Waldspaziergang im Morschbachtal mit Revierförster Dirk Neumann: Klimawandelschäden im Wald

Auf einen „Rad-Spaziergang“ durch den Wald nahm Dirk Neumann von Landesforsten Rheinland-Pfalz alle Interessierten im Rahmen des STADTRADELNs und der Aktionswochen am Samstagmorgen mit. Spuren des Klimawandels vor Ort im Morschbachtal, aus denen sich viele Herausforderungen für die Forstwirtschaft ergeben, standen im Mittelpunkt des Ausflugs in den Wald.

Vom Treffpunkt aus ging es einige Kilometer zum Ausgangspunkt des Waldrundgangs das Lambrechter Tal hinab. Bereits nach wenigen Metern ins Morschbachtal hinein stoppte die Gruppe bei gefällten „Käferbäumen“. Durch den sehr trockenen Sommer im letzten Jahr sind viele Bäume geschwächt, und gestresste Bäume bieten gute Angriffspunkte für Borkenkäfer, erklärte Förster Neumann. Ein Blick unter die Borke der gefällten Bäume verdeutlichte: Die Käfer befallen flächig die Baumstämme, an denen Fraßgänge, Larven und teils auch die geschlüpften Käfer sichtbar sind. „Gestresste Bäume sondern ganz typische Geruchsstoffe ab, jede Baumart ihre eigenen, das kann man riechen – und die Käfer riechen das eben auch.“

Klimaschutz durch gut strukturierte Wälder

Im Morschbachtal scheinen die Eichen der „Gewinner“ zu sein, so Dirk Neumann. Das sei aber in jedem Wald und auf jedem Berg unterschiedlich. „Bei uns sieht es vergleichsweise noch gut aus, da durch die sandsteingeprägten Böden die Bäume sowieso nicht verwöhnt sind – wer immer nur Wasser und Brot isst, der ist nicht anspruchsvoll“, zog Neumann zur Veranschaulichung einen Vergleich. Dennoch  gehe es vielen Bäumen auch hier aufgrund der Trockenheit nicht gut. „Wir müssen hier Klimaschutz durch gut strukturierte Wälder betreiben.“

Zur Wiederaufforstung gerodeter Waldstücke machte der Forstmann anschaulich, wie schwierig und langwierig die Prozesse sind. So kämpft Neumann gegen schnell wachsende Pflanzen wie Ginster, Brombeeren oder Kermesbeeren an, die Konkurrenz für junge Bäume darstellen, an.

Bei einer kleinen Fichte von etwa 20 cm Höhe auf einem Hang stellt ein Teilnehmer die Frage nach dem Alter der Pflanze: Die Fichte sei etwa drei Jahre alt, schätzte Neumann. „Wir brauchen langen Atem.“

„Wir haben heute viel gelernt, und allen ist sicherlich deutlich geworden, dass wir mehr Anstrengungen in Richtung Klimaschutz unternehmen müssen, auch, um unsere Wälder zu schützen“, so das Fazit von Bürgermeister Manfred Kirr, der die Tour begleitete.