23.11.2016

„Wir sind sehr stolz über die Auszeichnung als „dena-Energieeffizienz-Kommune"

Bürgermeister Harald Westrich, Foto: VG Otterberg-Otterbach

Die Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg ist eine von 12 rheinland-pfälzischen Kommunen, die am Pilotprojekt der Deutschen Energie-Agentur (dena) und der Energieagentur Rheinland-Pfalz seit Anfang 2015 teilnehmen. Am 29.11.2016 erhält die Verbandsgemeinde im Rahmen der Abschlussveranstaltung zum Pilotprojekt das dena-Zertifikat verliehen. Die Kommune hat es geschafft, die Zertifizierungskriterien der dena in 18 Monaten zu erfüllen.

Im Interview: Harald Westrich, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg

Wie lässt sich das „dena-EKM“ Pilotprojekt kurz beschreiben?

Das dena-EKM ist ein optimales Instrument um, Verbrauchsdaten für Wärme und Strom zu erfassen und zu analysieren sowie auch mit wichtigen Kennwerten zu vergleichen. Die darin entwickelten Effizienzmaßnahmen zeigen die höchsten Einsparpotenziale an. Zudem unterstützt die Prioritätenliste die anstehenden Sanierungsmaßnahmen und dient als Entscheidungshilfe. Kommunen die ihren Energieverbrauch noch nicht kennen, denen kann ich es nur empfehlen, sich damit zu befassen.

Was hat Sie bewogen am dena-EKM Pilotprojekt teilzunehmen?

Da wir in unserer Verbandsgemeinde schon ein kontinuierliches Erfassen von Energiedaten  eingeführt hatten, wollten wir auch für unsere Mitarbeiter im Bereich Gebäudemanagement weitere Informationen und Tools erlangen, um unsere Gebäudebewirtschaftung effizienter, energieschonender und CO2-frei zu gestalten.

Was stellt/worin sehen Sie die größte Herausforderung für Ihre Kommune?

Die Umstellung auf Erneuerbare Energien unter Beachtung wirtschaftlicher Aspekte und die Reduzierung der jährlichen finanziellen Belastungen bei der Gebäudeunterhaltung. Des Weiteren stehen uns als Kommune nicht immer ausreichend Mittel zur Verfügung, um alle anstehenden Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebestand gleichzeitig umzusetzen. Wichtig ist es, den Spagat zwischen Dringlichkeit und Priorität hinzubekommen.

In welcher Phase des Pilotprojektes befinden Sie sich momentan?

Zurzeit haben wir nachweislich alle Schritte des Energie- und Klimaschutzmanagements erfolgreich in der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg eingeführt bzw. befinden uns auch mitten in der Maßnahmenumsetzung. Die formale Abschlussprüfung zur Zertifizierung liegt uns vor und wir sind sehr stolz darauf, dass wir eine  „dena-Energieeffizienz-Kommune" in Rheinland-Pfalz werden.

Welche bisherigen Auswirkungen kann man in Ihrer Kommune schon feststellen?

Wir haben durch die Energieberichte und Auswertung von Mängeln im Gebäudebestand einen Plan entwickeln können, wie wir zukünftig dauerhaft Energiekosten einsparen und gleichzeitig die CO2-Bilanz verbessern können.

Worin sehen Sie Verbesserungspotential in Ihren Umsetzungen?

Während der Maßnahmenumsetzung wurden wir darauf aufmerksam, dass es wichtig ist im kompletten Prozess auch alle Mitarbeiter darüber zu informieren, damit alle auch das Ziel der Energieeffizienz nicht aus den Augen verlieren. Darauf aufbauend würden wir gerne neue Verantwortlichkeiten festlegen. Am Beispiel des Hausmeisters kann dies verdeutlicht werden, denn diese Personen könnten die Energiebeauftragten von morgen sein.

Wie ist das Projekt in Ihrer Kommune verwurzelt?

Wir haben das Klimaschutzmanagement fest in das Liegenschafts- und Gebäudemanagement integriert und uns in dieser Abteilung personell neu aufgestellt. Gleichzeitig versuchen wir, die Mitarbeiter durch gezielte Fortbildungen weiter zu qualifizieren. Die Teilnahme an dem Pilotprojekt war hierbei ein wichtiger Baustein.

Wie fällt ihr persönliches Fazit aus?

Es war ein schwieriger und personell aufwendiger Weg, der sich aber gelohnt hat. Für die Zukunft sehen wir durch die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt großes Einsparpotential so, dass sich die personellen Investitionen in kurzer Zeit rechnen werden.

Glauben Sie, dass Ihr Ansatz dauerhaft nachhaltig ist und wie will sich ihre Kommune zukünftig im Energiemanagement engagieren?

Die neu gewonnen Erkenntnisse haben sich bereits fest in die personelle Struktur eines Sachgebietes ausgewirkt. Durch konkrete Zielvorgaben zur Energieeinsparung, Umstellung von Arbeitsprozessen in der Verwaltung und der Einsatz neuer Software in der Gebäudeunterhaltung wirkt sich die Teilnahme an dem Pilotprojekt nachhaltig auf unsere Kommune aus.

Welche Rolle spielt bei ihren Tätigkeiten die Energieagentur RLP und die Dena?

Beide Agenturen verfügen über erfahrenes Fachpersonal, das sich in allen Bereichen der Energiewende auskennt und diese Informationen auch kostenlos weitergibt. Zu jedem  Zeitpunkt wurden wir sehr gut beraten und unterstützt. Als Kommune werden wir auch weiter darauf zurückgreifen.

Wie passt sich dieses Projekt in Ihren bisherigen Aktivitäten im Klimaschutz ein?

Das Pilotprojekt war ein wichtiger Baustein in unseren bisherigen Bemühungen im Bereich Klimaschutz. Wir hatten nach Beginn des Pilotprojektes eine Klimaschutzmanagerin eingestellt und auch einen weiteren Mitarbeiter über das Projekt im Gebäudemanagement weiter qualifiziert. Das Projekt war die ideale Ergänzung unserer Aktivitäten im Klimaschutz.

Welche Aktivitäten gab es in Sachen Klimaschutz vor diesem Pilotprojekt in Ihrer Kommune?

Im Bereich Erneuerbarer Energien hatten wir bereits zwei Gesellschaften gegründet, welche die kommunalen Gebäude mit Solaranlagen ausgestattet hatten und auch ein Nahwärmenetz auf Holzhackschnitzelbasis betrieben haben. Durch Sanierungsmaßnahmen unseres Gebäudebestandes haben wir versucht Energie, einzusparen.

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