20.07.2015

Wärmewende-Kongress der Energieagentur Rheinland-Pfalz

Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz/Uwe Völkner

„Wie schaffen wir die Wärmewende in Rheinland-Pfalz?“: Unter dieser Fragestellung diskutierten am 16. Juli 2015 beim Jahreskongress der Energieagentur Rheinland-Pfalz in Mainz rund 120 Teilnehmer, wie nach dem Stromsektor auch der „schlafende Riese“ im Wärmebereich geweckt werden kann. Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, mahnte: „Mit einer Sanierungsrate von einem Prozent wird die Energiewende nicht gelingen – zumal mit der Sanierungshäufigkeit noch nichts über die nachhaltige Qualität gesagt ist.“ Die Frage, wie man aber dazu kommen könne, die notwendigen Maßnahmen umzusetzen, hat sich wie ein roter Faden durch den Kongresstag gezogen. Pensels Einschätzung nach ist es nie ein Faktor allein, der den Ausschlag gibt: „Die Entscheidung, die Wärmewende anzugehen, erfolgt nicht über den Kopf, technologische Möglichkeiten oder finanzielle Anreize allein, sondern ist immer auch das Ergebnis einer inneren Überzeugung. Wir müssen uns einfach auf den Weg machen!“, appellierte Pensel.

Mit der rhetorischen Frage „Wie vollständig muss ein Plan eigentlich sein, bevor wir handeln?“ ermutigte auch Prof. Jörg Probst von der Hochschule Bochum, nicht länger auf möglicherweise noch komplettere Strategien oder noch leistungsfähigere Technologien zu warten, sondern – in Anlehnung an den großen Architekten Oscar Niemeyer – mutig zu sein, das zu tun, was man jetzt schon tun kann. Dr. Michael Kopatz vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie forderte, dass einerseits die Politik mehr Richtung vorgebe, und dass andererseits die Bürger diese Orientierung auch einforderten. Der Erfolg der Energiewende verlange einen langen Atem: „Die Sache mit dem Klimaschutz ist wie eine Diät: Die ersten Kilos gehen ganz gut runter und dann wird es immer schwerer.“

Der Einsatz erneuerbarer Energien und Energieeffizienz im Wärmebereich sowie innovative Konzepte für die Verknüpfung von Strom- und Wärmeerzeugung wurden intensiv in Fachforen diskutiert. Einig waren sich alle Teilnehmer, dass es jetzt höchste Zeit sei, die Wärmewende im Land entschieden voranzubringen. Hintergrund ist, dass in Rheinland-Pfalz 50 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs auf den Bereich Wärme entfallen, dieser aber im Gegensatz zu Stromerzeugung auf regenerativer Basis noch einen großen Nachholbedarf aufweist.

Fotoeindrücke vom Kongress sind in der Bildergalerie auf der Kongress-Seite einsehbar.