08.12.2015

Wärmewende in Rheinland-Pfalz: Endlich den schlafenden Riesen wecken

Wenn in den vergangenen Jahren von der Energiewende die Rede war, ging es meist ausschließlich um den Stromsektor. Doch die Energiewende kann nur gelingen, wenn auch der Wärmebereich in den Fokus der Bemühungen rückt. Allein in Rheinland-Pfalz entfallen auf Heizung und Warmwassererzeugung im Gebäudebestand rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs und ein Drittel der CO2-Emissionen. Immerhin 70 Prozent der installierten Heizkessel gelten als ineffizient und belasten damit die Umwelt. Damit wird deutlich, dass es darum geht, den "schlafenden Riesen Wärmesektor" zu wecken.

Im ländlich geprägten Rheinland-Pfalz mit einem Waldanteil von 40 Prozent bietet die Bioenergie für den Wärmemarkt erhebliches Potenzial. Mit Unterstützung des Landes entstanden in den vergangenen Jahren eine Reihe von Nahwärmenetzen mit dem Schwerpunkt Biomassefeuerung. Dennoch sind die Möglichkeiten in diesem Bereich bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Neben dem Einsatz von erneuerbaren Energien wird die Energieeffizienz im Wärmebereich immer wichtiger. Themen wie die Kraft-Wärme-Kopplung, etwa durch den Ausbau von Nano- und Mikroanlagen und den Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen sowie der Nutzung von Abwärme in Betrieben bieten erhebliches Potenzial.

Die Energieagentur Rheinland Pfalz hat das Thema Wärmewende in Rheinland-Pfalz in den Mittelpunkt ihres diesjährigen Kongresses gestellt. Die Dokumentation "Wie schaffen wir die Wärmewende in Rheinland-Pfalz" ist online verfügbar.

Energiesparkampagne für Kommunen: „Cleveren Verbrauch kannst Du auch!“

Die Energieagentur bietet darüber hinaus Kommunen mit der Energiesparkampagne „Cleveren Verbrauch kannst Du auch! Energie sparen. Kosten senken.“ verschiedene Module, u.a. zum Thema "Heizenergie sparen" an. Vorträge zum Thema "Wie senke ich meine Heizkosten" und "Wärmverluste müssen nicht sein" geben Hauseigentümern Tipps, wie mit Sofortmaßnahmen und Veränderung des Nutzerverhaltens der Wärmeverbrauch deutlich und dauerhaft gesenkt werden kann.