacher, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Dürkheim GmbH, in die Funktionsweise des seit 2007 in Betrieb befindlichen Holzhackschnitzelkraftwerks ein. Es versorgt ein drei Kilometer langes Fernwärmenetz mit dem Krankenhaus Bad Dürkheim als größtem Abnehmer. Er fasste seine Erkenntnisse prägnant zusammen und wies unter anderem darauf hin, dass die Dimensionierung der Anlage und der Bedarf an die Brennstoffqualität unbedingt an die spezifischen Gegebenheiten vor Ort angepasst werden müssen. Dieser Punkt kommt – obwohl er selbstverständlich erscheint – erfahrungsgemäß bei einigen Projektplanungen zu kurz.
Auch sein Appell, vermeintlich nebensächliche Punkte, wie den Schallschutz, von Beginn an vernünftig und an die rechtlichen Vorschriften ausgelegt zu konzipieren, dürfte den Teilnehmern im Gedächtnis bleiben.